HANDBALL
Völlig verrückt: Hückeswagen trotz Niederlage plötzlich gerettet
Oberberg - Die ATV-Handballer profitieren im Abstiegskampf von einem formalen Fehler eines Konkurrenten - Nümbrecht II muss nach Niederlage in Aachen weiter um den Klassenerhalt zittern - Oberwiehl verliert klar bei Rösrath/Forsbach (AKTUALISIERT).
Solinger TB – ATV Hückeswagen 32:20 (15:8).
Glück gehabt: Trotz der 18. Saisonniederlage feiern die Verbandsliga-Handballer des ATV Hückeswagen vorzeitig den Klassenerhalt. Möglich macht das ein kapitaler Fehler des TSV Aufderhöhe II. Das Team aus Solingen setzte beim 26:25-Auswärtssieg in Wuppertal Ende April einen nicht spielberechtigten Spieler ein und bekam nun rückwirkend die Punkte aberkannt. Aufderhöhe II rutschte damit vor dem Samstag auf den vorletzten Platz ab und verlor zudem im Parallelspiel mit 20:31 in Wald-Merscheid. Da der TSV am letzten Spieltag durch den Rückzug von Solingen-Gräfrath spielfrei ist, muss Aufderhöhe II nun in die Abstiegsrelegation Richtung Regionsoberliga.
„Für uns ist das natürlich erleichternd, dass wir kommendes Wochenende kein Endspiel haben. Unsere Niederlage heute tut damit auch nicht ganz so weh“, atmete ATV-Coach Markus Pabst nach dem sicheren Klassenerhalt durch. Beim Solinger TB musste er eine „absolute Notbesetzung“ aufbieten. Gleich acht Spieler fielen bei den Hückeswagenern krankheitsbedingt aus. Unter anderem musste der 51-jährige Jens Greffin im Rückraum noch einmal die Schuhe schnüren. Pabst war zufrieden mit dem Auftritt seines Rumpfkaders: „Die Jungs haben ihre Aufgabe gut gemacht. Vor allem die jungen Spieler haben das gut umgesetzt und wir haben ein paar Dinge ausprobiert.“
Sportlich waren die Oberberger allerdings von Anfang an chancenlos. Solingen übernahm über 5:1 (12.) und 11:4 (21.) sofort das Zepter. Auch nach dem Seitenwechsel kam keine Spannung mehr auf. Die Gastgeber bauten ihren Vorsprung über 20:12 (41.) und 28:16 (53.) immer weiter aus. „Trotzdem sind wir heute einfach nur glücklich“, sagte Pabst, der bewusst nicht auf die Zwischenergebnisse aus Wald-Merscheid während des Spiels geguckt hatte. Am letzten Spieltag empfängt Hückeswagen die HG LTG/HTV Remscheid II im Brunsbachtal. „Da wollen wir unseren Fans noch ein schönes letztes Heimspiel schenken, um ihnen für die gute Unterstützung während der Saison zu danken“, so Pabst. (pn)
Hückeswagen: Til Kuhlwilm (6), Arne Höhfeld, Timon Schneider (je 4), Jens Greffin (3), Hendrik von Egen (2), Maximilian Hoffmann (1).
Ergebnisse und Tabelle Staffel 3
BTB Aachen III - SSV Nümbrecht II 24:23 (13:10).
Die Verbandsliga-Männer des SSV Nümbrecht haben den ersten von zwei Matchbällen zum Klassenerhalt liegen gelassen. Beim Auswärtsspiel in Aachen fehlte den Südkreislern, die ohne Kevin Schieferdecker, Marcus Schwemke und Marius Ranke auskommen mussten, vor allem offensiv die nötige Durchschlagskraft. Nachdem der Start in die Partie bis zum 3:7 (13.) gut gelungen war, verlor die Mannschaft um Trainer Patrick Seebaum die Kontrolle über das Geschehen. „Wir sind gut in die Partie gestartet, aber dann kamen zehn bis zwölf gruselige Minuten. Das ist nicht zu erklären, wieso wir so spielen. Dadurch sind sie davongezogen“, resümierte der Übungsleiter den Durchhänger.
Nach dem 7:10 (23.) musste der SSV bis zur Pause noch einen 0:6-Lauf schlucken und lag folgerichtig mit 10:13 zurück. In Hälfte zwei legten die Gastgeber bis zum 16:11 (37.) weiter vor bis Leo Lesser ins Tor eingewechselt wurde und dem Spiel mit einigen Paraden seinen Stempel aufdrückte. Auch der bis dahin glücklose Lennart Last fand nun besser in die Partie. Mit mehreren Treffern half er den Rückstand wieder auf 17:15 (43.) zu verkürzen. Die Nümbrechter gaben nicht auf und insbesondere Alexander Seinsche und Lucas Hemker sorgten mit mehreren Toren dafür, dass sie sich über 22:20 (56.) kurz vor Schluss auf 24:23 (59.) herankämpften und nach einer Seebaum-Auszeit noch die Chance auf einen späten Ausgleichstreffer hatten.
Der Coach berichtete: „Der letzte Angriff war bezeichnet für das ganze Spiel, da er mit einem Pass ins Seitenaus endete.“ Somit feierten die Aachener im Anschluss den sicheren Klassenerhalt, während die Gäste weiter zittern müssen. „Ein Punkt wäre nicht verdient gewesen. Das war wirklich kein gutes Spiel von uns. In der Konstellation, in der sie angetreten sind, waren sie mehr als schlagbar. Aber wenn wir unsere Leistung nicht abrufen, schaffen wir das dann auch nicht“, resümierte Seebaum. Aus der Kritik nahm er Leo Lesser und Lucas Hemker heraus. Positiv für die Seebaum-Sieben: Sie haben weiterhin alles in der eigenen Hand. Da die auf Rang 13 liegende SG Monheim mit 20:42 beim TV Jahn Köln-Wahn unterging, reicht in allen rechnerisch möglichen Konstellationen ein Sieg am letzten Spieltag gegen DJK Unitas Haan III, um den Gang in die Relegation zu verhindern. (bm)
Nümbrecht II: Mats Weber (8/4), Lennart Last (6), Lucas Hemker (5), Alexander Seinsche (3), Mathis Pötzsch (1).
HSG Rösrath/Forsbach - CVJM Oberwiehl 34:26 (15:13).
Die Oberwiehler haben im Duell der Tabellennachbarn eine klare Niederlage einstecken müssen. „Letztendlich haben wir völlig verdient verloren. Rösrath war die stärkere und cleverere Mannschaft“, gestand Oberwiehls Co-Trainer Simon Oberbüscher, der den verhinderten Chefcoach Christian Schüttenhelm vertrat, die Niederlage ohne Umschweife ein. In der ersten Halbzeit bewegten sich die Teams noch auf Augenhöhe. Zwar führte die HSG meist, schaffte es nicht, sich weiter als drei Tore von den Gästen abzusetzen und so pendelte der Abstand stets zwischen einem und drei Toren. „Wir sind gut ins Spiel gestartet. Man hat gemerkt, dass beide Teams noch voll in der Saison waren und das Spiel gewinnen wollten. Wir gehen mit nur zwei Toren Rückstand in die Pause, geben das Spiel nach dem Seitenwechsel dann aber aus der Hand. Wir haben uns gute Möglichkeiten herausgearbeitet aber zu viel verworfen. Die Chancenverwertung war viel zu schwach“, hatte Oberbüscher das Hauptproblem im Angriff ausgemacht.
Über 19:17 (37.) ging es hinauf auf 24:18 (42.) und Oberwiehl nahm eine Auszeit. „In der Abwehr hatten wir Schwierigkeiten in der Abstimmung im Mittelblock. Wir haben die Abwehr dann offensiver eingestellt“, erklärte Oberbüscher. Im Angriff blieb es derweil bei der schwachen Chancenverwertung und auch in der Deckung fehlte der Zugriff vor allem auf Nick Kutter und Niclas Balz, die, wie schon im Hinrundenspiel, Dreh- und Angelpunkt der Hausherren waren und insgesamt 20 Tore warfen. „Schade, dass es heute nicht gereicht hat. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, hätte Rösrath vielleicht mit drei Toren gewonnen. So ist das Ergebnis etwas zu hoch ausgefallen. Wir haben jetzt noch ein Spiel zu Hause und hoffen da einen schönen Saisonabschluss feiern zu können“, blickte Oberbüscher bereits auf die letzte Saisonpartie gegen die Drittvertretung von BTB Aachen. Bitter für den CVJM ist derweil die Verletzung von Sean Bockhacker, der sich in der zweiten Halbzeit die Schulter auskugelte. (thg)
Oberwiehl: Artur Gartung (7/1), Julian Klein (4), Frederik Schneider, Jan Herhaus (je 3), Moritz Madel, Phil Nückel, Ole Knotte, Sean Bockhacker (je 2), Jan-Philipp Sträßer (1).
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