KARNEVAL
Waldbröler Karnevalszug als Augenweide und Volksbelustigung
Waldbröl - Mit 34 Mottowagen und Fußgruppen defilierte heute, unter Ägide der Waldbröler Karnevalsgesellschaft, einer der größten Karnevalszüge im Oberbergischen durch die Marktstadt.
Von Ute Sommer
Zwar mit leichter Verspätung, aber sehnlichst von den Menschenmassen entlang der Straßen erwartet, hieß es kurz nach 14:11 Uhr endlich „D´r Zoch kütt“. Kenntnisreich kommentiert von Leo Wehling und Henning Hergt, vom Balkon der Familie Silmani am Kreisverkehr Bärenapotheke, schlängelte sich die kunterbunte Narrenparade über die Bahnhofstraße, weiter über Venn- und Talstraße Richtung Nutscheidhalle, wo die WKG-Jecken nach optischer Augenweide und gelungener Volksbelustigung eine zünftige Party steigen ließen. Narren aller Altersgruppen in sehenswerten Outfits und liebevoll angefertigten Kostümen warteten ausgerüstet mit Plastiktüten, Leinensäcken und Tragetaschen ungeduldig auf den zu erwartenden Kamelle-Regen entlang der Straßenränder.
[Vom WKG- Prinzenwagen grüßten Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und die Karnevalshonoratioren.]
Vorweg servierte der Musikverein Lichtenberg, als langjähriger fester Bestandteil des Karnevalszuges ein Potpourri kölscher Mitsinghits, das vom Moderatorenduo, samt Publikum, mit einem ersten und vielstimmigen „Waldbröl pass op“ gewürdigt wurde. Ebenfalls als Teilnehmer der ersten Stunde seit 2010 dabei die vielen „Leckerchen“ der Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof, die heute als Bonbons, Lutscher und Drops den Zuschauern das Wasser im Munde zusammenlaufen ließen. Die Karnevalsfreunde der KG Dattenfeld präsentierten ihr Kinderprinzenpaar Noah I. und Isabella I. auf einem rollenden, blumengeschmückten Schlossgemäuer.
Mit putzigen Eigenkreationen und handgemachen Verkleidungen als Schnecken, Waldwichtel und Dalmatiner ließ der Waldbröler Kita-Nachwuchs tolles karnevalistisches Kostümierungs-Potenzial aufblitzen. Wie fidel das Leben auch für Silberlocken sein kann, ließen die „Dörper Fründe“ mit ihrer „Senioren WG-alles tut weh“ erahnen. Unter dem Motto „Grün im Herzen, schwarz im Kleid-Blacklightnings tanzen durch die Karnevalszeit“ überbrachte die Tanzgarde Grüße aus „Windeck Alaaf“.
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[Die „Leckerchen“ der Gemeinschaftsgrundschule Wiedenhof, die ihre Kostüme in der Schule selbst gebastelt hatten.]
Als Therapie gegen die ernste „Diagnose: Konfetti im Herzen“ beschenkten die zahlreichen Mitarbeiter des gesamten Klinikums Oberberg die Zuschauer mit Süßigkeiten, Konfetti und guter Laune. Brasilianisches Rio-Feeling wehte mit den Rhythmen des Windecker Samba-Wind durch Waldbröl, mit seiner Teilnahme am Karnevalsumzug des WKG revanchierte sich ein Vorstandsgremium des befreundete Asslarer Carnevalsverein für den WKG-Besuch bei der gestrigen Sitzung im hessischen Asslar. Reichlich Jecken-Atmosphäre aus dem oberbergischen Südkreis verbreitete der Musikkreis Holpe unter Leitung von Noriko Sakano, der traditionelle Karnevalsruf „Mueschbech deheem“ wurde konterkariert, weil Prinzessin Liya I. aus dem Hause Bukowski, die Kinder-, Funken- und Blau-Weiß-Garde sowie eine Fußgruppe der KG Morsbach bei strahlendem Sonnenschein durch Waldbröl paradierten und in der Republik heute wohl kaum jemand mehr zu Hause war.
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[In Mannschaftsstärke waren die Narren der KG Tolle Elf Wildberg angereist und grüßten mit einem dreifach herzlichen „Wielberch Hoi Boi“.]
Aus der direkten Nachbarschaft machten die 40 Tänzer der Burggarde der KG Rot-Weiß Denklingen ihre Aufwartung und die Baumeister-Bobs aus Obersaurenbach gingen auf ihrem motorisierten Bauwagen steil. Mit Prinzessin Lisa I., Prinz Jona I. in Begleitung ihres Hofstaates und der legendären „Määäääädchen“ war eine große Delegation aus dem Waldbröler Ortsteil Schönenbach ins Stadtzentrum gereist. Frei nach dem Höhner-Motto „Mir kumme mit allemann vorbei“ gab sich das Damendreigestirn der KG „Tolle Elf“ Wildberg, samt Präsident Georg Freund, Großer Garde, Teenie-Garde und Mini-Garde die Ehre. Rot-Weiße Sahnehaube auf einem wirklich imposanten WKG-Karnevalsumzug waren die Gastgeber selbst, deren vier Tanzgarden zum Umzugsfinale schunkelnd den Prinzenwagen mit Prinzessin Emely I., dem WKG-Vorstand und Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber eskortierten. Ein Sonderlob verdiente sich Zugleiter und Tausendsassa Manuel Salz, in dessen Händen erstmals die Verantwortung für das Gelingen des Groß-Events lag.

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