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Delphi macht Werk in Windhagen dicht - 149 Beschäftigte bangen um ihre Jobs - Betriebsrat und Firmenleitung verhandeln

mp; 20. Dec 2007, 17:54 Uhr
Oberberg Aktuell
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Delphi macht Werk in Windhagen dicht - 149 Beschäftigte bangen um ihre Jobs - Betriebsrat und Firmenleitung verhandeln

mp; 20. Dec 2007, 17:54 Uhr
(mp/19.12.2007-16:20 AKTUALISIERT 17:20) Von Mischa Peters
Gummersbach - Der Zulieferer der Automobilbranche schließt Ende Juni seine Werkstore - Betriebsrat verhandelt mit der Firmenleitung über Sozialplan - Etwa die Hälfte der Belegschaft kann sich Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung machen.
[Bilder: Adi --- Der neue (Bild oben) und der alte Sitz der Firma Delphi in Windhagen.]

Der amerikanische Automobil-Zulieferer Delphi schließt zum 30. Juni kommenden Jahres sein Werk in Gummersbach. Während die anderen Delphi-Standorte in Oberberg offenbar nicht betroffen sind, müssen in Windhagen insgesamt 149 Mitarbeiter um ihren Job fürchten.

„Derzeit laufen intensive Verhandlungen mit der Firmenleitung“, sagte der 2. Bevollmächtigte der IG-Metall Gummersbach, Uwe Baasch. Dabei gehe es um einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Beschäftigten. Zu der Frage, wie viele Stellen endgültig gestrichen würden, wollte Baasch nur soviel sagen, dass „wohl nicht alle Mitarbeiter ihren Job verlieren werden“. Denkbar sei, dass ein Teil des Personals in anderen Delphi-Betrieben - wie etwa bei Delphi/Megamos in Osberghausen oder der Deutschlandzentrale in Wuppertal - weiter beschäftigt werde.

Delphi-Pressesprecher Thomas Aurich wurde auf Nachfrage deutlich konkreter. Etwa die Hälfte der Beschäftigten könne sich Hoffnungen machen, bei Delphi zu bleiben. „Auf diese Größenordnung dürfte es in etwa hinauslaufen.“ Derzeit würden Betriebsrat und Unternehmensleitung versuchen, „eine vernünftige Regelung für die betroffenen Mitarbeiter zu finden“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation.

Als Gründe für die Schließung führte Aurich die veränderte Situation der Märkte im Automobilbereich und den gestiegenen Kostendruck an. Zudem sei der Maschinenpark in Windhagen überaltert, so dass es dort „erheblicher Investitionen bedurft hätte“. Die Produktion der in Windhagen gefertigten Steuerungsgeräte für Bordcomputer werde in Zukunft an andere Standorte verlagert.

Zum aktuellen Stand der Verhandlungen wollten sich heute keiner der Beteiligten äußern. „Wir befinden uns in einer sehr kritischen Phase der Verhandlungen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Albert Stuhlmann, „da wäre ein voreiliges oder falsches Wort nur hinderlich.“ Möglicherweise könne aber schon Ende dieser Woche mehr gesagt werden.



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