HANDBALL
Löwen bleiben nach Schlösser-Show Letzter
Oberberg – Die oberbergischen Vertreten stecken zur Herbstpause im Tabellenkeller fest - Gummersbach verliert in Birkesdorf – Nümbrecht leistet sich gegen Köln erneut einen mehrminütigen Blackout - 'Sportsbar Lutter' präsentiert die Handball-Oberliga (AKTUALISIERT).
HBD Löwen Oberberg – TV Palmersheim 26:34 (12:15).
Als einziges Team der Oberliga gehen die Handballer HBD Löwen Oberberg mit null Punkten in die Herbstpause. Das Team von Marijan Basic unterlag am Sonntag Tabellenführer Palmersheim in eigener Halle mit 26:34. Schon im Vorfeld hatte Spielertrainer der Löwen gesagt, dass man gegen den Spitzenreiter nichts zu verlieren habe. Und so traten die Oberberger zunächst auch auf. Im Vergleich zum blutleeren Auftritt in der Vorwoche bei MTV Köln II waren die Löwen kaum wiederzuerkennen. Gegen Palmersheim agierten sie mit deutlich mehr Willen und Leidenschaft. „Die Jungs haben gut reagiert, aber am Ende hat uns auch heute der letzte Punch vor dem gegnerischen Tor gefehlt“, meinte Basic nach dem Abpfiff.
[Tobias Weiler erzielte vier Tore.]
Über 3:5 (10.) spielten die Gastgeber zunächst ohne Druck auf und gingen mit 8:6 (15.) in Führung. Es folgte allerdings die große Show von Simon Schlösser und Marius Schmitz. Das Rückraumduo hatte beim Abpfiff 23 der 34 Gästetore erzielt. Allein Schlösser traf 15-mal und verteilte zudem fleißig Assists. Das Match kippte zum 8:12 (25.) und 10:15 (29.). Immerhin konnten die Löwen bis zur Pause aber noch einmal verkürzen. Nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherren bis zum 18:20 (40.) noch in Schlagdistanz, dann kamen die Akkus mancher Spieler aber allmählich in den roten Bereich.
Palmersheim zeigte sich gnadenlos und baute den Vorsprung über 21:26 (46.) und 24:31 (53.) sukzessive aus. In der Schlussphase ließ Basic schließlich die junge Garde spielen. „Wir haben uns gut verkauft“, fand der Löwencoach. Aber auch ihm waren die Baustellen im Kader nicht verborgen geblieben. Besonders vom Kreis strahlten die Löwen keinerlei Torgefahr aus. „Diese Tore fehlen uns. Auch unsere Leistungsträger müssen noch mehr Eigenverantwortung übernehmen und zeigen, dass sie da sind“, so Basic, der sich zumindest aber über eine gute Leistung von Torhüter Marvin Röttel sowie die steigende Formkurve von Shooter Tobias Mlynczak freute. In der Herbstpause plant er durchzutrainieren. „Wir müssen versuchen, die Jungs besser zu machen. Unsere Nachwuchsspieler sind technisch gut ausgebildet, ihnen fehlt aber weiter die Körperlichkeit“, so der Löwencoach. (pn)
HBD Löwen: Antony Hudak-Domokos (7), Tobias Mlynczak, Till Malek, Marko Köster (je 4), Tobias Weiler (4/1), Marijan Basic (2), Fabio Brogno (1).
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[Tobias Mlynczaks Formkurve zeigte gegen Palmersheim nach oben.]
TV Birkesdorf – VfL Gummersbach II 26:24 (11:13).
Die Handballer des VfL Gummersbach II kommen im Tabellenkeller der Oberliga nicht vom Fleck. In Birkesdorf kassierte das Team von Trainer Joao Caracóis Palma nach dem Lichtblick in Köln vergangene Woche bereits die vierte Niederlage im fünften Spiel. Der Portugiese sah dabei kein schlechtes Spiel seiner Mannschaft, besonders im zweiten Durchgang machten die Oberberger dann aber doch zu einfache Fehler und brachten Birkesdorf so zurück ins Spiel. Zunächst entwickelte sich ein ausgeglichenes Match. Über 3:2 (4.) und 5:6 (10.) nahmen nun auch beide Abwehrreihen zunehmend ihre Arbeit auf. Über 9:8 (22.) sorgten ein Doppelschlag von Ben Graap sowie der Treffer von Hugo Fleisch beim 9:11 (27.) für die erste Zwei-Tore-Führung.
[Mit sieben Toren bester Löwen-Torschütze: Antony Hudak-Domokos.]
„Wir waren in der ersten Hälfte sehr beständig“, fand Caracóis Palma, der erneut auf einen völlig neu zusammengewürfelten Kader bauen musste. Doch nach dem Seitenwechsel kippte das Momentum zügig zugunsten der Gastgeber. Den Birkesdorfer Blitzstart nach der Pause krönte Filip Janiec mit dem 15:14 (34.). In der Folge bauten die Gastgeber den Vorsprung zum 21:17 (46.) aus. Die VfL-Handballer bäumten sich noch einmal auf und kamen durch Marius Mühlbeier auch zum 25:24-Anschlusstreffer (56.). Zu mehr reichte es allerdings nicht. Kanji Furuta sorgte 20 Sekunden vor dem Ende für die Entscheidung. „Wir hatten einige Pässe unter Kontakte, die wir einfach nicht spielen dürfen. In den entscheidenden Momenten haben wir Birkesdorf damit zu einfache Ballgewinne gegeben, die am Ende den Unterschied ausgemacht haben“, so der VfL-Coach. (pn)
Gummersbach II: Ben Graap (7), Cedric Hitscher (6/1), Hugo Fleisch (4), Marius Mühlbeier (3), Sota Shimizu, Kristzofer Horvath (je 2).
SSV Nümbrecht – 1. FC Köln 30:32 (13:16).
Wie schon gegen den Aufsteiger VfL Bardenberg am vergangenen Wochenende stehen die Nümbrechter nach 60 Minuten mit leeren Händen da. Erneut brachte eine Schwächephase den SSV ins Hintertreffen. „Das ist natürlich nicht zufriedenstellend. Wir kommen eigentlich gut ins Spiel und liegen auch 12:10 vorne. Dann haben wir wieder einen Blackout und gegen mit drei Toren Rückstand in die Pause. Klar, das sind junge Leute, die Fehler machen. Aber wir verlieren völlig unseren Plan, schließen viel zu hastig ab und ermöglichen den Kölnern damit leichte Tore“, ärgerte sich Nümbrechts Trainer Manuel Seinsche über den Spielverlauf.
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[Simon Schlösser bekamen die Löwen überhaupt nicht in den Griff. Der drittligaerfahrene Spielmacher erzielte 15 Tore.]
Nach der Pause zeigte sich der Gastgeber wieder zurück in der Spur und stets auf Augenhöhe mit dem Gegner, lief dem Rückstand aber bis in die Schlussphase hinterher. In Minute 50 war endlich der 25:25-Ausgleich geschafft, doch beim Stand von 26:26 (52.) brachte eine Disqualifikation des SSV erneut aus dem Tritt. Benedikt Opitz lief seinem Gegenspieler beim Tempogegenstoß unabsichtlich in die Beine und sah die Rote Karte. In Unterzahl gerieten die Nümbrechter erneut mit drei Toren in Rückstand und die Aufholjagd war dahin. „Wir haben nach der Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt und sind zurückgekommen. Dann sind wir wieder hinten und kämpfen uns wieder zurück. Wir haben dann sogar zwei Chancen, in Führung zu gehen, machen dann aber wieder Fehler. So wird es schwer, etwas mitzunehmen“, trauerte Seinsche den vergebenen Chancen hinterher.
Ein Fehlwurf und ein schwacher Pass an den Kreis sorgten für die Ballverluste, die die Domstädter eiskalt nutzten, um sich die Punkte zu holen. „Natürlich, wir mussten in der Abwehr improvisieren. Der Ausfall von Fabian Benger und Paul Borisch wiegen schwer. Aber ich erwarte dennoch, dass wir so ein Spiel für uns entscheiden. Das gehört zum Lernprozess. Aber die Niederlage war vermeidbar“, sagte Seinsche der ausdrücklich Philipp Donath heraushob. „Er musste fast ganz durchspielen und hat acht Tore gemacht. Da hat einer seine Chance genutzt.“ Seinsche ist mehr als glücklich, dass jetzt die Herbstpause kommt. „Wir müssen die Zeit jetzt nutzen, um uns zu regenerieren und einige kleine Verletzungen auszukurieren, um nach der Pause für die nächsten Aufgaben gewappnet zu sein. In den vergangenen Wochen war der Trainingsbetrieb nur sehr eingeschränkt möglich.“ (thg)
Nümbrecht: Philipp Donath, Dominik Donath (je 8), Lennart Last (6), Marcel Miebach, Benedikt Opitz (je 2), Johannes Urbach, Mathis Pötzsch, Magnus Hosan (je 1), Niklas Witthaut (1/1).
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