KARNEVAL

Größter Zug seit zehn Jahren: Mueschbecher Jecken trotzen dem Wetter

pn; 16.02.2026, 18:37 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung ---- Prinzessin Liya I. ließ sich vom schlechten Wetter nicht die gute Laune verderben und feierte mit zahlreichen Jecken am Straßenrand den Mueschbecher Rosenmontagszug.
KARNEVAL

Größter Zug seit zehn Jahren: Mueschbecher Jecken trotzen dem Wetter

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pn; 16.02.2026, 18:37 Uhr
Morsbach - Beim Rosenmontagszug der KG Morsbach lassen sich die 40 Gruppen und Vereine die gute Karnevalslaune nicht vom schlechten Wetter vermiesen.

Von Peter Notbohm

 

Kalt, windig und nass: Doch getreu dem norwegischen Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ feierten trotzdem tausende Jecken in Morsbach den Rosenmontagszug. Bis zur Halbzeit schien der Wunsch von Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski nach trockenem Wetter noch in Erfüllung zu gehen. Als der Zug sich gegen 13:11 Uhr in Bewegung setzte, herrschte tatsächlich noch strahlender Sonnenschein über der Republik, von Westen näherten sich allerdings bereits dunkle Wolken. Nachdem etwa die Hälfte der insgesamt 55 Fußgruppen, 31 Mottowagen und drei Musikvereine das Zentrum in Morsbach am Kreisverkehr passiert hatte, öffnete Wettergott Petrus dann auch seine Schleusen und machte Regencape und Regenschirm zur Pflicht für jeden Karnevalisten.

 

[Reichlich Kamelle gab es für die vielen Kinder am Straßenrand.]

 

Das machte sich auch in die Zuschauerzahlen am Straßenrand bemerkbar. Obwohl in Morsbach mit 40 Gruppen und Vereinen (1.600 Teilnehmer, davon allein 200 Wagenengel) der längste Zug seit über zehn Jahren durch die Ortschaft zog, kamen längst nicht so viele Menschen wie in den Vorjahren. Zugleiter Peter Becker hoffte zum Start noch auf 8.000 bis 10.000 Besucher, vermutlich dürften aber weniger die Straßenrände gesäumt haben.

 

 

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Diejenigen, die gekommen waren, erlebten dafür einen 'Zoch', der auch in diesem Jahr wieder bunt, laut und (lokal)politisch angehaucht war. Kreativ und frivol nahmen „Die Dullys“ die diesjährige Tollitätensuche der KG Morsbach aufs Korn. Unter dem Motto „Aktiv gegen den Prinzen-Notstand → Rattern bis der Arzt kommt“ hatte die Gruppe ihren Wagen in ein durchweg wackelndes „Lovemobil“ mit dem Namen „Prinzen-Manufaktur - Do et für Mueschbech“ verwandelt und waren als Bordsteinschwalben unterwegs, die immer wieder männliche Passanten in ihren Wohnwagen locken wollten.

 

[Das Lovemobil der Dullys war eins der Highlights des Rosenmontagszuges in Morsbach.]

 

Auch andere Wagen näherten sich dem Thema zwischenmenschliche Beziehungen an. So flogen die Fallschirmjäger der Fußgruppe „Alte Funkengarde“ unter dem Motto „Wir fliegen durch die Wölkchen und sehen so manches Fisternöllchen“ ein. Die Hueschosser Jongen Partei (HJP) forderten als „Geile Gockel“ hingegen „Wir sperren die geilen Gockel fot, dat gibt sonst nur Beziehungsschrott...“ - eine Anspielung auf die Epstein Files.

 

[Video: Eric Mertens.]

 

Die Fußgruppe der Leonardo Da-Vinci-Schule griff das letztjährige Thema der „Krawallas“, die Schließung von Schwimmbädern, unter dem Motto „5 Jahre Trockenschwimmen, jetzt Poolposition – Das Crazy“ auf. Werbung für lokale Produkte machten derweil „Alarm & Jecke Fründe“, die „Hütter Landeier“ sowie die Fußgruppe „F.E.S.T. Lichtenberg“, die für den geplanten Tante-Enso-Markt in Lichtenberg warb.

 

Die „Beer Bitches“ hatten sich mit ihrer Skisprungschanze den Olympischen Winterspielen verschrieben und für die „Kolping Jugend“ ging es mit Popcorn ins Kino. Nicht fehlen durfte natürlich der Persiflagewagen auf den Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchen. Die „Partyvögel“ versprachen jedenfalls: „Wir bringen ihre Schäfchen ins Trockene“. Apropos Schafe: Der Damen-11er-Rat der KG Windhagen war als Schafsherde von Prinzessin Liya I. unterwegs. Musikalisch untermalt wurde das Ganze von der Mariachi-Band des Morsbacher Kegelclubs „Knall Drop“, die nach den fliegenden Hinkelsteinen im Vorjahr, sich in diesem Jahr vorgenommen hatte, „die Senioritas der Republik mit Rhythmus im Blut zu verzaubern“.

 

[Ob Mariachi-Band oder Schafsherde: Morsbachs Karnevalisten präsentierten sich kreativ.]

 

Zugleiter Becker war jedenfalls auch in diesem Jahr von der Kreativität der Mueschbecher Karnevalisten begeistert und freute sich zudem über den Besuch vieler befreundeter und benachbarter KG's in der Gemeinde: „Wir merken, dass die Freunde am Karneval weiter ungebrochen ist.“ Einen besonderen Dank richtete er an die Wagenbauer, die dafür gesorgt hatten, dass alle Sicherheitsauflagen auch in diesem Jahr zeitnah erfüllt wurden, sowie an den Bauhof der Gemeinde, der alle Straßen und Bürgersteige in den Morgenstunde vom Schnee weitgehend befreit hatte.

 

Den krönenden Abschluss bildete Prinzessin Liya I. Die Schülerin ist mit ihren 13 Jahren die jüngste Tollität in der mehr als 50-jährigen Vereinsgeschichte der KG Morsbach. Unter dem Motto „Kein Prinz und auch kein Dreigestirn in diesem Jahr – die erste Jugendprinzessin der KG Morsbach ist jetzt da. Pferde, Feuerwehr und Karneval, das ist für mich die beste Wahl. Mit euch durch die Session zu geh'n, das ist mein Traum in Mueschbech daheem“ hatte sie rund 75 Auftritte in den vergangenen Monaten absolviert. Begleitet wurde sie während der Session von ihrem Vater, Ex-Bürgermeister Jörg Bukowski, sowie den Prinzernführern Markus Held und Lars Stark und drei engen Freundinnen.

 

[Die Fallschirmjäger der Fußgruppe „Alte Funkengarde“ ließen sich vom Regen nicht aufhalten.]

 

Es sei eine „tolle Session“ gewesen, betonte die Prinzessin kurz vor dem Start des Zuges. Entsprechend stolz war auch ihr Vater: „Es gab durchweg positives Feedback aus allen KG's. Natürlich war das für alle die Frage im Vorfeld, dass eine 13-Jährige Prinzessin wird, aber ich glaube, keiner hat es bereut.“ Die Schülerin wurde auf ihrem Mottowagen, der von ihrer Mutter Jasmin Bukowski entworfen wurde und in den zahlreiche Stunden an Arbeit geflossen waren, von ihren Adjutantinnen Maira Hombach und Victoria Bolte begleitet. Sie sorgten trotz des schlechten Wetters für viel gute Laune und warfen von ihrem Turm reichlich Kamelle unters Volk. Für die Karnevalisten ging es im Anschluss an den Zug weiter ins Festzelt. Auch morgen stehen für Prinzessin Liya I. noch vier Auftritte an.

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