JUNGE LEUTE
„Nicht nur gute Leistung, sondern auch Haltung gewürdigt“
Gummersbach – Die Abiturientin Kristina Tsaturian hat den Förderpreis des Lindengymnasiums bekommen – Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Von Lars Weber
Kristina Tsaturian hat am Freitag den Förderpreis des Städtischen Lindengymnasiums verliehen bekommen. Die Übergabe fand im Rahmen der Abitur-Entlassfeier in der Aula des Gymnasiums statt. Der Preis wird als Anerkennung an besonders begabte, leistungswillige und sich durch ihre Persönlichkeit auszeichnende Schülerinnen und Schüler verliehen. Er soll zur Motivation für weiteres Lernen und Arbeiten beitragen. Dotiert ist der Preis mit 5.000 Euro, die zweckgebunden sind, zum Beispiel für das Studium oder einen Auslandsaufenthalt. Es ist ein besonderer Abiturjahrgang. Aufgrund des Übergangs von G8 auf G9 wurde das Lindengymnasium als Bündelungsschule ausgewählt, auf der Jugendliche aus der ganzen Region – auch aus den Nachbarkreisen – zusammenkamen. Aus diesem Grund fiel der Abiturjahrgang mit 41 Absolventen kleiner aus als sonst. Für den Preis hatte es nur Bewerberinnen gegeben.
Thomas Hildebrand hielt die Rede bei der Verleihung. Er ist Steuerberater und Geschäftsführer bei Advisio Gummersbach ETL. Die Firma gehört neben Ferchau Management, Frank Grebe, Thomas Lauterbach, dem Lions Hilfswerk Gummersbach und Dirk Steinbach zu den sechs Stiftern des Preises. Hildebrand war in diesem Jahr auch in der Jury, zu der neben Vertretern der Förderer auch Markus Niklas, Leiter des Gymnasiums, ein Vertreter der Schulpflegschaft sowie ein Vertreter des Fördervereins zählten.
Nicht nur gute Leistungen werden mit dem Zukunftspreis gewürdigt, sondern auch Haltung, sagte Hildebrand. Mit dem Preis werde eine Brücke geschaffen zu Studium oder Ausbildung. Kristina Tsaturian habe nicht nur herausragende Leistungen und schulisches Engagement an den Tag gelegt, sondern sich auch außerschulisch und sozial eingesetzt. Sie habe auch positive Impulse für andere gesetzt, nicht nur für sich. „Du bist eine würdige Preisträgerin“, sagte Hildebrand.
In der Begründung des Fördervereins heißt es, dass Tsaturian zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit sehr erfolgreicher Englisch-Nachhilfe unterstützt habe. Im Rahmen des Ferienprogrammes „Welcome back to school“ führte sie pädagogische Übungen mit Kindern im Alter von zehn bis zwölf Jahren durch und stärkte damit deren Lernmotivation. Während ihrer Teilnahme am einjährigen Projektkurs „Labor Neue Kunst“ am Gymnasium bereitete sie sich intensiv auf die Abschlussausstellung vor und präsentierte ein von ihr eigenständig entwickeltes Kunstwerk, das sowohl Kreativität als auch fachliche Tiefe zeigte.
Weiter nahm Tsaturian im vergangenen Jahr an der 32. Sommerakademie der Hochbegabtenstiftung der Kreissparkasse Köln teil und wirkte in der Arbeitsgemeinschaft „Performing Literatur“ mit, wo sie ihre literarischen Talente weiterentwickelte. Neben ihrem schulischen Wirken sei die Abiturientin politisch sehr interessiert und verfolge ein tiefes Interesse an gesellschaftlichen Themen. Nach dem Schulabschluss plant sie, ein Lehramtsstudium aufzunehmen, um ihre Leidenschaft für Bildung und Pädagogik langfristig zu professionalisieren.
Das Abitur steht in diesem Jahr unter dem Motto „Abbi – The winner takes it all“. Schulleiter Markus Niklas lobte den Jahrgang, von dem manche Schülerinnen und Schüler eine „kleine Weltreise“ unternehmen mussten, um jeden Morgen in Gummersbach zu sein. Viele der jetzigen Abiturienten hätten sich zum Start der Oberstufe nicht gekannt. Er lobte, dass ein großer Zusammenhalt entstanden sei. „Nun steht ihr alle auf der Gewinnerseite.“ Gratuliert wurde auch von Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit. Es sei ein kleiner, aber feiner Abschlussjahrgang. Er bekräftigte in der Diskussion um eine Würdigung des berühmten Sohns der Stadt, dem verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas, dass das Lindengymnasium seinen jetzigen Namen behalten solle.
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