JUNGE LEUTE
Intensiv mit dem Holocaust beschäftigt
Lindlar – Gedenkgottesdienst erinnerte an die Befreiung von Auschwitz.
Kürzlich fand in der Jubilate-Kirche in Lindlar ein Gedenkgottesdienst zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 81 Jahren statt. Gestaltet wurde der Gottesdienst von Schülern und Lehrern der vier weiterführenden Schulen Lindlars gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Jennifer Scheier und der Pastoralreferentin Gudrun Schmitz.
Im Mittelpunkt des etwa 40-minütigen Gottesdienstes stand die Frage, was Befreiung bedeutet – damals wie heute. In Texten, Lesungen und stillen Momenten machten die Schüler deutlich, dass Erinnerung mehr ist als ein Blick in die Vergangenheit sei. Sie fordere Verantwortung in der Gegenwart. Eine große Kerze in der Mitte der Kirche wurde später als Zeichen der Befreiung entzündet und stand sinnbildlich für das Licht nach der Dunkelheit der nationalsozialistischen Verbrechen. In Anlehnung an die jüdische Gedenktradition legten Schüler Steine ab und erinnerten so still an die Menschen, die in Auschwitz ermordet wurden.
Die Lieder wurden instrumental von den Lehrern Kai Dehler (Posaune) und René Götze (Trompete) begleitet. Zu Beginn erklang das Lied „Havenu Shalom Alechem“, gespielt auf Saxophon von Josefine Wolf und Pia Hungenberg. Der Gedenkgottesdienst ist Teil eines schulübergreifenden Projekts der Lindlarer Schulen. Die Schüler der 10. Klassen beschäftigen sich im laufenden Schuljahr mit dem Holocaust. Als Höhepunkt dieser Auseinandersetzung ist eine gemeinsame Gedenkstättenfahrt nach Krakau und Auschwitz vom 19. bis 24. April geplant, an der 45 Schüler teilnehmen werden, heißt es in einer Mitteilung der St. Antoniusschule.