JUNGE LEUTE
Von der Familienidee zum Kinderbuch
Hückeswagen - Valentina Owtschinnikow und ihr Sohn Micha haben eine Geschichte gegen Ärger und Mobbing geschrieben – Ein Mitmachbuch für die Kleinen und ihre Eltern.
Von Josephine Tscheliesnigg
Kurz vor dem Einschlafen erzählt Valentina Owtschinnikow ihrem Sohn Micha gerne eine Gute-Nacht-Geschichte. Dass aus einer ihrer Erzählungen ein ganzes Kinderbuch wird, das hätte sie allerdings nicht gedacht. Dank der Kreativität von Mutter und Sohn, fügte sich die Geschichte Stück für Stück zusammen, sodass sie nun das fertige Endergebnis voller Stolz in den Händen halten können.
[Foto: Valentina Owtschinnikow --- Das Buch "Ida und Mika in der Wolkenzauberschule".]
In dem Buch „Ida und Mika in der Wolkenzauberschule“ geht es um das gleichnamige Geschwisterpaar, was nach seinem sechsten Geburtstag endlich die Zauberschule besuchen darf. Dort treffen sie auf einen Jungen, der stets von einer dunklen Wolke begleitet wird und mit Blitzen um sich schießt. Als es eines Tages auf ihn hinab regnet, fassen Ida und Mika den Entschluss ihn aufzumuntern, anstatt sich einschüchtern zu lassen.
Mit ihrer Geschichte möchte Valentina Owtschinnikow darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen, wenn ein Kind andere ärgert, um zu sehen was dahintersteckt. „Manche Kinder nehmen Ärger von zuhause mit und projizieren das auf andere. Daher ist es wichtig, dass man mit ihnen redet, um zu verstehen, warum sie gemein zu anderen sind“, erläutert die Autorin.
Um Gespräche zwischen Eltern und ihren Kindern anzuregen, ist die Erzählung als Mitmachbuch konzipiert. So sind neben Ausmalbildern und Rätsel auch Quizfragen zum Reflektieren enthalten. „Kinder ärgern sich gerne untereinander, daher wollte ich etwas gegen Mobbing einbauen“, so Owtschinnikow. Vor allem im persönlichen Auftreten sieht sie einen wichtigen Aspekt: „Mir ist aufgefallen, dass die Körperhaltung der Kinder entscheidend ist. Denn dadurch wird deutlich, einer lässt das mit sich machen oder tritt selbstbewusst auf und sagt 'Nein, mit mir nicht.'“
Das Buch hat Valentina Owtschinnikow im Selbstverlag veröffentlicht. Dass dies recht schnell und einfach gelingen kann, hat sie sehr überrascht. „Ich hätte nie gedacht, dass es was wird, weil ich mir sicher war, dass eine Veröffentlichung sehr schwierig wäre.“ Doch da sie bereits lange im Voraus den Wunsch hegte ein eigenes Buch zu veröffentlichen, gab sie sich einen Ruck. „Ich dachte mir: 'Komm, mach doch einfach, du wünscht dir das schon so lange!'“
Da die Mutter nicht viele Kinderbücher kannte, die Mitmachseiten enthalten, wollte sie es anders machen. Mit dem Ziel, ein kleines „Anti-Mobbing-Training“ in einem Buch zu verpacken, hofft sie nun, dass sich auch andere darüber freuen können. „Es ist schön etwas in der Hand zu halten, wo mein Name draufsteht“, freut sich Owtschinnikow. Obwohl sie meistens nur abends an der Geschichte feilen konnte, dauerte es gerade einmal vier Wochen, bis sie vollendet war. Von Freunden und Bekannten wurde sie während des Prozesses gut unterstützt. Mithilfe der Meinung ihres Mannes und ihrer Schwester, konnte sie die Geschichte nach und nach ausbessern, denn ihr war es wichtig, dass Michas Ideen gut verständlich sind und beim Lesen Bilder im Kopf entstehen. Heute freut sich Owtschinnikow sehr über das Buch – vor allem darüber, dass es zusammen mit der Kreativität ihres Sohnes entstanden ist.
Nach der Veröffentlichung erhielt sie ein durchweg positives Feedback für die kleine Geschichte. „Mein Bekanntenkreis meinte auch, dass das Thema sehr wichtig ist und vor allem, dass man mit den Kindern darüber spricht“, erzählt Owtschinnikow. Dass noch eine weitere Geschichte von den beiden erscheint, sei definitiv nicht ausgeschlossen, erzählt die Autorin. Ihr Sohn Micha habe nämlich noch jede Menge Ideen.