HANDBALL
Gelpe/Strombach trennt sich von Rodriguez im Sommer
Gummersbach - Der Handball-Regionalligist nennt unterschiedliche Auffassungen über die sportliche, strukturelle und personelle Ausrichtung als Grund für die Trennung - Rodriguez sieht seine Arbeit vom Vereinsumfeld nicht gewürdigt.
Von Peter Notbohm
Schluss im Sommer: Daniel Rodriguez sitzt in der kommenden Saison nicht mehr auf der Bank beim HC Gelpe/Strombach. Das gab der Handball-Regionalligist am Donnerstag offiziell bekannt. Als Grund nennt HC-Handballchef Hartmut Markeli „unterschiedliche Auffassungen über die künftige, sportliche, strukturelle und personelle Ausrichtung der Mannschaft“, weshalb die Trennung nach der Saison unvermeidlich gewesen sei. Neben Rodriguez wird auch Co-Trainer Eduard Debnar keinen neuen Vertrag bekommen.
Das sei das Ergebnis gemeinsamer Gespräche mit dem Trainerteam sowie der Mannschaft. „Wir sind Daniel und Eduard sehr dankbar, dass sie die Mannschaft nach dem personellen Umbruch im vergangenen Sommer übernommen und eine gute Basis geschaffen haben“, sagt Markeli. Die Entscheidung habe nichts mit der aktuellen sportlichen Situation zu tun, betont er. Gelpe/Strombach steht acht Spieltage vor dem Saisonende mit 14:22 Punkten derzeit auf Platz zehn der Regionalliga und kämpft um den Klassenerhalt.
Markeli ist überzeugt, dass das Trainerteam den Abstieg mit der Mannschaft verhindern wird, „weshalb wir ihnen auch ganz klar das Vertrauen bis zum Saisonende ausgesprochen haben“. Mit möglichen Nachfolgern befinde sich der Verein in Gesprächen. Auch bei der Verpflichtung neuer Spieler befinde man sich auf der Zielgeraden und wolle die Namen zu gegebener Zeit bekanntgeben.
Rodriguez zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung des Vereins und spricht von keiner einvernehmlichen Trennung: „Ich habe neun Jahre lang alles für den Verein gegeben und denke, ich wäre weiterhin der richtige Trainer für die Zukunft gewesen. Ich hätte hier gerne noch mehr bewegt.“ Der frühere Spielmacher hatte zunächst die zweite Frauen-Mannschaft des HC trainiert. Anschließend übernahm er nach zwei Jahren die zweite Herren-Mannschaft, leitete dort einen Umbruch ein und führte das Team vergangene Saison in die Oberliga. Im Sommer folgte der Wechsel in die erste Mannschaft, wo er ebenfalls einen Umbruch einleiten sollte.
„Mit Gerry Müller und Hartmut Markeli hatte ich stets eine gute Zusammenarbeit, aber im Umfeld gab es immer wieder Unstimmigkeiten, sodass ich nie eine richtige Chance bekommen habe. Leider wurde dort so ein Druck aufgebaut, dass man nun meint, einen Trainerwechsel vornehmen zu müssen“, sagt Rodriguez. Ihn störten schon in den vergangenen Wochen die immer wieder aufkeimenden Gerüchte, wonach er kurz vor einer Entlassung stehen soll. Auch die Abgänge mehrerer Spieler in Richtung 3. Liga zur kommenden Saison seien ihm fälschlicherweise angelastet worden, sagt er: „Die Jungs haben uns wegen ihrer eigenen sportlichen Ambitionen oder zu großen Distanzen zu ihrem Wohnort verlassen. Nicht wegen mir.“
Der Umbruch im Sommer sei schwierig gewesen, weil man neben Julian Mayer, Alexandre Brüning und Florian Panske auch plötzlich auf die eingeplanten Ole Windhorst und Kai Lüsebrink habe verzichten müssen. „Teilweise hatten wir nur drei, vier Rückraumspieler und stehen sportlich trotzdem gut da“, sagt Rodriguez und verweist auch auf die vielen Eigengewächse der zweiten Mannschaft, die er im Laufe der Jahre mitentwickelt hat und die nun auch im Regionalligakader zunehmend Verantwortung übernehmen.
Bis zum Sommer wolle er alles geben, um den Klassenerhalt gemeinsam mit der Mannschaft zu realisieren, danach werde er den Verein aber definitiv verlassen. Ob er dann eine Pause machen werde oder ein anderes Team übernimmt, wisse er noch nicht, sagt der Spanier. Erste Anfragen habe er aber bereits erhalten. „Ich bedanke mich beim Vorstand und bei all meinen Trainerkollegen für neun Jahre Vertrauen in meine Arbeit. Vor allem die Zeit mit unserer Zweiten Herren habe ich sehr genossen“, so Rodriguez.
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