HANDBALL

Kurios: Jugendschutz verhindert zweites Halbfinale

pn; 06.03.2026, 21:17 Uhr
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Kurios: Jugendschutz verhindert zweites Halbfinale

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pn; 06.03.2026, 21:17 Uhr
Oberberg – Gelpe/Strombach zieht kampflos ins Endspiel des Kreispokals ein – Marienheide/Müllenbach kann wegen seines vollen Spielplans nicht antreten und zieht zurück.

Spiele werden im Handball häufiger abgesagt. Der Grund für die Absage des Kreispokal-Halbfinales der Frauen zwischen dem HC Gelpe/Strombach und der HSG Marienheide/Müllenbach verdient allerdings einen Platz in jeder Kuriositätenliste. Die DHB-Jugendschutzbestimmungen und ein voller Terminplan verhindern, dass Marienheide/Müllenbach antreten kann.

 

In Paragraf 22 der DHB-Spielordnung heißt es seit dieser Saison „Jugendliche dürfen innerhalb von 50 Stunden nur in zwei Spielen über die volle Spielzeit mitwirken, ausgenommen sind Turnierspiele mit verkürzter Spielzeit“. Bis zum vergangenen Sommer galt noch eine 48-Stunden-Frist. Für Marienheide/Müllenbach ist dieser Passus von entscheidender Bedeutung, weil das Team von Michael Debus mit seiner kompletten A-Jugendmannschaft auch im Seniorenbereich antritt.

 

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Vom Handballkreis Oberberg (HKO) gab es für die Austragung der beiden Halbfinals eine Frist bis zu den Osterferien. Spielwart Karl-Walter Marx begründet die Fristsetzung mit dem Vorlauf, den der HKO für die Organisation des großen Endspieltags am 1. Mai benötigt. Den Vereinen hatte er laut eigener Aussage schon im Vorfeld mehrere Möglichkeiten zum Spielen genannt.

 

Marienheide/Müllenbach kann dem inzwischen aber nicht mehr nachkommen, ohne gegen die DHB-Jugendschutzbestimmungen zu verstoßen. Bis zu den Osterferien hat der kleine Debus-Kader noch fünf Spiele in der Jugend-Regionalliga zu absolvieren, davon drei unter der Woche. Hinzu kommen für den Tabellenführer der Verbandsliga Frauen noch drei weitere Ligaspiele im Seniorenbereich.

 

„Bei uns ist alles knüppeleng mit der Jugend und dem Frauenteam. Wir haben kein Polster“, sagt HSG-Trainer Michael Debus. Selbst wenn die Mannschaft keine Ausfälle zu beklagen hat, stehen dem Trainerteam gerade einmal zehn Spielerinnen zur Verfügung. Bereits mehrfach musste Marienheide/Müllenbach in dieser Saison mit acht oder neun Spielerinnen auskommen. „Ein weiteres Spiel vor Ostern hätten auch die Eltern nicht mitgemacht. Wir wollten unmittelbar nach den Osterferien spielen, was aber abgelehnt wurde. In Absprache mit den Mädchen haben wir daher entschieden, dass wir raus aus dem Pokal sind. Wir haben andere Prioritäten“, so Debus.

 

Im Endspiel des Kreispokals kommt es damit zur Neuauflage des letztjährigen Finals zwischen Gelpe/Strombach und den HBD Löwen Oberberg. Die beiden Halbfinals der Männer stehen ebenfalls noch aus. Auf Nachfrage sagte Marx, dass diese ebenfalls bis zu den Osterferien gespielt sein müssen.

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