HANDBALL

Gummersbach verabschiedet sich mit höchstem Saisonsieg in die Länderspielpause

pn; 01.11.2026, 21:40 Uhr
Fotos: Silvia Wirczikowski ---- Miro Schluroff und der VfL Gummersbach verabschieden sich mit einem deutlichen 39:29-Heimsieg gegen Aufsteiger Balingen-Weilstetten in die Länderspielpause.
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Gummersbach verabschiedet sich mit höchstem Saisonsieg in die Länderspielpause

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pn; 01.11.2026, 21:40 Uhr
Gummersbach - Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zündet das Sigurdsson-Team nach der Pause den Turbo – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

VfL Gummersbach - HBW Balingen-Weilstetten 39:29 (16:16).

 

Mit einem klaren 39:29-Heimsieg im Nachholspiel des 8. Spieltags gegen den HBW Balingen-Weilstetten verabschieden sich die Handballer des VfL Gummersbach in die anstehende Länderspielpause. Gegen den Aufsteiger feierte das Team von Gudjon Valur Sigurdsson den bislang höchsten Saisonsieg. Danach sah es in der in der Bundesliga zum 52. Mal in Folge ausverkauften SCHWALBE arena lange Zeit allerdings nicht aus. Bis zur Pause waren die Gallier von der Alb ein mehr als unangenehmer Gegner und verdienten sich den 16:16-Pausenstand redlich. Im zweiten Durchgang zündeten die Hausherren dann aber den Turbo und spielten eine nahezu perfekte zweite Hälfte gegen eine der bis dato besten Abwehrreihen der Liga. 

 

[Mathis Häseler bei einem seiner vier Tore.]

 

„Die erste Halbzeit haben wir wegen Miro Schluroff überlebt, der fast alleine im Angriff unterwegs war. In der Abwehr haben wir die Balinger gut gestellt, sind aber zu wenigen Tempotoren gekommen. Das war in der zweiten Halbzeit viel besser“, meinte ein zufriedener Gummersbacher Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson nach dem Match. Selbst den siebten Feldspieler der Gäste bekamen die Oberberger immer wieder verteidigt. „Darüber, am Ende dieser Woche mit vielen angeschlagenen Spielern mit zehn Toren zu gewinnen, bin ich sehr froh und auch stolz auf die Jungs“, so der Isländer.

 

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Probleme bereitete Gummersbach im ersten Durchgang vor allem die bissige Abwehr der Balinger, die mit Daniel Rebmann zudem einen hochmotivierten Keeper zwischen den Pfosten hatten. Der Ex-Gummersbacher zeigte bis zur Pause sieben starke Paraden. Dabei begann das Match durchaus nach dem Geschmack der Hausherren, die erneut auf Kay Smits und Tilen Kodrin verzichten mussten. Zumindest der Slowene saß aber mit auf der Bank, hatte sich aber nicht mit der Mannschaft aufgewärmt. Gleich den ersten Wurf der Gäste parierte Betram Obling (9 Paraden, Quote: 28 Prozent) und auch in den folgenden Minuten stand die VfL-Defensive zunächst gut. Der Lohn: eine schnelle 4:1-Führung durch Kristjan Horzen nach fünf Minuten.

 

[20 Minuten vor Schluss zog sich Tom Kiesler einen Cut über dem Auge zu. Der Abwehrspezialist wurde nach Spielschluss sofort genäht.]

 

Doch nach einer Zeitstrafe gegen Stepan Zeman fanden auch die Süddeutschen zunehmend besser ins Spiel. Zwei bärenstarke Rebmann-Paraden und zwei VfL-Fehler führten dazu, dass die Gummersbacher Führung beim 7:7 (14.) erst einmal wieder dahin war. Wenig später gingen die Gäste beim 8:9 (16.) nach einem traumhaften Anspiel des Ex-Gummersbachers Yonatan Dayan auf Kreisläufer Tobias Heinzelmann sogar in Führung. Wohl dem, der da eine Miro-Schleuder in seinen Reihen hat. Miro Schluroff trug sein Team nun fast im Alleingang. Über 12:12 (24.) war das 14:13 (27.) bereits der sechste Treffer des Nationalspielers. Auch die beiden weiteren Tore bis zur Pause gingen auf das Konto des DHB-Shooters.

 

In der Kabine forderte Sigurdsson vor allem mehr Intensität und Konzentration von seinem Team. Und die VfL-Handballer lieferten eine nahezu perfekte zweite Hälfte ab. Keinen einzigen technischen Fehler notierten die Statistiker nach dem Seitenwechsel bei Gummersbach. Dazu trafen die Oberberger nun nahezu nach Belieben. Zwei Obling-Paraden und zwei technische Fehler der Gäste sorgten zügig dafür, dass die Partie zum 22:19 (36.) kippte. Balingens Coach Matthias Flohr versuchte, beim 24:20 (41.) noch mit einer Auszeit gegenzusteuern, fand aber keine Mittel mehr. Auch Rebmann (8 Paraden) konnte nach der Pause nicht mehr an seine starke Leistung anknüpfen und wich nach 40 Minuten Vladimir Cupara (7 Paraden).

 

[Ignacio Biosca kam in der Schlussviertelstunde zwischen die Pfosten. Vier Paraden (Quote: 40 Prozenz) und ein Tor standen am Ende in der Statistik des Spaniers.]

 

„Wir haben uns im Vorfeld viel gegen diese Angriffsgewalt von Gummersbach überlegt, um gerade Miro Schluroff in den Griff zu kriegen. Wir wollten eine variable und unangenehme Abwehr stellen. Genau das hat uns aber auch die Sicherheit genommen. Der VfL hat gegen jede unserer Varianten eine gute Lösungen gefunden, Kompliment dafür. So haben wir das Spiel taktisch verloren und das muss ich auf meine Kappe nehmen“, sagte Balingens Coach Flohr nach dem Abpfiff.
 

Gummersbach spielte sich nun in einen wahren Rausch. Zwar wurde Schluroff nun weitgehend aus dem Spiel genommen. Die dadurch frei werdenden Räume waren für Kristjan Horzen am Kreis allerdings ein gefundenes Fressen. Der Slowene traf im Schlussdrittel nach Belieben. Ganz ohne Schaden blieb der VfL aber auch diesmal nicht. Tom Kiesler zog sich einen schmerzhaften Cut über dem Auge zu. Der Nationalspieler spielte fortan mit einem Dieter-Hoeness-Gedächtnisturban und musste nach dem Spiel genäht werden.

 

An Gummersbachs Überlegenheit änderte das wenig und die Oberberger warfen über 30:23 (48.) und 34:27 (34.) einen klaren Heimsieg heraus. VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler war anschließend im DYN-Interview angesichts des dritten Spiels in einer Woche zufrieden: „Am Ende haben wir verdient gewonnen. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine deutlich bessere Abwehr und gute Torhüter dahinter. Auch im Angriff haben wir es deutlich besser gemacht und die Last besser verteilt.“

 

Geäußert hat sich Schindler auch zu den Gerüchten um eine mögliche Verpflichtung von DHB-Torhüter Andreas Wolff. „Ich würde nicht Nein sagen, wenn er hier irgendwann im Tor steht. Das würden aber 17 andere Mannschaften in dieser Liga auch nicht“, so Schindler. Der Verein sondiere den Markt ständig nach Spielern und versuche sich sportlich im Rahmen der Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Nochmal Schindler: „Wenn es Spieler von der Qualität eines Andy Wolff gibt und es die realistische Möglichkeit geben sollte, dann würde ich meinen Job nicht richtig machen, wenn wir uns damit nicht beschäftigen würden.“

 

[Für Tonwiedergabe bitte auf den entsprechenden Button im Video klicken.]

 

Für die Nationalspieler stehen nun die Spiele in der EM-Qualifikation an. Nach der Länderspielpause wartet auf Gummersbach der nächste Knaller. Im DHB-Pokal-Achtelfinale muss das Team zur SG Flensburg-Handewitt.

 

Gummersbach: Miro Schluroff (10), Kristjan Horzen (8), Milos Vujovic (5/3), Mathis Häseler, Ludvig Hallbäck (je 4), Ellidi Vidarsson, Alex Dujshebaev (je 3), Garda Sindrason, Ignacio Biosca (je 1).

 

Balingen: Lion Zacharias, Mex Raguse (je 4), Georg Pöhle (4/4), Tobias Heinzelmann, Yonatan Dayan (je 3), Stefan Bauer, Elias Huber, Csaba Leimeter, Elias Flügel, Merlin Fuß (je 2), Bennet Strobel (1).

 

Siebenmeter

3/5 - 4/5 (Vujovic einmal im Nachwurf, Dujshebaev scheitert an Cupara - Pöhle verwirft gegen Obling).

 

Strafen

6:8 Minuten (2x Zeman, Dujshebaev - Heinzelmann, Leimeter, Raguse, Bauer).

 

Zuschauer

4.132 (ausverkauft).

 

Schiedsrichter

Markus Kauth/Andre Kolb.

 

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