KARNEVAL

Farbenfroher Zug der guten Laune und Toleranz

ls; 15.02.2026, 19:15 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Viele bunt kostümierte Gäste und Zugteilnehmer sorgten für ein farbenfrohes Bild im Lindlarer Ortskern.
KARNEVAL

Farbenfroher Zug der guten Laune und Toleranz

ls; 15.02.2026, 19:15 Uhr
Lindlar – Tausende Jecke feierten heute im Ortskern und freuten sich über einen bunten Lindwurm mit viel Kamelle.

Von Leif Schmittgen

 

Bunt und farbenfroh präsentierten sich heute die 43 Gruppen, die zu Fuß oder auf meist aufwendig gestalteten Wagen den Lindwurm durch die Gemeinde bildeten. Einen besonderen Tupfer setzten zum Beispiel die „Horjasser Jecken“ (Hartegasse), die dieses Mal als versprengte „Professoren der guten Laune“ den Zug aufmischten. Das wohl ausgefallenste Motto des Tages. „Wir haben die KI nach seltenen Karnevalsmottos befragt und die meisten haben dann dafür gestimmt“, verriet Justin das Geheimnis. Binnen drei Wochen wurde der Wagen gestaltet und die 40 Jecken feierten ein rauschendes Fest. 

 

[Das Damendreigtirn genoss das Bad in der jecken Menge.]

 

Premieren-Gäste waren „40 Johr jeck und bunt - Mir fiere et Leeve kunterbunt“. Regina Polkow hatte im Oktober die Idee, mit Freunden und Familie ihren 40. Geburtstag zu feiern. Dass dieser auf den heutigen Sonntag fiel, nahm die sowieso karnevalsbegeisterte Jubilarin zum Anlass, gleich mit einem Wagen im Zug zu feiern und es richtig krachen zu lassen. 30 Erwachsene und 20 Kinder waren auf dem Wagen dabei. „Wir überlegen, ob wir im nächsten Jahr wieder dabei sind“, so das Geburtstagskind. Sie hatte bei ihrem ersten Auftritt im Zug jedenfalls viel Spaß und genoss das Bad in der Menge.

 

WERBUNG

Seit Jahr und Tag sind die „Lenkelner Piraten“ begeisterte Teilnehmer. Sie setzten bei der Wagendeko auf Altbewährtes und holten den Hänger an Karneval unverändert im Piratenlook wieder aus dem Schuppen hervor. „Wir bauen nichts um und ändern auch unser Motto nicht“, verriet einer der Seeräuber. Dafür ist das Vehikel technisch bestens ausgestattet und verfügt unter anderem über eine Porzellantoilette samt Ableitungssystem.

 

 

Heute ein Auswärts-, morgen ein Heimspiel, so das Feiermotto der Landjugend Engelskirchen (Foto unten). Die rund 70 Freunde sind seit einigen Jahren Stammgäste in Lindlar und sind morgen in ihrer Heimatgemeinde ebenfalls zum Rosenmontagszug am Start. Bürgermeister Sven Engelmann – selbst langjähriges Mitglied der KG Rot-Weiß Lindlar – hatte auf dem Wagen des Elferrats Platz genommen. Den krönenden Abschluss bildete das Gefährt des Damendreigestirns Prinz Sandra I., Jungfrau Gabi und Bauer Manu, die das Bad in der Menge wie alle übrigen Protagonisten sichtlich genossen. 

 

Die Zeiten werden auch im Karneval nicht einfacher. Zwar griffen die Zugleiter Frank Schiffbauer und Oliver Knauf von der KG auf das im vergangenen Jahr aufwendig erstellte Sicherheitskonzept (unter anderem Lkw-Sperren an jeder Zufahrt) zurück, die steigenden Auflagen aber machen es den ehrenamtlich agierenden Karnevalisten nicht leichter. Im vergangenen Jahr waren es noch insgesamt 45 Fuß- und Wagengruppen, darunter Vertreter von Sport- und Ehrenamtsvereinigungen wie „Mer don et für Lindlar“ oder „bunte Zugvögel“. Heute waren es zwei weniger: „Eigentlich läuft es gut bei uns“, befand Schiffbauer. Trotzdem bemerkte er bei den Anmeldungen etwas mehr Zurückhaltung. „Die Preise für Wurfmaterial haben sich teilweise verdoppelt“, machte der Organisator einen möglichen Grund für den leichten Teilnehmerrückgang aus.

 

 

Eigentlich sollte sich der bunte Lindwurm, wie seit Jahren üblich von den brasilianischen Klängen der Gruppe „Sambaloco“ angeführt, pünktlich um 14 Uhr von der Rheinstraße in Richtung Zentrum in Bewegung setzen. Dem machte aber eine entgeisterte Autofahrerin aus dem Sauerland einen Strich durch die Rechnung. Sie war mit ihrem Wagen wohl falsch abgebogen und musste nun ungeplant stoppen. Kurzerhand musste die Frau daraufhin auf dem Parkplatz eines Privatgrundstücks eine Zwangspause einlegen, ehe sich der Tross mit vierminütiger Verspätung in Bewegung setzte.

 

Den seit dem Mittag auf den Straßen feiernden Jecken war es egal, die Menschen genossen den Kamelleregen, jubelten den Teilnehmern vom Straßenrand oder den Balkonen der Häuser zu. Ebenso farbenfroh wie der Zug waren die Kostüme. Neben Klassikern wie Piraten und Clowns fanden sich auch Blumentöpfe, Freiheitsstatuen oder Füchse im Mangastil und die eine oder andere „flotte Biene“ unter den Verkleideten. Kölsche Töne gab es nicht nur von den Musikvereinen Linde und Lindlar, auch aus zahlreichen Boxen erklangen „Op die Liebe un et Lävve – Alle Jläser huh“ und weitere Stimmungsmacher, die für einen farbenfrohen Zug der guten Laune sorgten. 

BILDERGALERIE

WERBUNG