JUNGE LEUTE
"Mit Sprache lässt sich absolut alles erfinden"
Wiehl – Bestsellerautor Markus Heitz stellte in der Stadtbücherei Wiehl seine Jugendbuchreihe „Irida“ vor.
Von Katja Pohl
Es verblüfft schon ein wenig, wenn Fantasy-Autor Markus Heitz, der 2003 mit dem modernen Klassiker „Die Zwerge“ den Durchbruch schaffte, zugibt, selbst gar keine Fantasy zu lesen. Der Grund allerdings klingt plausibel: „Ich möchte meine eigenen Ideen nicht verwässern. Und das würde unweigerlich geschehen, wenn ich mich mit den Ideen anderer Autorinnen und Autoren auseinandersetzen würde.“ Für die Jugendbuchreihe um die 14-jährige Irida und ihre drei Freunde, die sich als Viererteam „Die Furchtlosen“ nennen, las der Saarländer sich allerdings tief in die Legenden, Sagen und Mythen rund um seine Heimatstadt Homburg ein. Denn das Geschehen rund um das Städtchen, das in den Büchern Hohenburg heißt, basiert auf vielen mythischen und sagenhaften Geschichten von früher, die den 1971 geborenen Autor von Kindheit an faszinierten.
Das alles und noch einiges mehr verriet er bei seiner bis auf den letzten Platz besetzen Lesung in der Wiehler Stadtbücherei. Er stellte zunächst seinen Werdegang vom Lehramtsstudium über den Journalismus hin zum Schriftsteller vor und gab zu: „Schreiben ist das Coolste überhaupt!“
Anschließend tauchte er in Band 1 der Reihe, „Irida und die Stadt der Geheimnisse“ ein, reiste mit den Zuhörenden in ein Freilufttheater, wo gespenstische Dinge vorgehen, stellte ihnen ein - seltsamerweise überall präsentes - geheimnisvolles Kaninchen vor und brachte Irida und die Furchtlosen in atemberaubende Situationen.
Danach beantwortete er die Fragen der Kinder. „Kinder haben unglaublich spannende Gedanken, auf die Erwachsene eher selten kommen“, hat er in früheren Lesungen festgestellt und sagt, jüngere Leserinnen und Leser wünschten sich oft, eher die Person hinter dem Buch kennenzulernen.
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[In der Wiehler Stadtbücherei stellte er seine Reihe rund um "Irida und die Furchtlosen“ vor.]
Aber manche der jungen Lesungsgäste schreiben auch selbst und stellen dann durchaus dazu passende Fragen. Und so wurde Markus Heitz auch in Wiehl gelöchert, wie er es schafft, kreativ zu bleiben, wie er seine Bücher plant, woher die Namen der vielen Figuren kommen. Der Name Irida zum Beispiel verweist auf das doch manchmal aufbrausende Temperament des Mädchens. „Wut auf Latein übersetzt heißt Ira. Daraus habe ich Irida gemacht.“ An Ideen mangelt es dem Autor nicht. So erklärte er den Zuhörenden, es gäbe rund 20 Notizbücher voller Skizzen für Bücher oder Situationen, es kämen ständig neue dazu und er schreibe jeden einzelnen Tag im Jahr.
Auf die Frage, wie er an ein neues Buch herangehe, erläutert Markus Heitz, er sei ein akribischer Planer, der vorab immer schon wisse, wie sich die Handlung, die Figuren entwickeln. „Mir gibt ein fester Rahmen Sicherheit. Aber im Grunde muss jeder, der schreiben möchte, für sich selbst herausfinden, welche Methode gut zu ihm passt“, motivierte er die Kinder, sich eigene Geschichten auszudenken. Denn, so ist der Saarländer überzeugt: „Mit Sprache kann man absolut alles erfinden. Da gibt es keine wirklichen Grenzen.“
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[Zum Schluss gab es viele Autogramme und Gelegenheit, noch einmal kurz mit Markus Heitz zu plaudern.]
Zum Abschluss der Lesung signierte er Bücher und plauderte mit Kindern und Erwachsenen, um sich dann auf den Heimweg zu machen – immerhin soll nächstes Jahr eine neue Buchreihe für jugendliche Leserinnen und Leser erscheinen, in der Irida vielleicht eine Gastrolle haben könnte.
Die dreibändige Reihe um Irida und die Furchtlosen ist im Oetinger Verlag erschienen. Die Bücher kosten jeweils 18 Euro.
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