HANDBALL
Abstieg fix: Nümbrecht muss wieder in die Oberliga
Oberberg – Das Seinsche-Team verliert sein Schicksalsspiel in Aachen und steht in der Oberliga vor einem Neuanfang – Gummersbach II chancenlos gegen Weiden – Gelpe/Strombach geht gegen Bonn der Saft aus - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.
HC Gelpe/Strombach - TSV Bonn rrh. 29:38 (18:17).
Abschied nehmen hieß es nach dem letzten Heimspiel des HC Gelpe/Strombach in dieser Saison. Mit Mike Heinzerling, Julius Walch, Karol Makowiecki, Islam Elnoamany, Leonard Viebahn und Lars Rostalski wurden gleich sechs Spieler nach der 29:38-Niederlage gegen die TSV Bonn rrh. offiziell verabschiedet. Auch Ole Windhorst und Marvin Röttel aus der zweiten Mannschaft, sowie Leonie Wlodarek (Frauen Regionalliga) erhielten ein kleines Präsent von den HC-Vorständen Hartmut Markeli, Bernd Vorländer und Lena Steuck. Nur die beiden Cheftrainer fehlten: Daniel Rodriguez (berufliche Gründe) und David Hoffmann (Hospitation) mussten absagen.
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[Der Verein verabschiedete nach dem Schlusspfiff mehrere Spieler.]
Die HC-Fans sahen zuvor zwei vollkommen unterschiedliche Hälften. Co-Trainer Eduard Debnar, der gemeinsam mit Oberliga-Trainer Ilja Schattner das Coaching übernahm sah eine ordentliche erste Hälfte seiner Mannschaft. Über 0:2 (3.), 6:7 (13.) und 9:11 (21.) drehten die Oberberger das Match noch vor der Pause über 14:12 (26.) zum 18:17-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel waren die Akkus dann aber schnell leer. Bis zum 23:24 (39.) blieben die Gastgeber noch in Schlagdistanz, ehe Bonn zwei HC-Zeitstrafen nutzte, um zum 23:30 (45.) zu enteilen.
„Wir hatten nicht mehr die Kraft, uns zu wehren. Bonn hat nach der Pause einen Gang hochgeschaltet, während wir es nicht geschafft haben mitzuhalten“, sagte Debnar, der viele kleine Fehler seiner Mannschaft sah. Dadurch verpuffte auch der siebte Feldspieler vollkommen. Die Gäste trafen gleich sechsmal ins verwaiste HC-Tor. Auch Leonard Viebahn und Mike Heinzerling habe man nach ihren Verletzungen die Strapazen der letzten Woche angemerkt, fand Debnar. Noch zufrieden war der HC-Coach mit der Deckungsarbeit, die meisten Tore kassierten Gelpe/Strombach aus dem Tempospiel heraus. „Wir haben ordentlich gedeckt, aber die vielen Fehler haben uns das Genick gebrochen“, so Debnar.
Gelpe/Strombach: Mike Heinzerling (7), Arvid Pötz (5), Felix Maier (5/1), Leonard Viebahn (4), Jerome Dräger (3), Lasse Jürges (2), Julius Walch, Tobias Müller, Lukas Altjoahnn (je 1).
BTB Aachen – SSV Nümbrecht 34:27 (16:11).
[Leonard Viebahn im Zweikampf mit einem Bonner Spieler.]
Nach nur einem Jahr ist für die Handballer des SSV Nümbrecht das Abenteuer Regionalliga schon wieder beendet. Das Team von Manuel Seinsche kann den Abstieg nicht mehr verhindern und muss wieder runter in die Oberliga. Im Abstiegsgipfel bei BTB Aachen verloren die Oberberger am vorletzten Spieltag mit 27:34. Auch das letzte Fünkchen Hoffnung war den Südkreislern schon vor dem Anpfiff genommen worden. Borussia Mönchengladbach hatte sich mit einem 35:32-Heimsieg gegen den TV Korschenbroich vorzeitig gerettet.
Trainer Manuel Seinsche sprach nach dem Abpfiff Klartext: „Das ist absolut bitter, aber wir müssen uns auch an die eigene Nase packen. Wir haben es in 2026 nicht geschafft, unsere Leistungen aus 2025 zu bestätigen. Wir haben viel zu wenig Punkte geholt.“ Nur fünf ihrer 15 Punkte holten die Nümbrechter in der Rückrunde, nur der zweite Absteiger, der VfL Gummersbach II, war in der Rückserie noch schlechter. Seinsche analysierte weiter schonungslos: „In der Regionalliga wird jeder Fehler gnadenlos bestraft und wir machen seit Wochen immer wieder dieselben Fehler. Auch heute waren es wieder zehn Minuten, in denen wir einen totalen Durchhänger haben.“
Dabei hatten sie in Nümbrecht im Vorfeld alles versucht. An der Unterstützung der Fans lag es nicht. Rund 80 Zuschauer waren in Bussen und Autos mit der Mannschaft mitgereist und sorgten im ausverkauften Gillesbachtal für eine brodelnde Atmosphäre. Auch Seinsche dankte anschließend allen Anhängern für den Support. Die Anfangsminuten verliefen ausgeglichen. Über 2:3 (7.), 7:4 (14.), 9:7 (20.) und 9:10 (22.) schenkten sich beide Teams nichts. „Insgesamt kommen wir nicht gut ins Spiel, können den Flow überhaupt nicht mitnehmen und kassieren bis zur Pause auch zu viele Zeitstrafen“, meinte der SSV-Trainer. In den Minuten bis zum Gang in die Kabine haderten die Oberberger dann laut Seinsche mit ein, zwei Pfiffen der Schiedsrichter und nutzen auch ihre Chancen nicht mehr konsequent.
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[Fünf Tore gingen auf das Konto von Arvid Pötz (unten). HC-Co-Trainer Eduard Debnar (oben) sah nach der Pause eine deutlich stärkere Gästemannschaft.]
Anders Aachen: Das BTB-Team, bei dem erneut Trainer-Routinier Simon Breuer-Herzog (42) selbst Regie auf der Platte führte, zog bis zur Pause auf 16:11 davon. „Er war eine ordnende Hand. Dazu hat auch Tim Schnalle viel Alarm gemacht“, meinte Seinsche, der nach dem Seitenwechsel alles probierte – jedoch erfolglos. Nümbrecht wurde zunehmend offensiver, agierte zunächst in der 5:1-Deckung, später in der 4:2-Variante und in den letzten 15 Minuten sogar mit einer offenen Manndeckung. Aber Aachen hatte immer die richtigen Antworten, ließ über 21:14 (38.), 26:18 (47.) und 27:21 (52.) nichts mehr anbrennen und feierte mit seinen Fans im Anschluss den Klassenerhalt. Besonders schmerzhaft aus SSV-Sicht auch die drei verworfenen Siebenmeter.
„Wir haben alles rausgehauen, aber es reichte einfach nicht, weil wir einfach zu viele Fehler gemacht haben“, so Seinsche. Er will mit dem Team in der Oberliga in der kommenden Saison einen Neuanfang wagen: „Jetzt heißt es Mund abwischen, noch das letzte Spiel absolvieren und dann mit den Jungs, die weitermachen, die nächsten Schritte nach vorne zu machen, sodass wir in den nächsten Jahren hoffentlich wieder eine Liga höher spielen dürfen.“
Nümbrecht: Dag Dissmann (5), Marcel Miebach, Dominik Donath, Simon Schanz (je 4), Tim Hartmann (3), Niklas Witthaut (3/3), Tobias Schröter (2), Lennart Last, Mats Weber (je 1).
VfL Gummersbach II - HC Weiden 26:36 (14:19).
Der VfL Gummersbach II muss auf seiner Abschiedstour in der Handball-Regionalliga weiter auf den zweiten Rückrundensieg warten. Das Team von Jan Schwenzfeier kassierte in der SCHWALBE arena gegen den HC Weiden eine deutliche 26:36-Niederlage. Beste Nachricht des Tages aus VfL-Sicht: Konstantin Kasch gab nach langer Verletzungspause endlich sein Comeback. Dafür musste der Absteiger aber auf Patrick Kiesewalter verzichten. Der Abwehrhüne reiste mit dem Bundesliga-Team nach Erlangen. „Diesen Ausfall konnten wir nicht kompensieren. Das muss man ehrlicherweise sagen“, meinte VfL-Coach Jan Schwenzfeier. Aber auch offensiv waren die Gummersbacher deutlich zu fehleranfällig gegen den Tabellenfünften.
[Zum letzten Mal lief Karol Makowiecki in einem Heimspiel für Gelpe/Strombach auf. Der Linkshänder wechselt im Sommer zum TB Wülfrath.]
Schwenzfeier nutzte das Spiel, um taktisch kräftig zu experimentieren. Der VfL spielte über weite Strecken mit dem siebten Feldspieler und agierte dabei zeitweise sogar mit fünf Rückraumspielern. Der VfL-Coach war zufrieden: „Wir kassieren nur zwei Empty-Net-Tore. Für die Anzahl der Angriffe ist das absolut o.k.“ Über 1:4 (4.), 4:10 (13.) und 9:13 (23.) konnten die Oberberger das Ergebnis lange Zeit im Rahmen halten. Nach dem 19:24 (39.) zog Weiden dann aber bis zum Abpfiff unaufhaltsam davon. Auf Verabschiedungen verzichtete der Verein im letzten Heimspiel. Diese werden in der Halbzeitpause am letzten Spieltag in der Bundesliga durchgeführt.
Gummersbach II: Malte Haglund (6/2), Fanou Ulmerich (5), Sota Shimizu, Paul Britz (je 4), Hannes Hartmann (3), Konstantin Kasch (2), Lars Machnacz, Julien Kübler (je 1).
KOMMENTARE
1
Traurig für den SSV… jedoch zurecht abgestiegen . Neuanfang machen und wieder den Aufstieg in die Regionalliga anpeilen
Tobi, 10.05.2026, 01:28 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.

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