HANDBALL
Große Obling-Show sichert Gummersbach zwei Punkte gegen Flensburg
Gummersbach - -'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
VfL Gummersbach - SG Flensburg-Handewitt 31:30 (14:11).
Die Handballer des VfL Gummersbach können doch noch Topspiele gewinnen. Das Team von Gudjon Valur Sigurdsson besiegte am Sonntagabend den bislang ungeschlagenen Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in einem nervenaufreibenden Match mit 31:30. Held des Abends in der abermals ausverkauften SCHWALBE arena war Bertram Obling, der mit 18 Paraden (Quote:41 Prozent) glänzte. Damit stellte er auch Flensburg Keeper Simon Möller, der mit zwölf Paraden (Quote: 29 Prozent) ebenfalls eine starke Leistung ablieferte noch deutlich in den Schatten.
[Gudjon Valur Sigurdsson hofft, dass sein Team den Rückenwind aus dem Sieg gegen Flensburg in die kommenden Aufgaben mitnehmen kann. Auf die Nordlichter trifft man im DHB-Pokal bereits in zwei Wochen wieder.]
"Das war richtig geil. Es hat fast alles geklappt, ich war an fast jedem Ball. Die Abwehr hat gut gestanden und ich hatte ein richtig gutes Gefühl", sagte der dänische Torhüter nach dem Match bei DYN. Auch sein Trainer geriet anschließend auf der Pressekonferenz ins Schwärmen: "Ich denke, dass wir uns alle darüber einig sind, dass das heute ohne die überragende Leistung von Bertram Obling nicht möglich gewesen wäre."
Ebenfalls im Fokus: Nikola Roganovic. Das schwedische Toptalent erzielte zwölf Tore aus 18 Versuchen und sorgte gemeinsam mit Miro Schluroff (5 Tore) und Alex Dujshebaev (6 Tore) dafür, dass Gummersbach nach dem zwischenzeitlichen 6:9-Rückstand (18.) nicht nur einen 8:1-Lauf bis zur Pause aufs Parkett legte, sondern auch nach dem Seitenwechsel fast ständig in Führung lag.
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[Gegen Nikola Roganovic fand die Flensburger Defensive zu selten Lösungen.]
Ein Blitzstart des VfL verschaffte den Gastgebern nach drei Minuten mit der ersten Parade von Obling und zwei Treffern durch Roganović eine 2:0-Führung. Trotz eines weiteren Ballgewinns in der Abwehr und zweier weiterer Paraden Oblings mussten die Oberbergischen in der siebten Minute den 2:2-Ausgleich hinnehmen. Während sich die Hausherren vor allem defensiv hellwach präsentierten, nahmen sie sich im Angriff teilweise Würfe aus schwierigen Positionen. So entwickelte sich eine enge und torarme Anfangsviertelstunde.
Noch mehr dürften Sigurdsson aber die einfachen Ballverluste gestört haben. Mehrfach wurden Flensburg gewonnene Bälle sofort wieder in die Hände im Gegenstoß gespielt. In der 11. Minute gerieten die Gummersbacher erstmals in Rückstand (4:5), hielten dank weiterer Paraden Oblings jedoch den Anschluss und glichen in der 15. Minute durch Alex Dujshebaev zum 6:6 aus. Im Anschluss fanden die Flensburger zunächst den besseren Zugriff auf die Partie und trafen dreimal in Folge, woraufhin Sigurdsson beim 6:9 erstmals zur taktischen Nachbesprechung bat.
[Kein Durchkommen für VfL-Kapitän Vidarsson in dieser Szene.]
Seine Mannschaft antwortete konzentriert und erzielte nun seinerseits bis zur 23. Minute drei Tore (9:9), die nun SG-Trainer Aleš Pajović zum Anlass für sein erstes Timeout nahm. Doch auch danach blieben die Oberbergischen am Drücker und eroberten sich durch das fünfte Tor in Folge ihre Führung zurück (11:9, 25. Minute). Angeführt vom überragenden Obling behauptete der VfL nicht nur seinen knappen Vorsprung, sondern baute die Führung bis zur 29. Minute auf vier Tore auf (14:10), ehe es beim Stand von 14:11 in die Pause ging.
Die zweite Halbzeit begann ausgeglichen mit vielen kleinen Unterbrechungen, die auf beiden Seiten zunächst keinen großen Spielfluss zuließen. Neben Obling stand bei den Gummersbachern insbesondere Roganović im Fokus, der die ersten drei Treffer seiner Mannschaft im zweiten Durchgang erzielte (17:15, 36. Minute). In einer Phase mit schnellen Torabschlüssen blieben die Gastgeber in Front und setzten immer wieder Akzente, wie beim schön herausgespielten Treffer zum 21:18 durch Ellidi Vidarsson (41. Minute). In den folgenden Minuten konnten sich die Hausherren erneut auf Obling verlassen, der einige spektakuläre Paraden zeigte.
Nachdem beim Stand von 21:20 in der 42. Minute der Ausgleich drohte, vernagelte der VfL-Keeper regelrecht sein Tor und legte damit den Grundstein für die drei folgenden Treffer von Roganović (2) und Gardar Ingi Sindrason, die den Vorsprung bis zur 47. Minute auf 24:20 ausbauten. Die Gäste steckten aber nicht auf und kamen beim 25:24 (50.) zurück in die Partie. Zwar antworteten die Gastgeber durch Mathis Häseler mit dem 26:24 (52. Minute), jedoch gelang es den Flensburgern trotzdem in der 54. Minute erneut den Ausgleich zu erzielen (27:27).
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[Mit seiner Agilität schuf Alex Dujshebaev immer wieder Lücken für seine Mitspieler.]
Die SCHWALBE arena versprühte zu diesem Zeitpunkt längst ihren bekannten Flair und die VfL-Fans peitschten ihr Team in der Schlussphase nach vorne. Weil die Gäste sich nun schlechte Abschlüsse nahmen, die allesamt ein gefundendes Fressen für den starken Obling waren, zog Gummersbach erneut zum 31:28 (59.) davon. Flensburg konnte in den verbleibenden zwei Minuten nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Der Anschlusstreffer von Simon Pytlick fiel Sekunden vor dem Schluss und ging im VfL-Jubel unter.
"Ich bin stolz und froh, so eine Mannschaft wie Flensburg geschlagen zu haben. Man hat die überragende Qualität von ihnen schon gesehen", fand Sigurdsson, der sich allerdings angesichts den nächsten Auswärtsspiels am Donnerstag (19 Uhr) bei FRISCH AUF! Göppingen nicht allzu lange mit dem Ergebnis aufhalten wollte: " Wir sind glücklich und zufrieden, müssen uns aber jetzt auf die nächsten Aufgaben vorbereiten." Nur einer hatte am Ende noch etwas zu meckern: Bertram Obling. "Ich hätte die gerne unter 30 Tore gehabt", erklärte er mit einem Augenzwinkern.
Gummersbach: Nikola Roganovic (12/4), Alex Dujshebaev (6), Miro Schluroff (5), Mathis Häseler (3), Ellidi Vidarsson, Gardi Sindrason (je 2), Tilen Kodrin (1).
Flensburg: Simon Pytlick (7), Emil Jakobsen (7/4), Emil Bergholt (5), Aymeric Minne (4), Domen Novak (3), Marko Grgic, Lasse Möller (je 2).
Siebenmeter
4/5 - 4/4 (Roganovic verwirft einmal).
Strafen
4:4 Minuten (Vidarsson, Zeman - Tönnesen, Minne).
Zuschauer
4.132 (ausverkauft).
Schiedsrichter
Tanja Kuttler/Maike Merz
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