HANDBALL
Rote Karte und Siebenmeter: Oberwiehl verliert nach umstrittener Schiedsrichterentscheidung
Oberberg - Der CVJM Oberwiehl kassiert 18 Sekunden vor dem Ende das entscheidende Gegentor - Die Reserve des SSV Nümbrecht unterliegt der Zweitvertretung der HSG Refrath/Hand. (AKTUALISIERT)
HSG Refrath/Hand II - SSV Nümbrecht Handball II 30:24 (14:13).
Bei Nümbrechts Trainer Patrick Seebaum hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage in Grenzen. „Ich hatte vorher ja schon gesagt, dass es für uns ein Bonusspiel ist. Und das ist es hintenraus auch geworden, obwohl für uns auch was drin gewesen wäre. Wir haben in der ersten Halbzeit sogar geführt und hatten die Chance, auf drei Tore wegzugehen, aber das hat nicht funktioniert und wir gehen mit einem Tor Rückstand in die Pause“, ärgerte sich Seebaum aber doch ein wenig über den Spielverlauf. 6:4 führten die Gäste als Ligaschlusslicht gegen den Tabellenfünften (13.) und konservierten den Vorsprung bis zum 13:11 in Minute 23, ehe eine Hinausstellung gegen Christoph Bitzer den Spielfluss unterbrach. Der Gastgeber traf bis zur Pausensirene noch dreimal in Folge und legte nach dem Seitenwechsel noch zwei Treffer zum 16:13 nach, sodass man sich im Nümbrechter Lager zu einem Systemwechsel gezwungen sah.
Seebaum stellte auf zwei Kreisläufer um und sorgte damit für Unruhe beim Gegner. In Minute 53 gelang es Lennart Last, der insgesamt elf Tore warf, neun davon aus dem Spiel heraus, den 21:22-Anschlusstreffer zu erzielen, doch die Gastgeber behielten die Ruhe und zogen auf 26:22 (56.) davon. „Es sind dann Kleinigkeiten, die das Ding hintenraus entscheiden. Am Ende ist das Ergebnis ein Stückchen zu hoch. Ich habe auf eine offene Manndeckung umgestellt und das hat nicht funktioniert und so verlieren wir mit sechs“, beschreibt Seebaum die Endphase, hakte die Niederlage aber sogleich ab: „Am Ende ist es verdient für Refrath. Wir haben gut mitgespielt, aber vor allem haben wir in der zweiten Halbzeit nicht die Topleistung abgerufen, die nötig gewesen wäre, um hier etwas zu holen. Jetzt heißt es, Mund abwischen. Nächste Woche gegen Monheim wird es um mehr gehen“, hatte Seebaum bereits das anstehende Kellerduell gegen den Drittletzten der Tabelle im Blick. (thg)
Nümbrecht II: Lennart Last (11/2), Mats Weber (6/2), Lucas Hemker (3), Alexander Seinsche (2), Felix Boers, Marius Ranke (je 1).
HSG Geislar-Oberkassel – CVJM Oberwiehl 30:29 (15:16).
Die Oberwiehler hatten den Sieg schon vor Augen. Nach einer ausgeglichenen Begegnung hatten sich die Gäste in der Crunchtime auf drei Tore abgesetzt, brachten den Vorsprung aber nicht über die Bühne. Und dann nahm das Drama seinen Lauf: 29:26 (55.) führte Oberwiehl, dann folgten drei Fehler und die HSG glich zum 29:29 (59.) aus. Noch immer hatte das Team von Trainer Christian Schüttenhelm den Sieg in eigener Hand und spielte sich auch eine gute Torchance heraus. Frederik Schneider schloss 18 Sekunden vor der Schlusssirene ab, doch die Schiedsrichter hatten einen Regelverstoß gesehen. „Sie pfeifen ihm Schritte ab. Für mich ist er aber in der Wurfbewegung. Er wirft dann noch aufs Tor und die Schiedsrichter bewerten das als Ball wegwerfen. Die Entscheidung entscheidet dann das Spiel“, klagte Schüttenhelm. Da sich die Szene innerhalb der letzten 30 Sekunden ereignete waren die Konsequenzen klar: Rote Karte gegen Schneider und Siebenmeter für den Gastgeber, der Chance dankbar annahm und zum 30:29 einnetzte.
„Das ist natürlich sehr bitter und super ärgerlich, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben und mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Aber Fakt ist, wir haben es einfach nicht geschafft, das Spiel frühzeitig zu beenden und sind dann wieder nervös geworden“, so Schüttenhelm, dessen Equipe schon früher die Gelegenheit hatte, die Partie unter Kontrolle zu bringen. Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen verlaufen. Nur zweimal, beim 7:5 (12.) für die Hausherren, und beim 12:10 (21.) für die Gäste, gelang es einem Team, sich mit zwei Toren in Führung zu werfen. Nach der Pause jedoch erwischten die Oberwiehler einen guten Start und gingen mit 18:15 (34.) in Front. Erst in der Crunchtime fiel der Ausgleich, ehe das Ungemach seinen Lauf nahm. „Wir machen einfach das Spiel nicht zu und dann kam es, wie es kommen musste. Selbst die gegnerischen Fans sagten uns nach dem Spiel, dass wir einen Punkt verdient gehabt hätten. Aber dafür können wir uns auch nichts kaufen.“
Oberwiehl: Johannes Schneevogt (6), Sean Bockhacker (5), Lennart Frielingsdorf (3), Moritz Madel (3/1), Phil Nückel, Frederik Schneider, Jascha Hartmann, Artur Gartung (je 2), Jan Herhaus (2/2), Ole Knotte, Julian Klein (1).
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