HANDBALL

Wiedersehen mit dem Ex-Kapitän: Gummersbach in Kiel gefordert

pn; 02.10.2026, 17:00 Uhr
Archivfoto: Thomas Wirczikowski ---- Vergangene Saison holten Julian Köster mit dem VfL Gummersbach drei Punkte gegen den THW Kiel. Nun ist der Nationalspieler selbst ein Zebra und wird beim ersten Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Club keine Geschenke verteilen wollen.
HANDBALL

Wiedersehen mit dem Ex-Kapitän: Gummersbach in Kiel gefordert

  • 0
pn; 02.10.2026, 17:00 Uhr
Gummersbach - In Gummersbach begann sein Aufstieg zum Topstar, nun wartet auf Köster das erste Duell mit dem VfL mit seinem neuen Club - Beide Teams stehen am Samstag unter Druck - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

Von Peter Notbohm

 

THW Kiel – VfL Gummersbach (Samstag, 18 Uhr).

 

Für Gummersbachs Ex-Kapitän Julian Köster dürfte der Samstagabend ein besonders emotionaler werden. Der Nationalspieler empfängt mit seinem neuen Club, dem THW Kiel, den VfL Gummersbach in der Merkur Ostseehalle. Den Verein, bei dem seine Karriere richtig ins Rollen kam. „Für mich wird das ein sehr schönes Spiel. Schließlich sehe ich die Jungs wieder, mit denen ich lange zusammengespielt habe“, wird der spielstarke Halblinke im Vorbericht der Kieler zitiert. Der Respekt vor seinen ehemaligen Mitspielern ist groß. „Gummersbach ist ein echtes Topteam, deshalb gehen wir mit Respekt in diese Begegnung“, so Köster.

 

Doch ungeachtet aller Wiedersehensfreude stehen beide Clubs vor dem Topspiel des 7. Spieltags in der Handball-Bundesliga unter Druck. Nachdem die zuvor ungeschlagenen Kieler Zebras aus den beiden Topspielen gegen die SG Flensburg-Handewitt (31:31) und beim SC Magdeburg (26:32) nur einen Punkt holen konnten, droht bei einem weiteren Punktverlust der Kontakt zur Tabellenspitze verloren zu gehen. Gummersbach ist mit 7:5 Punkten nach dem harten Auftaktprogramm zwar punktetechnisch durchaus im Soll, überzeugte zuletzt aber nur selten und verlor überraschend auch unter der Woche das European League-Heimspiel gegen Danzig.

 

WERBUNG

VfL-Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson glaubt jedenfalls nicht, dass die Kieler sich durch die Niederlage in Magdeburg aus der Bahn werfen lassen. „Das war Magdeburg wie zu besten Zeiten. Außerdem sah Kiel zuletzt sehr gefestigt aus“, findet der Isländer. Ohnehin blickt er vielmehr auf die Leistung seines Teams: „Wir müssen uns stabilisieren und zu unserer Leistung finden. Das ist nicht die einfachste Aufgabe, nachdem, was wir am Dienstag gezeigt haben.“

 

Schon nach dem Abpfiff gegen Danzig hatte Sigurdsson die Schuld für die Niederlage vor allem bei sich selbst gesucht. Daran hat sich auch bis zum Ende der Woche nichts verändert. Er habe nahezu alles ausprobiert, davon habe aber nichts gegriffen, analysiert der VfL-Coach das Spiel rückwirkend: „Wenn nichts greift, muss es an mir liegen. Wir haben unsere Qualität nicht auf die Platte gebracht. Uns fehlte die Intensität in Abwehr und Angriff.“

 

Sorgen bereitete zudem, dass Gummersbach nach schwachem Beginn eigentlich schon zur Pause den Turnaround geschafft hatte, im zweiten Durchgang dann aber wieder in dieselben Muster verfiel. Natürlich merke man defensiv den Ausfall von Tom Kiesler und auch die ordnende Hand von Kay Smits habe gefehlt, sagt Sigurdsson. Als Entschuldigung will er die beiden Ausfälle trotzdem nicht gelten lassen, schließlich verfüge sein Team über noch mehr gute Abwehrspieler.

 

Bei den Kielern hat er im Vergleich zum Sommer manche Änderung festgestellt. Der neue Trainer Borge Lund, der für den entlassenen Filip Jicha kam, lasse etwas defensiver agieren. „Mit Julian Köster und Veron Nacinovic haben sie eine Weltklasseabwehr. Dahinter stehen außerdem Andreas Wolff und Gonzalo Perez de Vargas“, spricht Sigurdsson von einer „überragenden Mannschaft“. Dazu hat Kiel im Sommer ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Neben Köster war vor allem Domen Makuc der absolute Königstransfer für die Spielmacherposition. Frei von Sorgen sind aber auch die Zebras nicht: Emil Madsen zog sich gegen Flensburg einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zu und fällt wochenlang aus.

 

Aber auch Gummersbach bangt um den Einsatz von gleich zwei Spielern. Kay Smits klagt weiter über Rückenprobleme und konnte bis zur Abfahrt am Freitag nicht mit der Mannschaft trainieren. Miro Schluroff erhielt gegen Danzig einen Schlag auf den Oberschenkel und musste phasenweise passen. Sigurdsson geht zwar davon aus, dass der Nationalspieler mitfahren wird, richtig rund laufe der Shooter allerdings noch nicht wieder. Von Kiel fliegen die Gummersbacher am Sonntag direkt weiter nach Spanien, wo am Dienstag der zweite Spieltag der European League ansteht.

 

KOMMENTARE

0 von 800 Zeichen
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.
Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
WERBUNG