JUNGE LEUTE
Eigenes Umweltmusical: Kinder zeigen Stimme, Herz und Haltung
Wiehl – 23 Schülerinnen und Schüler der Chor-AG der GGS Oberwiehl führten das selbst geschriebene Umweltmusical „Mission Wald“ in der Wiehltalhalle auf.
Von Lars Weber
Singend und tanzend einen Wald retten, das muss man erstmal schaffen. 23 Schülerinnen und Schülern der GGS Oberwiehl ist dieses Kunststück am Dienstagabend in der Wiehltalhalle gelungen. Die Dritt- und Viertklässler gehören der Chor-AG ihrer Schule an und brachten gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Kathrin Belo und Rebekka Suhr an diesem Nachmittag ihr Umweltmusical „Mission Wald“ auf die Bühne. Die Geschichte hatten die Lehrerinnen rund um bekannte und weniger bekannte Songs herum selbst geschrieben – und auch um Kostüme, Requisiten und Bühnenbild kümmerte sich die AG selbst und mit viel Liebe zum Detail. Von den rund 200 Gästen – von Eltern und Geschwistern bis zum Bürgermeister-Stellvertreter Udo Kolpe – gab es für die Leistung am Ende tosenden Applaus.
Kurz vor dem Beginn ging es Backstage noch aufgeregt zu. Die letzten Vorbereitungen und Besprechungen standen an, außerdem linsten die Kinder schon ums Eck, wenn die Türe zur Wiehltalhalle geöffnet wurde und sahen aufgeregt, wie sich die Stuhlreihen langsam füllten. Doch sobald sich der Vorhang beiseiteschob, schien die Aufregung wie verflogen. Die Töne saßen ebenso wie die Choreografien bei den Tänzen.
Ein halbes Jahr lang hatte die Chor-AG an allem gearbeitet, erzählte kurz vor dem Auftritt Rebekka Suhr, die gemeinsam mit Kathrin Belo die AG dieses Schuljahr zum ersten Mal leitet. Früh sei ihnen die Idee gekommen, ein Musical auf die Beine zu stellen. Passend zum diesjährigen Schulmotto „Wir sind die Zukunft – Steh auf für Mensch und Umwelt“ hätten sie zunächst einige Songs herausgesucht – von „Nur kurz die Welt retten“ von Tim Bendzko bis zum programmatischen „Halt, das ist unser Wald“ aus dem Film „Die Schule der magischen Tiere 3“. Sie gaben den Rahmen für die Handlung vor.
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Darin zieht das Mädchen Sofie in eine neue Stadt, weil ihr Vater dort ein neues Hotel bauen soll – und zwar ausgerechnet in den Wald, wo Sofies neuen Freunde und Schulkameraden der „Green Guardians“ ihre Freizeit verbringen. Natürlich können die Kinder nicht zulassen, dass ihr grüner Spielplatz dem Erdboden gleichgemacht wird. Sie organisieren eine Demonstration und es gelingt ihnen, dass die Bürgermeisterin nochmal den Rat zusammenruft, um über das Hotel zu sprechen. Am Ende – na klar – gelingt dank des Engagements der Kinder der Kompromiss: Der Wald wird gerettet und das Hotel soll an die Stelle einer verlassenen Industriehalle.
Die Geschichte soll zeigen: Kinder haben auch eine Stimme und sie wollen gehört werden. „Die Rollen haben wir passgenau für die Kinder geschrieben“, erzählte Suhr. So durfte jedes Kind das machen, was es am liebsten wollte: Singen, schauspielern oder tanzen – oder alles zusammen. Auf der Bühne merkte das Publikum den jungen Darstellern an, wie wohl sie sich in ihren Rollen fühlten. Dafür holte Rebekka Suhr am Ende alle Kinder auch nochmal auf Bühne und stellte die jungen Darsteller vor – so durften sie sich jeder noch verdienten Extra-Applaus abholen.
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Kulturelle Auftritte gehören schon lange in Oberwiehl zum guten Ton dazu, wie Schulleiterin Nadine Safarik-Rohr bei ihrer Begrüßung sagte. Mehr als 13 Jahre gebe es die Oberwiehler Schulkultur, bei der es Schülerinnen und Schülern ermöglicht werde, kulturelle Bildung zu genießen unabhängig ihrer familiären Herkunft. Die Kinder nehmen als Zuschauer Konzerte des WDRs, einzelner Opern, aber auch Theaterproduktionen wahr. Hinzu kommen Eigenproduktionen der Grundschule in Form von Tanzaufführungen, Hörbüchern oder auch Konzerten. „Als ‚Schule der Zukunft‘ NRW ist es uns wichtig, kulturelle Bildung als ein Medium zu verstehen, die ‚Bildung nachhaltiger Entwicklung‘ ausdrücken kann“, so die Schulleiterin im OA-Gespräch.
Eigentlich veranstaltet die Schule ihre Eigenproduktionen in ihrer Aula. In diesem Jahr werde diese aber umgebaut, sodass sie zu Gast sein durften in der Wiehltalhalle. Bei Licht und Ton wurden sie beim Musical unterstützt von der Technik-AG des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums.

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