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SpaßGesellschaftsAbend: Bei Revue im Stadttheater Spitzennummer vergessen
(Red./7.11.2003-15:55) Gummersbach Ausverkauftes Haus bei der Eröffnungsrevue der SpaßGesellschafts- Abende: Die Zuschauer im Stadttheater wurden von den Künstlern des Kölner Atelier-Theaters in einen Strudel aus mitreißender Unterhaltung und intelligenter Comedy hinein gezogen, ein Abend, der Lust auf mehr machte.


Der Rest ihrer Moderation war jedenfalls prall gefüllt, nicht nur mit genialen Einfällen. Gleich zu Beginn bewies Cordula Stratmann Pfiff, als sie drei Tüten Erdnussflips so aufteilte, dass jeder im Saal, der knuspern wollte, auch etwas abbekam. Die meisten verzichteten zu schrecklich waren die Schilderungen der edlen Spenderin über die Auswirkungen einer Erdnussallergie.

Stramme Beine zeigten Elfi und Gaby Kutschalla alias Olaf Müller und Heinz L. Jülich-Fein, die bekannten Imbissbuden-Besitzerinnen aus Köln-Bilderstöckchen. Wenn sie ihre A-Kür im Tauchflossen-Stepptanz mit knapp bemessenem Kittelchen vorführen, bleibt kein Auge trocken.

Jeder kennt es, das betonte Kopfwegdrehen mit ergänzendem Schnaufer, das beleidigte Mütter erwachsener Töchter, von sich geben, wenn sie demonstrieren wollen, dass ihnen etwas nicht passt. Das muss in den 60-er Jahren fester Bestandteil sämtlicher Geburtsvorbereitungskurse gewesen sein, dessen ist sich die Kabarettistin und Pianistin Barbara Ruscher völlig sicher.

Die nahm auch Jochen Malmsheimer, Sprachartist aus dem Kohlenpott aufs Korn. Zum Schlapplachen, seine Beschreibung der typischen deutschen Oma: Käppchen, Arthrose in den Schultern, darüber ein Persianermantel mit eingetackertem Brüsseler Spitzentaschentuch, mit dem sie wehrlosen Dreijährigen nach dem Draufspucken den Mund abwischt. Zum Outfit gehört auch der Nerz mit den glasigen Augen, der sich um Omas Hals gelegt, selbst in den Schwanz beißt und die Robbenfell-Stiefelettchen in denen die Oma-Waden drinstecken wie Bambusstöcke im Terrakottatopf.

Gleich zwei Mal wurde Lioba Albus, Kabarettistin aus Dortmund von Cordula Stratmann auf die Zuschauer losgelassen, denen schon nach wenigen Minuten die Bauchmuskeln vor Lachen schmerzten. Die angeblichen Freuden der Mutterschaft hatte sie ganz anders in Erinnerung: Melonengroße Brüste, aus denen die Milch in Strömen fließt und daran hängt der kleine Piranha und verursacht Schmerzen. Dass Stillen schön ist, hält sie für eine männlich-patriarchalische Unterdrückungstheorie. Im knallroten Fummel gab sie später noch die sauerländische Hausfrau Mia Mittelkötter, die über Männer ihrer Heimat aus dem Nähkästchen plauderte. Der männliche Sauerländer spricht freiwillig kein Wort, das lässt viel Platz für weibliche Phantasie. Auch beim Sex würde er nie stören, ja wahrscheinlich würde er es nicht einmal merken.


-Barbara Ruscher: 12. November
-Lioba Albus: 18. November
-Gaby & Elfi Kutschalla: 19. November
-Jochen Malmsheimer am 27. November.
Die Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr im Bruno Goller-Haus. Nur die Gruppe Intermezzo tritt am 26. November um 20 Uhr im Stadtheater auf. Der Eintritt kostet jeweils zwölf .





