KARNEVAL

„Die Leute haben trotzdem Bock!“

lw; 16.02.2026, 19:08 Uhr
Fotos: Thomas Wirczikowski --- Hatten "Bock" auf den Zug: das Prinzenpaar Marin (Balogovic) I. und seine Prinzessin Jolina Huhle, geschützt von Regencapes.
KARNEVAL

„Die Leute haben trotzdem Bock!“

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lw; 16.02.2026, 19:08 Uhr
Engelskirchen – Tausende Menschen bevölkerten den Ort beim Rosenmontagszug der KG Närrische Oberberger – 1.800 Teilnehmer beim Zoch.

Von Lars Weber

 

Bunt, laut und mit ungebrochen guter Laune sind heute 1.800 Zugteilnehmer durch die Straßen Engelskirchens gezogen. Gestern noch von der Sonne geküsst, musste das närrische Volk heute vorlieb nehmen mit Schnee(-Matsch) und Regen. Das Wetter machte sich bei der Besucherzahl zwar deutlich bemerkbar, aber es waren natürlich trotzdem Tausende gekommen, um dem Alltag eine Pause zu gönnen. Das Motto der KG Närrische Oberberger lautet im 133. Jahr nicht umsonst „Et leeve is zo koot för irgendwann“. Leben im Hier und Jetzt, das konnten in Engelskirchen beim traditionellen Rosenmontagszug inmitten von tonnenweise Kamelle und Strüßje jedenfalls alle: KG, Zugteilnehmer und Zuschauer.  

 

Der Lindwurms startete erneut auf der Leppestraße, bog in die Bergische Straße ein, wendete an der Grundschule und schlängelte sich dann wieder zurück zur Märkischen Straße bis auf die Hardt, wo er sich am Festzelt auflöste. Der „Begegnungsverkehr“ auf der Bergischen Straße und an der Kreuzung sorgte immer wieder für wilde Partyszenen.

 

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Doch auch Party braucht viel Rücksicht: Denn an dieser Stelle wird es richtig eng. Wie Zugleiter Andreas Trenkmann vor dem Start sagte, werde der Kreuzungsbereich deshalb in diesem Jahr besonders beobachtet, auch von Kreisordnungsamt und Polizei. Es wurde extra Sicherheitspersonal dafür abgestellt. Und auch sonst wurde erneut an den Auflagen geschraubt, sodass die KG noch kurz vor dem Zug auf der Suche nach weiteren Wagenengeln war. Allein rund 150 sorgen direkt an den Wagen und den dicken Reifen der Traktoren für die Sicherheit der Besucher, 40 mehr als noch im vergangenen Jahr.

 

Trenkmann freute sich darüber, mit der Teilnehmerzahl jetzt wieder auf dem Niveau zu sein wie vor der Pandemie. Zwar bliebe die Gruppenzahl stabil (52 in diesem Jahr, 30 Festwagen), die Gruppen werden dafür immer größer. Auch ein Nebeneffekt der Auflagen und der Kosten. Für einen großen Festwagen kommen schnell deutlich fünftstellige Beträge zusammen, die kann man gemeinsam natürlich besser stemmen. „Drei Gruppen sind mit mehr als 70 Personen am Start“, so Trenkmann. Das freute den Zugleiter natürlich. „Trotz aller Auflagen: Die Leute haben Bock!“

 

[Die Teilnehmer hatten etliche Stunden Arbeit in ihre Kostüme gesteckt - und es hat sich gelohnt.]

 

Bock hatte auch das Prinzenpaar Marin (Balogovic) I. und seine Prinzessin Jolina Huhle. Vom Wetter wollten sie sich jedenfalls nicht unterkriegen lassen und waren wie viele Zuschauer und Zugteilnehmer auch bestens mit Regencapes und Regenschirmen ausgestattet. Die vergangenen Tage haben schon viel Eindruck hinterlassen, gerade die „grandiose Prunksitzung“ am Samstag. Die Tage seien noch schöner gewesen, als sie sich das erträumt habe, sagte die Prinzessin. Den Rosenmontagszug als Höhepunkt wollten die beiden einfach nur noch genießen.

 

Jot drop waren selbstredend die Zugteilnehmer in ihren wunderbar kreativen Verkleidungen. Da wurde auf Safari gegangen (Karnevalsfründe), in See gestochen (Lenkeler Piraten oder auch die Wilde 13 + PassiEvents), alles auf eine Karte gesetzt (Jecke Höhner), eine Reise nach Schottland organisiert (Hofstaat 93/99 un Fründe) oder auch das Abenteuer im Aztekenreich gesucht (Steeger Hütte un Fründe). Was zu feiern – neben dem Karneval an sich – gab es bei den holländischen Jecken von De Oranjes-Fidele Kiesköpp und den Mädels vom Lande – beide Gruppen gibt es schon zehn Jahre.

 

Unter das närrische Volk mischten sich Dinos, Clowns, allerlei Tiere aus Zoo und Dschungel und auch die 70er-Jahre bleiben als Kostüm beliebt. Der Fantasie wurde da freien Lauf gelassen, auch wenn viele Verkleidungen angesichts des Regens unter bunten Capes verschwanden.

 

[Jung und Alt genossen den Zug.]

 

Fester Bestandteil des Zugs waren natürlich auch die Musikwagen um die traditionell lauten „Maler“ der Landjugend Engelskirchen, die Hopfenjäger, die Feuerwehrfrauen- und Männer der Märjelingener Jungs oder Wann Orsen, die erneut der Gefängnisinsel Alcatraz einen Besuch abstatteten. Den Kontrapunkt setzte der Musikverein Loope mit handgemachter Musik. Die Mitglieder schienen gegen den Regen anzuspielen.

 

Natürlich musste die Party nach der Zieleinfahrt des Zugs noch lange nicht zu Ende sein. Im Anschluss ging es im Festzelt mit dem Rosenmontagsball weiter.

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