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’Die AOK in Oberberg’ präsentiert: Fußball-Bezirksligist RS 19 Waldbröl

bl; 18. Jul 2006, 15:41 Uhr
Oberberg Aktuell
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’Die AOK in Oberberg’ präsentiert: Fußball-Bezirksligist RS 19 Waldbröl

bl; 18. Jul 2006, 15:41 Uhr
(bl/3.8.2005-14:50) Von Björn Lange
Waldbröl - Der RS 19 Waldbröl ist einer der Geheimfavoriten in der Bezirksliga - fast alle Leistungsträger und die starken Jugendspieler wurden gehalten - gezielte externe Verstärkungen - Trainer Wolfgang Görgens will ganz oben mitspielen.
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Gute Jugendarbeit zahlt sich aus, früher oder später. Beim Bezirksligisten RS 19 Waldbröl hat dies etwas länger gedauert, aber nun ist die Euphorie groß. Jahrelang mussten die Verantwortlichen von der „Maibuche“ ihre besten Eigengewächse ziehen lassen. Nun ist es den Rasensportlern gelungen, alle A-Jugendlichen, die teilweise von ganz Fußball-Oberberg gejagt wurden, bei der Stange zu halten. Dies ist nicht zuletzt ein Verdienst des neuen Trainers Wolfgang Görgens, der die Jungs in seiner Funktion als A-Jugendtrainer bereits als Einheit zusammen schwor. Hinzu kommen weitere punktuelle Verstärkungen, die den RS 19 bei manchen Trainern sogar zu einem heißen Titelaspiranten avancieren lassen.

[Bilder: Michael Kleinjung --- Durch die externen Neuzugänge Eduard Landel, Fabian Höffgen und Richard Marchio (von links) wurde der Kader von Wolfgang Görgens punktuell verstärkt.]

Kommen und Gehen

Der Abgang von Stammkeeper Ioannis Stavropoulos schmerzt Trainer Wolfgang Görgens am meisten. „Ich habe keinen besseren Torhüter in der Klasse gesehen. Es ist sehr schade, dass er gegangen ist, aber nicht zu ändern“, so der Coach, der nun auf die beiden Neuen Richard Marchio und Meinolf Sachse setzt. Neben Sachse bilden die acht weiteren Jugendlichen einen neuen Block im RS 19-Team. Vor allem die Offensive wird durch Spieler wie Alay, El-Saghir oder Mutlu ein völlig neues Gesicht bekommen.

Mit Fabian Höffgen kommt der „Fußballer der Saison“ von Oberberg-Aktuell aus Lindlar zurück und wird eine zentrale Rolle im Mittelfeld spielen. Der zweite Rückkehrer Eduard Landel verspricht eine weitere Belebung der Offensive. Die Abgänge sind damit mehr als kompensiert. Immer noch unklar ist die Zukunft von Uwe Olschewski. „Wir würden ihn gerne halten, aber bei ihm steht die berufliche Perspektive im Vordergrund“, so Görgens. Mit einer Entscheidung ist Ende der Woche zu rechnen.


Die Mannschaft

Im Tor kämpfen Meinolf Sachse und Richard Marchio um die Nummer eins. Zentral in der Viererkette sind Janus Oschlisniok und Alhaji Muntari gesetzt. Die Außenposition sind noch vakant, ebenso die die beiden Dreierformationen vor der Abwehr. Die Flexibilität steht im Vordergrund. Stammspieler ohne Stammplatz heißt das Zauberwort. An den beiden Neuzugängen Eduard Landel und Fabian Höffgen dürfte jedenfalls kein Weg vorbei führen.

Florian Buchholz, der zurzeit noch an einem Wadenbeidenbruch laboriert, Roman Schulzki und Ben Breidenbach haben ebenfalls beste Stammplatzchancen im Mittelfeld oder auf den defensiven Außenbahnen. In der Offensive hat Görgens mit den Jugendspielern Selcuk Alay, Samer El-Saghir und Serkan Mutlu sowie Ilhan Tokac schon fast ein Luxusproblem. Michael Karger, Kujtim Kastrati, Christopher Kokott, Roman Kasischke und Said Mustafa dürften es sehr schwer haben. Eugen Tomm wird erst im Oktober nach Beendigung seines Grundwehrdienstes wieder voll einsteigen.


[Wolfgang Görgens übernimmt das Traineramt von Ingo Dehmke, der dem Verein aber als Co-Trainer erhalten bleiben wird.]

Spielsystem und Taktik

Görgens wird in der nächsten Saison das bewährte 4-3-3-System spielen lassen, das er bereits als Trainer der A-Jugend praktiziert hat. Ein Großteil seines Kaders kennt diese Spielweise also schon, zumal auch Ingo Dehmke in der angelaufenen Saison das Spielsystem bereits in diese Richtung lenkte. Die neue Viererkette wird sich noch einspielen müssen. „Wir werden dann sehen, ob das funktioniert“, so Görgens. In der Offensive können sich die beiden Außenstürmer im Bedarfsfall zurückfallen lassen. Grundsätzlich ist die Ausrichtung aber offensiv.


Stärken und Schwächen

Der Kader wurde enorm verstärkt. Durch die externen und internen Neuzugänge hat Görgens nun viele Möglichkeiten und Alternativen. Die fußballerische Klasse wurde deutlich gesteigert. Die Mannschaft wurde stark verjüngt und ist entwicklungsfähig. Die A-Jugendlichen sind eingespielt und bilden eine gute Mischung mit den etablierten Kräften. Die größte Stärke ist aber die Flexibilität und Unbekümmertheit, und mit Simon Bubenzer, Paul Welk, Hakan Senol und Ali-Kemal Celik stehen bereits die nächsten talentierten Jugendspieler des älteren Jahrgangs im Bedarfsfall Gewehr bei Fuß.

Einige Brennpunkt könnte es aber dennoch geben. Die Mannschaft stellt sich nun nicht mehr von selber auf. Es wird auch unzufriedene Gesichter geben. „Es wird sich zeigen, wie gerade die Jugendspieler mit Reservistenrollen zurecht kommen“, so Görgens. Hinzu kommt die fehlende Erfahrung und möglicherweise auch die mangelnde Konstanz über die Saison. Zur Erinnerung: In der letzten Serie brachte sich die A-Jugend auch durch zwei Schwächephase um den möglichen Aufstieg in die Bundesliga. Bleibt noch die Frage, ob Torhüter Ioannis Stavropoulos adäquat ersetzt werden kann?


[Die stark verjüngte Mannschaft des RS 19 Waldbröl will in der nächsten Saison die Bezirksliga aufmischen.]

Das Saisonziel

„Wir wollen mehr Punkte als im letzten Jahr holen“, erklärt Trainer Wolfgang Görgens und stapelt damit zunächst bewusst tief. Mit dieser Mannschaft sollten aber deutlich mehr als die 46 Punkte der Vorsaison möglich sein, und das ist auch das wirkliche Ziel. „Wir wollen ja auch niemanden veralbern. Natürlich wollen wir oben mitspielen, aber das hängt von vielen Faktoren ab“, so Görgens, der eine noch ausgeglichenere Klasse mit dem Topfavoriten aus Oberpleis und Marialinden erwartet. Sein Team ist allerdings auch zum kurzfristigen Erfolg verdammt, denn ansonsten dürften die jungen Spieler nicht zu halten sein.


Trainer und Umfeld

Die Euphorie ist groß und das Vertrauen zum Trainer ebenfalls. Er war der Wunschkandidat von Vorstand und Jugendspielern, die ihre Macht im Verein deutlich vergrößern konnten. Die etablierten Kräfte ziehen ebenfalls mit, so dass sich zurzeit eine echte Einheit formiert hat. Aber auch eine Einheit steht und fällt mit dem sportlichen Erfolg. Die Erwartungshaltung ist im Umfeld riesig. „Wenn wir jetzt nicht aufsteigen, wann denn dann?“, heißt es bereits. Ein Druck, mit dem Mannschaft und Trainer umgehen müssen. Ein Druck, den die Spieler aus dem Jugendbereich bisher nicht kannten. Die Schonfrist könnte schnell vorbei sein und ein Fehlstart in die Saison würde für Unruhe sorgen. Der Aufstieg ist nun einmal nicht planbar. Das müssen auch die Wortführer im Umfeld einsehen.

Zugänge
Serkan Mutlu (eigene Jugend)
Florian Buchholz (eigene Jugend)
Ben Breidenbach (eigene Jugend)
Meinolf Sachse (eigene Jugend)
Christopher Kokott (eigene Jugend)
Eugen Tomm (eigene Jugend)
Michael Karger (eigene Jugend)
Roman Schulzki (eigene Jugend)
Selcuk Alay (eigene Jugend)
Fabian Höffgen (TuS Lindlar)
Eduard Landel (Baris Spor Hackenberg)
Richard Marchio (FV Wiehl)

Abgänge
Jan Oravec (VfB Wissen)
Ioannis Stavropoulos (TuS Elsenroth)
Stefan Rößler (1. FC Gummersbach)
Ali Sevim (Ziel unbekannt)

Spielerkader

Tor
Meinolf Sachse
Richard Marchio

Abwehr
Alhaji Muntari
Said Mustafa
Janus Oschlisniok
Christopher Kokott
Michael Karger
Eugen Tomm
Kujtim Kastrati

Mittelfeld
Ben Breidenbach
Selcuk Alay
Fabian Höffgen

Florian Buchholz
Roman Schulzki
Serkan Mutlu
Roman Kasischke

Angriff
Samer El-Saghir
Eduard Landel
Ilhan Tokac

Trainer
Wolfgang Görgens

Co-Trainer
Ingo Dehmke.

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