KARNEVAL

Emotionale Überraschung beim Zoch

ks; 15.02.2026, 22:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung, Katharina Schmitz (5) --- Zum Motto „Korn für Korn zur Narrenform“ nahm die Gruppe Felderhoferkamp in Popcorn-Kostümen am Zug teil.
KARNEVAL

Emotionale Überraschung beim Zoch

ks; 15.02.2026, 22:00 Uhr
Wipperfürth – Beim Karnevalszug der Narrenzunft Neye zogen heute 41 Gruppen durch die Stadt – Prinz Lucca I. wurde am Neye-Hotel von seinen Großeltern überrascht.

Auf den Wipperfürther Straßen waren heute wieder tausende bunt kostümierte Jecke unterwegs. Während die einen Kamelle und Strüßjer und Möhren und Flönz schmissen, sammelten die anderen fleißig ein. Zwar war es bitterkalt und es wehte ein eisiger Wind, doch die Sonne machte einiges wieder wett. „Weiberfastnacht wurden wir so durchnässt. Da ist es heute umso schöner“, freute sich Zugmoderator Axel Brandenburg, der – wie am Karnevalssonntag üblich –, auf einem Balkon des Neye-Hotels stand. Doch heute war er nicht allein. Mit ihm warteten dort Werner (89) und Brunhilde (88) Steinbach, die Großeltern von Prinz Lucca I. Im Januar haben die beiden ihre Eiserne Hochzeit gefeiert und auf der Fete – passenderweise im Neye-Hotel – Axel Brandenburg kennengelernt. Da wurde direkt der Plan geschmiedet: die Großeltern als Überraschung für den Prinzen auf dem Balkon des Hotels. „Er weiß nichts davon“, sagte Brandenburg grinsend.

 

[Das diesjährige Dreigestirn der Narrenzunft: Prinz Lucca I. (23, M.) zusammen mit Bauer Benjamin (32) und Prinzessin Johanna (25).]

 

Der Startschuss für den Zug der Narrenzunft Neye fiel traditionell um 12:11 Uhr. Zunächst zogen die Jecken „krüzz un quer“ durch die gleichnamige Siedlung, ehe es über die Egener Straße vorbei am Neye-Hotel Richtung Innenstadt ging – und das in diesem Jahr sogar überpünktlich. Kurz vor 14 Uhr wurden dort schon die ersten Kamelle geschmissen. Weiter ging es zur Bahnstraße und in die Radiumstraße, über den Kölner-Tor-Platz und die Hochstraße bis hin zum Marktplatz. 41 Gruppen bildeten in diesem Jahr den Zug – und damit drei Gruppen mehr als im Vorjahr. Mit dabei waren auch die drei Karnevalsvereine aus der Hansestadt: Neben der Narrenzunft haben auch wieder die „KG Baulemann“ und die „Hanse Husaren“ am Zug teilgenommen.

 

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Zum ersten Mal war die Gruppe „Dea – Die etwas anderen“ aus Herdecke dabei. Sie hatten die weiteste Anreise zum Zug. Unter dem Motto „Karneval ist kunterbunt“ zogen sie erstmals durch die Hansestadt – und waren so begeistert, dass sie unbedingt wiederkommen wollen. Die Helios Klinik Wipperfürth war mit einem Muppet-Show-Wagen dabei, auf dem unter anderem Miss Piggy und das Krümelmonster zu sehen waren. Die Tanzgarde Kürtener Lüüs trugen bunte Disneykostüme – und hatten mit Carina ein „Geburtstagskind“ auf dem Wagen. Auch der „bärenstarke“ TV Klaswipper war wieder mit einer Fußgruppe und einem Bagagewagen vertreten – und während vorne ein riesengroßer Teddybär durch die Menge gefahren worden ist, liefen hinterm Wagen zahlreiche als Bären verkleidete Jecke her.

 

[Sonnenschein in Wipperfürth: das Wetter meinte es gut mit den Jecken.]

 

„Die Messdiener“ haben sich vom computeranimierten Spielfilm „Oben“ inspirieren lassen. Hunderte Luftballons hingen an dem Trecker, der zur Gruppe gehörte – und „Die Messdiener“ feierten passenderweise zum Lied „Oben unten“ von den Räubern. Der Hit dieser Session ist zweifelsfrei „Karnevalsmaus“ von der Bonner Band Druckluft – und so tanzten die Mitglieder der Reitergemeinschaft Kremershof verkleidet als Karnevalsmäuse durch die Stadt. Auch die BEW war wieder mit dabei. Unter dem Motto „Sonne drop, Strom em Hätz, Dat es Energie+“ trugen sie lange Reifröcke mit abgebildeten Solaranlagen drauf. „Die jecken Tannen von Thier“ zogen verkleidet als Weihnachtsbäume mit und die „IG Siebenborn und Umgebung“ feierte ihr 60-jähriges Bestehen mit einem „Best of“.

 

[Die ehemalige Prinzessin Bianca Berghaus (l.), Zugmoderator Axel Brandenburg (2.v.l.) und Wiebke Harke (r.) haben sich zusammen mit Werner und Brunhilde Steinbach, den Großeltern von Prinz Lucca I., den Zug angesehen.]

 

Das „Zug-Finale“ wurde eingeleitet von dem Tanzcorps Blau-Weiß Neye, das einige Hebefiguren zeigte: erst waren die Tanzmäuse an der Reihe, dann die Tanzbärchen und zum Abschluss die Tanzgarde. Nach dem Tanzcorps und den Senatoren der Narrenzunft erreichte dann auch das diesjährige Dreigestirn das Neye-Hotel – und Prinz Lucca I. erkannte direkt, welche Überraschung da auf ihn wartete. „Ich habe sie direkt entdeckt“, sagte er in sein Mikrophon. Da hatten Oma Brunhilde und Opa Werner auch schon feuchte Augen. „Vielen Dank für eure Unterstützung in dieser Session – und für alles. Ich kann nicht weiter schwade, sonst kommen mir die Tränen“, sagte der Prinz. Für die Großeltern war das ein ganz besonderer Moment, wie Oma Brunhilde sagte: „Dass wir das noch erleben dürfen in unserem Alter, dass unser Enkel Prinz ist, das ist schon was.“

 

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