Bild: C. Buchen --- Freuten sich über einen erfolgreichen Konzertabend mit Ehrung in der evangelischen Kirche Holpe (v. li.): Pfarrer Heiner Karnstein, Kirchenmusikerin Hildegard Schmidt, Domorganist Andreas Meisner und Tenor Johannes Klüser.
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Hochkarätiger Konzertabend und emotionale Ehrung
Morsbach - Domorganist Andreas Meisner und Tenor Johannes Klüser streichelten die Hörnerven der zahlreichen Besucher in der Kirche in Holpe - Hildegard Schmidt mit Ehrentitel 'Kantorin' ausgezeichnet.
Der `Bergische Dom` trifft ein Dorfkirchlein im Süden des Oberbergischen. Ein evangelischer Organist und ein katholischer Tenor musizieren gemeinsam vor einem ökumenischen Publikum. Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Heiner Karnstein kürzlich die Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten kleinen evangelischen Kirche in Holpe. Alle waren auf das angekündigte Konzert gespannt und wurden nicht enttäuscht. Andreas Meisner, Domorganist am Altenberger Dom, und Tenor Johannes Klüser waren Garanten für ein erstklassiges Orgelkonzert mit Gesangeinlagen, dem sich eine emotionale Ehrung der verdienten Kirchenmusikerin Hildegard Schmidt anschloss.Zunächst eröffnete jedoch der Domorganist das Konzert mit dem Concerto in h-moll von Antonio Vivaldi. In der folgenden Choralpartita Was Gott tut, das ist wohlgetan zeigte Andreas Meisner bei neun unterschiedlichen Variationen gekonnt, was man alles aus der im barocken Stil erbauten Kreienbrink-Orgel herausholen kann. Tenor Johannes Klüser hatte an diesem Abend ein Heimspiel, ist er doch nur wenige hundert Meter von der evangelischen Kirche entfernt aufgewachsen. Er hatte drei frühbarocke venezianische Motetten von Alessandro Grandi und Natale Monferrato ausgewählt. Schwungvoll nahm er das fast an eine weltliche Arie grenzende Cantabo domino, ausdrucksstark und vielfarbig gelang O quam tu pulchra es. In seiner Vorrede zur Marienmotette Alma redemptoris mater ging Klüser auch auf die Geschichte der heutigen evangelischen Kirche in Holpe ein. Im Dachreiter hängt eine Glocke von 1508 mit einer eingegossenen Plakette aus dem italienischen Marienwallfahrtsort Loreto. Holpe war im Mittelalter ein Marienwallfahrtsort und vermutlich kommt der Ortsname von Merrienhölffe (Marienhilfe), wie es die Mercatorkarte von 1575 ausweist.
Andreas Meisner wiederum beeindruckte im weiteren Verlauf des Konzertes durch hochvirtuoses Orgelspiel unter anderem mit der Dorischen Toccata von Johann Sebastian Bach und einer Toccata aus Heures intimes von Flor Peeters. Die Zuhörer honorierten die Interpreten mit lang anhaltendem Applaus. Schließlich war die Zeit für die dritte Hauptperson des Abends gekommen. Pfarrer Heiner Karnstein hielt eine kurze Laudatio auf Hildegard Schmidt, die seit über 42 Jahren ihren nebenberuflichen Dienst als Kirchenmusikerin der evangelischen Kirchengemeinde Holpe-Morsbach verrichtet. Die 70jährige Ölmühlerin war hauptberuflich Musiklehrerin am Hollenberg-Gymnasium in Waldbröl. Bei ihrer langjährigen Tätigkeit als Organistin hat sie sich, so Karnstein, große Verdienste erworben.
Der Pfarrer konnte an diesem Abend allen Anwesenden ganz aktuell die erfreuliche Mitteilung machen, dass die Evangelische Kirche im Rheinland auf Antrag des Holper Presbyteriums Hildegard Schmidt den Ehrentitel Kantorin verliehen hat. Der Konzertabend hat noch einmal bewiesen, dass auch in kleineren ländlichen Kirchen erstklassige Musikkultur angeboten wird und großen Anklang findet.
Bildunterschrift:
Foto: C. Buchen
Siehe digitales Foto Orgelkonzert u.Ehrung
