HANDBALL
Kanonier Schluroff lässt VfL von der Champions League träumen
Gummersbach - Nach dem ungefährdeten Sieg gegen Hannover sind die Füchse und Flensburg in Reichweite - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Uli Klein
VfL Gummersbach - TSV Hannover-Burgdorf 33:27 (17:11).
Die Konstellation war eindeutig: Hier der heimische VfL, der kurz vor Weihnachten 2025 seine letzte Niederlage in der Bundesliga (31:32 gegen Meister Magdeburg) kassiert hatte, seitdem sieben Siege in Serie einfuhr und inzwischen klar Kurs auf die Europacup-Plätze genommen hat. Dort die Besucher aus Niedersachsen, die mit einem unschönen Negativlauf (0:8 Zähler aus den jüngsten vier Meisterschaftsspielen), einem aktuellen Punktekonto von 22:28 und sportlich ziemlich verunsichert angereist waren.
Was also sollte aus blauweißer Perspektive am Samstagabend schiefgehen, zumal man sogar auf heimischem Hof antreten durfte? Als die 60 Minuten in der erneut ausverkauften SCHWALBE arena gespielt waren, stand tatsächlich ein souveräner 33:27-Sieg der starken Gastgeber auf der Anzeigentafel. Ein Ergebnis, das den Norddeutschen ein wenig schmeichelte, hatte ihnen doch nach der Auftaktviertelstunde ein sportlicher Totalschaden gedroht, als man aus TSV-Perspektive mit 2:11 in Rückstand lag.
[Ellidi Vidarsson bei einem seiner vier Tore.]
Es war zäher Start, mit dem beide Teams am Samstagabend zu kämpfen hatten. Die ersten Angriffsversuche blieben hier wie dort ohne zählbaren Ertrag, sondern verpufften. Dann aber gelang Teitur Einarsson nach mehr als zweieinhalb Minuten der erste Treffer für seine Farben und der Knoten war zumindest beim Heimteam gelöst.
Nachdem Dominik Kuzmanovic wieder einmal nachhaltige Kostproben seiner außergewöhnlich Keeper-Kunst gegeben und so das VfL-Volk auf den Rängen früh in beste Laune versetzt hatte, legten Kay Smits und Ellidi Vidarsson zum 3:0 nach. Hannovers Marian Michalczik konnte nach fünf Minuten zwar wenigstens das Premierentor der Recken markieren, doch eine Trendwende in Sachen Spielfilm zeichnete sich keineswegs ab.
Im Gegenteil: Nun war es an Miro Schluroff, die zentrale Rolle im Gummersbacher Angriff zu übernehmen. Bis zur 10. Minute legte der Nationalspieler ein Tore-Triple nach, sodass der oberbergische Vorteil beim 6:1 schon sehr früh sehr deutlich war. Recken-Coach Juan Carlos Pastor redete in dieser Phase zwar intensiv auf seine Athleten ein und bat wenig später zur Lagebesprechung im Spielerkreis.
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[Einmal mehr eine Bank: Dominik Kuzmanovic und Bertram Obling.]
Doch die deutlichen Worte des Spaniers blieben ergebnistechnisch ungehört. Auch weil der für den famosen Kuzmanovic eingewechselte Bertram Obling auch noch einen Siebenmeter entschärfte. So konnte es kaum überraschen, dass es bis zur 13. beziehungsweise 18. Minute dauerte, ehe die verdutzten TSV'ler zum zweiten beziehungsweise dritten Mal trafen. Beim 11:3 für die Equipe von Gudjon Valur Sigurdsson waren die Weichen indes ziemlich zeitig gestellt.
Sigurdsson selbst quittierte den Turbostart der Seinen mit einem zufriedenen Kopfnicken. War dies noch eine gemäßigte Reaktion des Gummersbacher Übungsleiters, so reagierte der Isländer fast ungläubig auf die Schluroff-Show Als der Mann mit dem härtesten Wurf der Liga jedenfalls mit einem überragenden Hüftwurf spektakulär in den Knick traf, schüttelte der einstige Weltklasse-Linksaußen den Kopf mit einer Mischung aus Bewunderung und Ungläubigkeit. Allerdings war es wirklich kaum zu fassen, mit welcher Wucht das Gummersbacher Rückraum-Ass eingenetzt hatte.
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[Auch Gudjon Valur Sigurdsson war sprachlos angesichts der Geschosse von Miro Schluroff.]
Die Recken fanden nun allerdings offensiv endlich besser ins Spiel und verkürzten immerhin auf 6:12 aus ihrer Sicht. Insbesondere Nationalspieler Renars Uscins fand plötzlich zu gewohnter Torgefährlichkeit und erzielte analog zu Schluroff drei TSV-Treffer in Serie. Und trotzdem marschierten die Hausherren mit einem komfortablen Sechs-Tore-Plus (17:11) zum Pausentee in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel versuchte es Hannover zunächst mit einer taktischen Umstellung - und zwar durchaus erfolgreich: Fischer gelang das 12:17. Doch damit nicht genug: Pedersen und Uscins trafen zum 14:18 , und wenig später führte der VfL nur noch mit 19:16 (35.). Das norddeutsche Hoch entpuppte sich allerdings lediglich als Intermezzo mit begrenzter Halbwertszeit. Gummersbach enteilte auf 22:16 (41.) und verteidigte diesen Vorteil im folgenden Schlussdrittel des Matches.
Spätestens der achte Volltreffer von Kanonier Schluroff nach 56 Minuten bedeutete die Entscheidung zugunsten des erneut überzeugenden Anwärters auf einen Europacup-Platz, der bei günstigem Verlauf der Restsaison ein Ticket für die Champions League bedeuten könnte.
Gummersbach: Dominik Kuzmanovic (6 Paraden), Bertram Obling (8/2 P.); Ellidi Snaer Vidarsson (4), Tilen Kodrin (1), Vujovic (3/3), Julian Köster (3), Lukas Blohme, Mathis Häseler (2), Teitur Einarsson (2), Miro Schluroff (9), Ludvik Hallbäck (2), Kentin Mahe, Kristjan Horzen (3), Tom Kiesler, Kay Smits (4), Stepan Zeman
Hannover-Burgdorf: Gade, Birlehm (4 P.); Tissier (1), Poulsen, Uscins (7), Pedersen (7/4), Steinhauser (2), Michalczik (1), Edvardsson (2), Aho, Stutzke, Solstad (1), Fischer (5), Feise (1), Rodriguez, Wellmann
Zuschauer
4132 (ausverkauft).
Schiedsrichter
Martin Thöne / Marijo Zupanovic.
Strafen
6:8 Minuten
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