HANDBALL
Trainer sauer: Sigurdsson erwartet gegen die Löwen ein anderes Gesicht
Gummersbach – Vor dem Auswärtsspiel bei den Rhein-Neckar Löwen hallt beim VfL Gummersbach das Derby-Remis gegen den Bergischen HC noch nach – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
Rhein-Neckar Löwen – VfL Gummersbach (Donnerstag, 20:30 Uhr).
Nicht nur bei den VfL-Handballern herrschte nach dem Derby-Remis gegen den Bergischen HC Frust, auch Trainer Gudjon Valur Sigurdsson hatte an dem 29:29 zu knabbern. Er könne nicht behaupten glücklich zu sein, obwohl sein Team die glücklichere Mannschaft sein müsste, weil der Gegner die deutlich bessere Mannschaft war, hatte der Isländer nach dem Match gesagt. Eine Meinung, an der sich auch mit einigen Tagen Abstand wenig geändert hat.
Enttäuscht und wütend sei er gewesen und habe das der Mannschaft auch deutlich kommuniziert, sagt Sigurdsson vor dem zweiten Match der englischen Woche gegen die Rhein-Neckar Löwen am Donnerstagabend. Großen Respekt vor der Leistung des BHC habe er, „aber mit unserem Einsatz, unserer Intensität und unserer Energie in der ersten Hälfe war ich nicht einverstanden. Das kann und werde ich nicht akzeptieren“, so der VfL-Coach. Die Leistung habe sich zuvor auch nicht angedeutet. Trainingseindrücke und die letzten Auftritte in der Liga hätten gestimmt, meint er.
Was ihn vor allem stört, ist ein sich ständig wiederholendes Muster. Zu häufig haben die VfL-Handballer Probleme im Abschluss (wie beim Pokal-Aus in Lemgo) oder zu viele technische Fehler. Gegen den BHC war die Wurfquote mit über 70 Prozent ein Topwert. Das Genick gebrochen haben den Oberbergern die 13 technischen Fehler, die vor allem im Tempospiel nach vorne passiert seien. Auch die Defensive, wo man Sören Steinhaus nicht unter Kontrolle bekam, war ein Faktor - für Sigurdsson „alles Kopfsache“.
Gleichzeitig nimmt er aber auch einen Teil der Schuld auf sich. „Es war definitiv ein Fehler im letzten Angriff keine Auszeit zu nehmen“, sagt er. Zwar sei bereits in der BHC-Auszeit eine Minute zuvor taktisch alles vorbesprochen gewesen und Sigurdsson erkannte zudem eine gute Situation auf der rechten Rückraumseite, trotzdem wäre die Auszeit im Nachhinein die richtige Entscheidung gewesen, so der Isländer: „Ich hätte Ole Pregler damit aus der Situation befreien können und wir hätten im Sieben gegen Sechs spielen können. Leider kann ich daran nichts mehr ändern.“
In der Mannheimer SAP Arena erwartet die Oberberger mit den Rhein-Neckar Löwen nun ein Team, das zuletzt auch wechselhafte Ergebnisse hatte. Die Formkurve zeigte in den vergangenen Wochen aber wieder ein wenig nach oben. Auf die überraschende 27:30-Pleite beim BHC und die knappe 30:33-Heimniederlage gegen Berlin folgten ein 30:23-Auswärtserfolg in Wetzlar und ein souveräner 35:27-Sieg gegen Erlangen. Mit 16:14 Punkten liegen die Süddeutschen derzeit zwei Plätze hinter dem VfL Gummersbach (21:9 Punkte) auf Rang acht der Handball-Bundesliga.
Unter ihrem neuen Trainer Maik Machulla spielen sie einen anderen Handball als noch in der vergangenen Saison. „Ohne Juri Knorr sind sie wieder über mehr Positionen gefährlich“, findet Sigurdsson. Die beiden Spielmacher Haukur Thrastarson (70 Tore, 79 Assists) und Dani Baijens (57 Tore, 30 Assists) machen das Spiel schnell. Profiteure sind vor allem die beiden Halbrechten Edwin Aspenbäck und Lukas Sandell sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Der Nationalspieler ist mit 86 Toren (Wurfquote: 85 Prozent) nicht nur bester Torschütze der Löwen, sondern für den VfL-Coach auch der „wahrscheinlich beste Kreisläufer der Liga“. Auch zwischen den Pfosten haben die Mannheimer mit DHB-Keeper David Späth (146 Paraden) enorme Qualität.
„Sie haben die Saison gut begonnen, haben dann etwas nachgelassen, sich aber auch wieder gefangen“, meint Sigurdsson, der mit einem Angriffsspektakel rechnet, „wenn wir unser Niveau erreichen“. Eher unwahrscheinlich ist, dass dabei Kay Smits mitwirken wird. Der Niederländer hatte nach dem Remis in Flensburg ein Zwicken im Oberschenkel gespürt und wurde gegen den BHC nicht eingesetzt. Auch im Mannschaftstraining fehlte er laut Sigurdsson unter der Woche noch: „Wir hätten seinen Einsatz durchboxen können, aber wahrscheinlich nicht, ohne dabei etwas kaputt zu machen. Wir müssen abwarten, ob ein Einsatz diese Woche überhaupt realistisch ist.“ Am Sonntag wartet auf den VfL schließlich noch das Heimspiel gegen den SC Magdeburg.
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