HANDBALL
Der siebte Feldspieler bereitet Gummersbach keine Kopfschmerzen
Gummersbach - Gegen den HC Eurofarm Pelister feiert Gummersbach in der European League einen ungefährdeten 38:28-Heimsieg - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach – HC Eurofarm Pelister 38:28 (20:15).
Der VfL Gummersbach hat den nächsten Grundstein für das Weiterkommen in der European League gelegt. Das Team von Gudjon Valur Sigurdsson besiegte am Dienstagabend am dritten Spieltag der Gruppenphase den nordmazedonischen Vertreter HC Eurofarm Pelister mit 38:28. Unter donnerndem Applaus der 3.177 Zuschauer verließen die VfL-Handballer das Parkett der SCHWALBE arena. Gegen phasenweise ideenlos wirkende Gäste hatten die Oberberger einen souveränen Start-Ziel-Sieg herausgeworfen.
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[Das Trainerduell entschied Gudjon Valur Sigurdsson (li.) klar für sich. Lino Červar (r.) hielt lange am siebten Feldspieler fest.]
„Das war heute eine sehr gute Performance von den Jungs und eine konzentrierte Leistung“, freute sich Sigurdsson nach dem Match. Der Isländer lobte sein Team insbesondere für eine starke Abwehrleistung und die Effektivität vor dem gegnerischen Tor: „Wir haben wenige Fehler gemacht und hatten eine gute Wurfquote.“ HC-Trainer Lino Červar gratulierte Gummersbach zu einem verdienten Sieg: „Wir wussten vorher, dass das heute ein sehr schweres Spiel wird. In der ersten Viertelstunde haben wir gut gespielt und mitgehalten, aber gerade in der zweiten Halbzeit hat Gummersbach dann seine ganze Klasse gezeigt. Ich hoffe, dass wir im Rückspiel ein anderes Spiel zeigen können.“
Gummersbach musste wie befürchtet ohne Tom Kiesler (Zwicken im Knie) und Kay Smits (erneute Rückenprobleme) auskommen, die sich vergangene Woche beim Auswärtsspiel in Logrono erneut verletzt hatten. Das Match begann zunächst ausgeglichen. Die Gäste aus Nordmazedonien agierten von Beginn an konsequent mit dem siebten Feldspieler und zwei Kreisläufern. Defensiv vertraute der kroatische Weltmeistercoach Červar hingegen auf eine 5:1-Deckung gegen den VfL.
Über 0:2 (3.) legten die Gäste zunächst bis zum 2:3 (5.) vor. Doch ein verworfener Roganovic-Siebenmeter sollte dann zur Initialzündung für Gummersbach werden. Angetrieben vom agilsten Gummersbacher Alex Dujshebaev drehten die Gastgeber das Match zum 5:3 (8.). Die Gäste strahlten hingegen fast nur Gefahr über ihre beiden bulligen Kreisläufer Samoil Ristevski und Zharko Peshevski aus, die immer wieder mit Rückhandpässen aus dem Rückraum gefüttert wurden.
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[Gardar Sindrason bekam von Sigurdsson die nächste Bewährungschance.]
Bis zum 7:7 (12.) verlief das Match noch ausgeglichen, dann erhöhten Miro Schluroff und Kristjan Horzen beim 9:7 (14.) erstmals auf zwei Tore. Wenig später war es Bertram Obling, der nach einem gehaltenen Ball ins verwaiste Tor der Gäste zum 12:9 (19.) traf. Mathis Häseler und Kapitän Ellidi Vidarsson legten sofort zum 14:9 (21.) nach. Bis zur Pause verwaltete Gummersbach den Vorsprung souverän, auch weil Filip Kuzmanovski, der am zweiten Spieltag in Danzig noch 15 Tore erzielt hatte, mehr damit beschäftigt war, mit den dänischen Schiedsrichtern zu hadern.
Nach dem Seitenwechsel wechselten beide Trainer zwischen den Pfosten. Zudem stellten die Gäste auf eine 6:0-Defensive um, blieben aber zunächst bei der Taktik des siebten Feldspielers. Hatte Gummersbach in Spanien vor einer Woche noch viermal das leere Tor verfehlt, schienen die VfL-Handballer in den vergangenen Tagen eine Extra-Einheiten eingelegt zu haben. Nach zwei Empty-Net-Toren vor der Pause legte vor allem Kristjan Horzen nach im zweiten Durchgang nach und bestrafte jeden zu langsamen Wechsel der Nordmazedonier.
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[Nikola Roganovic erzielte sechs Tore gegen die nordmazedonische Abwehr.]
Spektakulär wurde es spätestens in der 41. Minute als Roganovic ganz im Stil von „Air France Narcisse“ einen spektakulären Kempatrick zum 27:19 krachend zwischen den Pfosten zappeln ließ. Die Gäste gaben in der Folge ihr Spiel mit dem siebten Feldspieler auf und Gummersbach bestimmte das Geschehen weiter. Beim 33:23 (49.) stellte Roganovic das Ergebnis dann erstmals auf einen zweistelligen Abstand. Ein Vorsprung, den der VfL bis zum Schluss nicht mehr hergab.
„Wir waren heute gegen ihr Sieben gegen Sechs sehr konzentriert in der Abwehr und haben sie viel bestraft. Für Pelister waren unsere schnellen Tore sehr kräfteraubend, wodurch wir in der zweiten Hälfte mehr Power hatten. Außerdem hat Nacho nach der Pause sehr gut gehalten“, fand VfL-Torhüter Betram Obling nach der Partie. Gummersbach ist in Gruppe G nun punktgleich mit Danzig, das am Abend Unentschieden gegen Logrono spielte.
Nächster Gegner in der European League ist für den neuen Tabellenführer der Gruppe G erneut Eurofarm Pelister. Das Rückspiel findet am 17. November im Nordmazedonien statt. In der Bundesliga muss Gummersbach am kommenden Freitag zum ThSV Eisenach.
Gummersbach: Alex Dujshaebev (9), Kristjan Horzen, Nikola Roganovic (je 6), Mathis Häseler (5), Tilen Kodrin (4), Miro Schluroff (3), Ellidi Vidarsson, Bertram Obling (je 2), Milos Vujovic (1/1).
Pelister: Filip Kuzmanovski (6/3), Zharko Peshevski, Samoil Ristevski, Andrzej Widomski (je 4), Malik Tatar (3), Martin Serafimov, Rudolph Hackbarth (je 2), Sadou Ntanzi, Petar Atanasijevic, Nenad Belistojanoski (je 1).
Zeitstrafen
2:6 Minuten (Vidarsson – 2x Ristevski, Widomski).
Siebenmeter
1/2 3/4 (Roganovic scheitert an Mitrevski, Biosca hält gegen Kuzmanovski)
Schiedsrichter
Jacob Jaeger Pagh/Karl Johan Pontoppidan Thygesen (Dänemark)
Zuschauer
3.177.
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