KARNEVAL
KG Rot-Weiß Denklingen verschenkte Kamelle und Gaudi
Reichshof - Mit 32 Fußgruppen und Mottowagen präsentierte sich der Karnevalsumzug der KG Rot-Weiß Denklingen so groß und jeck wie nie zuvor.
Von Ute Sommer
„Brot und Spiele“ lautete das Motto für die Volksbelustigung im alten Rom, „Kamelle und Gaudi“ hieß das Motto beim heutigen Umzug der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Denklingen. Bei bestem Wetter standen Tausende kostümierter Jecken entlang des Zugweges aufgereiht und warteten auf den Kamelle-Regen und den bunt gemischten „Gaudiwurm“ aus Fußgruppen und Mottowagen. Trotz kaltem Wind machten die Musiker der Musikschule Legato einen Superjob und brachten die Zuschauer mit kölscher Stimmungsmusik in Karnevalslaune, gefolgt von der Garde Blau-Weiß, der Funkengarde, dem Vorstand, Elferrat, Damenelferrat, den Rotjacken und ihrer Hoheit, Prinzessin Lyia I. aus dem Hause Bukowski, von der KG Morsbach.
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[Das Rathausteam mit der Kostüm-Directrice vom Bauamt (re.) und Bürgermeister Jan Gutowski (li.), der im neuen beruflichen Umfeld „nie mehr Fastelovend ohne mich“ feiern möchte.]
Aus dem typisch grasgrünen Bierkasten heraus beglückten die Bielsteiner Tanzmäuse das Publikum mit dem ein oder anderen Kaltgetränk, die passenden Blut- und Leberwurstschnittchen servierten im Nachgang sieben Herren der Lichtenberger Sauköppe, die in diesem Jahr im Rahmen ihres althergebrachten Schlachtfestes 550 Kilogramm Schweinefleisch in 450 Würste und 350 Portionen Panhas verwandelt hatten. In Begleitung einer gut aufgelegten Busladung voller Tanzgarden und Offizieller hielten, vom repräsentativen Prinzenwagen herab, Prinz Katharina I. aus dem Hause Funke, Bauer Moni und Jungfrau Marina von der KG "Tolle Elf" Wildberg Hof.
Unter dem Motto „Alltag aus- Kostüm an, Urlaub fängt an der Playa Eckenhagen an“ verbreitete eine rund 70-köpfige Urlauberhorde der KPG Eckenhagen Ferienfeeling am „zugigen Straßenstrand“. Erstmals mit im Jeckentreck dabei die „Kinder vom Land“ aus Wildbergerhütte, im richtigen Leben 15 Hobby-Fußballer rund um Jamaine Noel, die schon länger davon geträumt hatten, mit einem eigenen Wagen im Denklinger Zoch dabei zu sein. Sehenswert die aufwendigen Verkleidungen und Face-Paintings der Steam-Punker, die als „Jecke Fründe“ ebenfalls aus "Hütte" angereist waren.
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[„Es muss ja nicht immer was Gekauftes sein“. Die Idee zum karnevalistischen Gesamtkunstwerk hatte Beate gegen 11 Uhr heute Morgen, nach einer halben Stunde war die Kreation fertig und dann ging's ab zu Fuß zum Zoch nach Denklingen.]
Wie seit 20 Jahren schon beginnen die 35 Mitglieder der „Wilden 13“ kurz nach Weihnachten mit den vielfältigen Vorbereitungen zur Teilnahme an den Karnevalszügen in Denklingen und Bielstein. Heute cruiste der Freundeskreis mit Fellen, Leder und Leinen im opulent gestalteten Wikingerboot über die Hauptstraße. Kiloweise Konfetti und Spaß an der Freud ließen die „animierten Puzzleteilchen“ der KG Froschköppe aus Brüchermühle auf die Zuschauer niedergehen, der Herren-Kegelclub „Die Beißer“ zeigte zum 30. Jubiläum ein Anschauungsmodell ihrer „Kampfbahn“ im Denklinger Hof.
Die Hütter Landeier, ein Welper Freundeskreis im Alter zwischen 20 und 71 Jahren, hatte sich in diesem Jahr auf das Thema „Alice im Wunderland“ geeinigt und präsentierten auf ihrem Wagen verrückte Fantasiefiguren wie die Grinsekatze, den Märzhasen und die Herzkönigin. Mit Hilfe einer Unmenge verschiedener Materialien und der immensen Kreativität von Tanja, Katy, Wiebke und Nicole hatten sich die „Instabilen Persönlichkeiten“, in Quallen – „schön schwebend-leicht gestört“ verwandelt. Die KG Ospel Jung und Alt nahm als Schlümpfe an der Jeckenparade teil, die Mitarbeitenden der Volksbank Oberberg und der Sparkasse verteilten Kamelle en Masse im Publikum. Aus den Reihen der Kegler des KC „So fest du kannst“ aus Birken/Honigsessen wurde Robin I. in dieser Session „vom Kegelbruder zum Karnevalsprinzen“. Grund genug für seine Kegel-Kollegen, das zivile Hobby „ihrer“ Majestät in den Blickpunkt zu rücken.
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[Kein Kostüm ist wie das andere, denn jedes ist echte Handarbeit: Die Froschköppe leben und lieben das handgemachte Brauchtum.]
Das Rathausteam mischte sich als Casino- Glückritter, unter dem Motto „die Karten sind neu gemischt“ unters Volk. Mit dabei erstmals Neu-Bürgermeister Jan Gutowski, der bisher als Bundespolizist „schwere Dienste“ im Kölner Karneval zu leisten hatte. Die daraus resultierende Überzeugung „nie mehr Fastelovend“ habe sich allerdings mit der neuen beruflichen Erfahrung ins komplette Gegenteil verkehrt und wurde seinerseits ab sofort um den Zusatz „ohne mich“ ergänzt. Das imposante Finale des eindrucksvollen Karnevalszuges tauchten die Burgmäuse, die Pänz von der Burg, die Burggarde, Senat, Elferrat, Jecken und nicht zuletzt das Denklinger Prinzenpaar Robin I. und Prinzessin Lisa in einen rot-weißen Farbenrausch.

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