HANDBALL
Sigurdsson nach Topspielsieg: „Auf dem Boden bleiben“
Gummersbach – Der VfL Gummersbach ist am Donnerstagabend in Göppingen gefordert und trifft dort auf einen zuletzt verletzungsgebeutelten Gegner - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
FRISCH AUF! Göppingen – VfL Gummersbach (Donnerstag, 19 Uhr).
Gegen den ungeschlagenen Tabellenführer war es am Sonntag endlich so weit: Die Handballer des VfL Gummersbach haben den Bock umgestoßen und mit der SG Flensburg-Handewitt erstmals in dieser Saison ein Topteam in der Handball-Bundesliga (HBL) besiegt. Bekommt die Saison des VfL, die angesichts des komplizierten Auftaktprogramms mit 10:8 Punkten bislang eher mäßig verlaufen ist, nun einen neuen Drive?
Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson will in die Diskussion nicht einsteigen. Er sieht die guten Leistungen, die sein Team über weite Strecken gegen Magdeburg und Kiel gezeigt hat. „Auch gegen Berlin haben wir guten Handball gespielt“, findet er. Doch auch der Isländer weiß natürlich, dass Handball auch ein Ergebnissport ist und dieser Sieg gegen Flensburg Kräfte freisetzen kann. Und trotzdem mahnt er vor den beiden ausstehenden Spielen diese Woche davor, dass „wir demütig und auf dem Boden bleiben und uns auf die nächsten schweren Aufgaben vorbereiten sollten“.
Bevor Gummersbach am Sonntag Balingen zum Nachholspiel in der SCHWALBE arena empfängt, müssen die Oberberger am Donnerstagabend zunächst zu FRISCH AUF! Göppingen in die EWS Arena. Ein Gegner, der mit 6:4 Punkten eigentlich gut in die Saison gestartet war, dann nach einigen Verletzungen aber im Oktober vier Niederlagen in Folge kassierte. Vergangenen Freitag gelang dem Team von Trainer Ben Matschke gegen den ThSV Eisenach mit einem klaren 34:26-Heimsieg aber zumindest ein kleiner Befreiungsschlag. Aktuell stehen die Süddeutschen mit 8:12 Punkten auf Rang elf, zwei Plätze hinter dem VfL Gummersbach.
„Das ist eine gute Mannschaft, die vor allem zuhause immer brandgefährlich ist“, findet Sigurdsson. Göppingen stelle eine aggressive und variabel agierende 6:0-Abwehr und sei offensiv aufgrund der Verletzungen zuletzt durchaus einfallsreich unterwegs gewesen. Längerfristig fallen vor allem der Ex-Gummersbacher Ole Pregler (Schulter-OP) und Abwehrchef Ymir Gislason (Mittelhandbruch) aus. Zwischenzeitlich fehlten auch Linksaußen-Dauerbrenner Marcel Schiller und die beiden Kreisläufer Ludvig Jurmala und Sascha Brodbeck.
„Durch die Verletzungen haben sie zuletzt viel ohne Kreisläufer agieren müssen, haben dafür mit vier Rückraumspielern oder Einläufern gespielt“, sagt Sigurdsson. Ihr Hauptaugenmerk müssen die Oberberger vor allem auf den torgefährlichen Spielmacher Elias Nevel (50 Tore) legen. Erhöhte Gefahr geht aber auch vom Rückraumlinken Oskar Neudeck (34 Tore) und seinem rechten Pendant Erik Persson (30 Tore) aus.
„Sie haben mehr als genug Spieler, die Eins-gegen-Eins gehen und gut werfen können“, so der VfL-Coach weiter, für den wie schon gegen Flensburg vor allem die eigene Defensive der Schlüssel zum Erfolg sein wird, um zu einfachen Gegenstoßtoren zu kommen. Sein Comeback könnte auch Tom Kiesler gegen Göppingen geben. Der Abwehrspezialist stand am Sonntag nach seinen Knieproblemen zwar wieder im Kader, wurde gegen Flensburg aber nicht eingesetzt.
„Es tut gut, ihn dabei zu haben. Er ist auch auf der Bank eine große Unterstützung“, unterstreicht Sigurdsson die Bedeutung des Nationalspielers. Man wolle aber nicht den Fehler wiederholen, den 25-Jährigen zu schnell zu belasten, sondern ihn langsam auftrainieren. „Er wird in Göppingen hoffentlich ein paar Minuten spielen können und gegen Balingen dann schon mehr“, so der Isländer. Ob Kay Smits heute mit nach Göppingen reisen wird, war am Montag hingegen fraglich. Den Niederländer plagen weiterhin Rückenprobleme.
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