KARNEVAL
Letzter Verteidigungsversuch von "MvR" gescheitert
Wipperfürth – Trotz stimmgewaltiger Gegenwehr des scheidenden Bürgermeisters rissen sich die Wipperfürther Jecken den Stadtschlüssel unter die Nägel.
Von Wilfried Storb
Ausnahmezustand in der Hansestadt. Bevor der Sturm auf das Rathaus begann, versammelten sich zahlreiche Jecken im Ratssaal, um mit Bürgermeister Michael von Rekowski eine Strategie für die Verteidigung zu proben. Von Rekowski hatte sich als Fahrdienstleiter kostümiert und griff zum Akkordeon und stimmte mit dem Lied „Leev Marie“ in abgewandelter Form -„Wie ihr wisst, steh ich das letzte Mal hier, doch von Schwäche nicht die kleinste Spur, meine starken Leute fest entschlossen, verteidigen das Rathaus wie Ben Hur“- seine Mitstreiter auf die Verteidigung ein. Es war die letzte karnevalistische Rathausverteidigung von „MvR“, da er bereits Ende Mai sein Bürgermeisteramt vorzeitig aufgeben wird.
Mit leichter Verspätung traf das Dreigestirn mit Prinz Lars I, Bauer René und Jungfrau Gordana von der Narrenzunft Neye mit ihrem Gefolge ein - eskortiert von dem Musikzug Linde und der rot-weißen Wipperfürther Garde der KG Baulemann. Vom Balkon des Rathauses aus konnte der Bürgermeister mit seinem Gefolge auf die „Angreifer“ herunterblicken und er versuchte in musikalisch vorgetragener Rede die Menge vom Sturm des Rathauses abzuhalten, was ihm allerdings letztlich nicht gelang.
In einer Persiflage auf die ins Spiel gebrachte Hochbahn von Wipperfürth nach Köln hieß es dann: „Besser für Euch Ihr macht schnell die Biege, denn sonst müsst ihr nachher auch noch weinen, nehmt die Hochbahn hier nach Kölle, seid doch nicht so furchtbar stur“. Unter Anspielung auf Rot-Weiß statt Blau-Weiß ertönte es in Mundart: „Rut und wiess wie lieb ich dich, ich jöv et letzte Hemp für Dich, rut und wiess es unsere Stadt, rut und wiess du bes jesetz, rut un wiess schlät et Wipperfürther Hätz.“ Es half aber alles nichts. In einem fairen Kampf wurde der symbolische Stadtschlüssel abgegeben. Ab sofort sind Rathaus und die Stadt fest in den Händen der Karnevalisten.
KOMMENTARE
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Sehr guter Bürgermeister. Hat viel gutes getan. Schade, dass er geht. Soll erst mal einer besser machen
Silvia, 21.02.2020, 11:01 UhrLinks zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
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