JUNGE LEUTE

Im Schneckentempo zur Ruhe kommen

jt; 07.10.2026, 12:10 Uhr
Fotos: Josephine Tscheliesnigg --- Entspannungstrainerin Natascha Schumann-Frackenpohl mit einer Albino-Achatschnecke.
JUNGE LEUTE

Im Schneckentempo zur Ruhe kommen

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jt; 07.10.2026, 12:10 Uhr
Gummersbach – Eine AG, die sowohl Verantwortung als auch Entspannung fördert – Dank der Achatschnecken an der Förderschule in Vollmerhausen ist dies möglich.

Von Josephine Tscheliesnigg

 

Seit vier Jahren sind an der Förderschule in Gummersbach-Vollmerhausen ganz besondere Tiere zuhause – in einem eigens gestalteten Terrarium finden sich derzeit drei Achatschnecken namens Lilly, Nelly und Max. Damit erfüllte sich der große Wunsch der Kinder nach Haustieren in der Schule. Warum die Wahl auf Schnecken fiel? „Die Haltung ist sehr einfach und erfordert auch nur geringe Kosten“, erklärt Entspannungstrainerin Natascha Schumann-Frackenpohl. In ihrer AG können die Kinder am Nachmittag nach einem anstrengenden Schultag dank der Tiere zur Ruhe kommen und sich entspannen.

 

[Die Achatschnecke frisst AG-Teilnehmer Felix aus der Hand.]

 

Dies wirke sich besonders positiv auf die Schüler aus. „Sobald sie die Schnecke auf die Hand nehmen, fahren sie sofort runter. Das ist, als würde sich ein Schalter umlegen“, erklärt Schumann-Frackenpohl. „Die Schnecke ist ein langsames Tier und lehrt auch die Kinder langsamer zu sein. Denn, wenn sie zu unruhig sind, kommt die Schnecke gar nicht erst aus ihrem Häuschen“, macht sie deutlich.

 

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Die Achatschnecke fördere jedoch nicht nur die Entspannung. Vielmehr lernen die AG-Teilnehmer auch Verantwortung zu übernehmen und können die Entwicklung der Schnecken hautnah miterleben. Zu Beginn gibt die Trainerin den Kindern stets eine Einführung, worauf sie bei den Tieren achten müssen. Auch die Anatomie wird dabei thematisiert. „Die AG fördert die Schüler in vielen unterschiedlichen Bereichen wie zum Beispiel in der Gestaltung aber auch in Naturwissenschaften.“ Gemeinsam werden die Schnecken gefüttert, gewogen und gemessen. Neben Traumreisen zur Beruhigung findet manchmal sogar ein Wettrennen statt. Das letzte dauerte zwar 40 Minuten, doch die Kinder feuerten ihre Wettkämpfer die ganze Zeit tatkräftig an, erzählt Schumann-Frackenpohl stolz.

 

Von Anfang an waren die Schüler eng an der Realisierung des Projekts beteiligt und durften beispielsweise das Zuhause der Schnecken mitgestalten. In dem Terrarium findet sich daher auch eine kleine Sushibar, die die Kinder selbst dafür ausgesucht haben. Jeden Tag darf aufs Neue gewählt werden, an welcher AG sie gerne am Nachmittag teilnehmen möchten. Mittlerweile schauen viele Kinder aber gerne regelmäßig bei ihren Haustieren vorbei, um sie zu besuchen. Doch manchmal gibt es auch Wochen, da muss der Besuch der Schnecken ausfallen. „Die AG soll was Besonderes bleiben und die Kinder müssen auch lernen, dass es sich um Lebewesen handelt, die nicht jeden Tag getätschelt werden wollen, sondern auch mal Ruhe brauchen“, merkt die Initiatorin an.

 

Die langsamen Gefährten würden einen großen Mehrwert bieten, so Schumann-Frackenpohl: „Die Kinder sind entspannter, fokussierter und auch fröhlicher. Das Tier hilft ihnen dabei, vom Schulalltag abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.“ Voller Vorfreude werden auch bald weitere Bewohner im Terrarium erwartet. Ob sie von Lilly, Nelly oder Max stammen ist unklar – Fakt ist: Es finden sich zahlreiche Eier in ihrem Zuhause.

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