HANDBALL

Coup in Kiel: VfL gelingt historischer Auswärtserfolg

db; 28.02.2026, 21:35 Uhr
Archivfoto: Thomas Wirczikowski --- Julian Köster erzielte sieben Tore gegen seinen künftigen Arbeitgeber.
HANDBALL

Coup in Kiel: VfL gelingt historischer Auswärtserfolg

  • 0
db; 28.02.2026, 21:35 Uhr
Gummersbach – Der VfL Gummersbach gewinnt nach fast 20 Jahren wieder beim THW Kiel – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Als der VfL Gummersbach das letzte Mal ein Auswärtsspiel beim THW Kiel gewann, war einen Tag zuvor der Spatenstich für den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) erfolgt. Es war der 06. September 2006, als der damals noch Rekordmeister aus dem Oberbergischen mit 39:37 bei den Zebras gewann. Die ersten Flugzeuge hoben erst rund 14 Jahre später aus Berlin ab. Bis zum nächsten VfL-Erfolg beim heutigen Rekordmeister sollte es fast 20 Jahre dauern. Am heutigen Abend gelang der Mannschaft von Trainer Gudjon Valur Sigurdsson nach zwei Jahrzehnten Anlauf ein historischer Auswärtserfolg.

 

THW Kiel– VfL Gummersbach 26:34 (15:14).

 

Julian Köster, der bekanntlich im Sommer nach Kiel wechseln wird, war damals übrigens sechs Jahre alt. „Es war schon ein besonderes Spiel. Ich war angespannter als sonst, wenn man ein letztes Mal als Gegner im zukünftigen Wohnzimmer gegen die neuen Teamkollegen spielt“, sagte er nach dem Spiel bei DYN.

 

WERBUNG

 

Ellidi Vidarsson berichtete über die intensive Vorbereitung auf den heutigen Gegner, die sich ausgezahlt hatte. „Wir haben vier Trainingseinheiten für das Spiel hier in Kiel verwendet und drei, vier Stunden Videos geguckt“, sagte der Isländer und erklärte mit Blick auf die historische Bedeutung des Sieges: „Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.“

 

Vidarsson und Köster waren mit neun bzw. sieben Toren die besten Werfer des VfL. Besonders für den Isländer war es eine Genugtuung, nachdem er als Pechvogel aus der Niederlage im Hinspiel hervorgegangen war.

 

Zum Spiel: Gummersbach startete stark in die Partie. Dominik Kuzmanović verbuchte in der Anfangsphase fünf Paraden. Die ersten beiden Tore für Gummersbach erzielte Köster.

 

Nach sieben Minuten lag der VfL mit 6:3 in Führung. In der Folge blieb das Spiel zwar intensiv, wurde aber deutlich torärmer. Bis zur 17. Minute gelangen den Gästen nur zwei Treffer – 8:6 für Gummersbach. Kurz darauf erzielte Kiel den Ausgleich und ging dann selbst erstmals mit 9:8 in Führung.   

 

Sigurdsson rief seine Mannschaft zur Auszeit zusammen und kritisierte lautstark das Zweikampfverhalten seiner Jungs, die für seinen Geschmack auch zu viel Zeit für Diskussionen mit den Unparteiischen verschwendeten.

 

Köster brachte Gummersbach wieder mit 10:9 in Führung. Es blieb ein enges Spiel, in dem der VfL mehrfach mit einem Tor vorlegen konnte. Dann scheiterte Köster am frisch eingewechselten THW-Keeper Gonzalo Perez de Vargas und im Gegenzug traf Kiel zur 13:12-Führung.

 

Mit 15:14 für den Rekordmeister ging es in die Kabine. Normalerweise ein Halbzeitergebnis, mit dem Gummersbach in Kiel leben könnte. Angesichts der Spielanteile, besserer Wurfquote und mehr gehaltener Bälle mussten sich die Blau-Weißen dennoch etwas ärgern.

 

„Wenn wir vorne unsere Zweikämpfe gewinnen, können wir hier in Kiel führen“, sagte Tom Kiesler im Halbzeit-Interview bei DYN.

 

Es folgte eine zweite Halbzeit, die selbst in der ruhmreichen Geschichte des VfL Gummersbach einen besonderen Platz einnehmen dürfte. Die Oberberger starteten mit drei Treffern und lagen wieder mit 17:15 in Führung.

 

Die Kieler kamen aber ihrerseits wieder heran. In die letzten 20 Minuten ging es mit 18:18. Die folgenden fünf Spielminuten entschieden dann das Spiel: Gummersbach spielte sich in einen Rausch und zog mit einem 7:0-Lauf auf 25:18 davon.

 

In dieser Phase nutzte die Mannschaft das 7 gegen 6 des THW gnadenlos aus. „Es ist natürlich leichter, das Tor zu treffen, wenn Gonzalo Perez de Vargas und Andreas Wolff nicht drinstehen“, sagte Vidarsson. Und Köster ergänzte: „Das war der Schlüssel zum Sieg.“

 

Vidarsson und Köster hoben in den Interviews nach Spielschluss außerdem ihre Kollegen Stepan Zeman, Tom Kiesler und Dominik Kuzmanović (20 Paraden) hervor, die insbesondere in dieser Phase hinten alles dicht machten und dem VfL so einfache Tore ermöglichten.

 

Die Schlussphase konnten Mannschaft und mitgereiste Fans dann weitgehend genießen und feierten am Ende einen hochverdienten Auswärtserfolg.

 

Gummersbach: Kuzmanović (20 Paraden), Obling; Vidarsson (9), Köster (7), Schluroff (6), Häseler (3), Kodrin (2), Hallbäck (2), Smits (2), Vujovic (1), Einarsson (1), Kiesler (1).

 

Spielfilm: 1. Hz 0:1, 3:6, 6:7, 8:8, 9:8, 9:10, 13:12, 15:14 2. Hz. 15:17, 17:17, 18:25, 22:30, 26:34.

 

KOMMENTARE

0 von 800 Zeichen
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.
Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
WERBUNG