KARNEVAL
Weniger Protagonisten, aber beste Stimmung
Lindlar - Trotz Teilnehmerrückgang und bescheidenem Wetter feierten die Jecken ausgiebig beim Kinderzug durch Frielingsdorf.
Von Leif Schmittgen
Es ist die elfte Session, in der Michael Wüste und Jens Hühnermann die Geschicke des Kinderzugs in Lindlar-Frielingsdorf leiten – und bislang lastete die Verantwortung mit der IG Kinderzug allein auf ihren Schultern. Das ist zum jecken Jubiläum der beiden nun anders, denn im vergangenen Jahr wurde die Interessengemeinschaft in den Verein „Runder Tisch“ eingegliedert, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Dass es sich dabei aber lediglich um eine Formalie handelt, sollte sich schnell beweisen. Denn schon vor Zugstart um 11:11 Uhr wuselten die beiden Organisatoren wie eh und je zwischen den Teilnehmern hin und her, begrüßten die Kostümierten und gaben letzte Anweisungen für die sichere Durchführung.
15 Anmeldungen verbuchten beide in diesem Jahr, drei weniger als 2025. Und auch die Straßen im Frielingsdorfer Zentrum waren weniger stark mit Jecken bestückt als in der Vergangenheit. Das war wohl dem neuerlichen Wintereinbruch geschuldet: „Uns ist das Wetter egal, wir feiern trotzdem mit Spaß und Freude“, lautete Wüstes Devise für den seit 1989 stattfindenden Umzug. Neue Gäste begrüßten die Planer zwar nicht, aber eine Gruppe ist enorm gewachsen. Die Handballer des SV Frielingsdorf waren im vergangenen Jahr noch mit einer Mini-Anordnung zum 100. Vereinsjubiläum dabei. Beim Premierenauftritt haben sie offensichtlich Lunte gerochen und gründeten im Sommer ein Organisationskomitee, besorgten sich aus Siegburg einen Wagen und waren nun heute mit sage und schreibe 90 Teilnehmern als größte Gruppe am Start.
Nicht nur die Handballer aller Teams genossen das Bad in der Menge. Stark vertreten ist auch immer der Bürgerverein Scheel. „Die Kinder haben über das Motto entschieden“, berichtete Marko Feldhoff. Und deshalb hatten die Zugteilnehmer den Umlaut aus dem Vereinsnamen gestrichen, um als „Burgerverein“ samt „Burgermeister“ in aufwendig selbstgestalteten Kostümen im Hamburger-Style am bunten Lindwurm teilzunehmen. Stammgäste beim Kinderzug sind auch die Dancing Daddys, die heute als „The Greatest Showdaddys“ in feine Zwirne geschlüpft waren. Beim letzten Auftritt der Session in der Scheelbachhalle wollen sie es noch einmal richtig krachen lassen.
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Als Omen haben die Schützen der örtlichen St. Sebastianus Bruderschaft offensichtlich den heutigen Wintereinbruch genommen: Sie mimten dieses Mal Skifahrer und nahmen unter dem Leitspruch „Schützen – zielsicher auch im Schnee“ teil. „Eine weitere Abordnung kümmert sich wie jedes Jahr um den Verkauf von Erbsensuppe“, sagte Marcel Wendeler vom Vorstand. Und der Absatz aus der Gulaschkanone war beim wechselhaften Wetter besonders hoch. Wie immer gingen Michael Wüste und Jens Hühnermann mit der Spendendose durch das jecke Volk am Wegesrand, um Geld für den Kinderzug 2026 zu sammeln.
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[Organiserten den bunten Lindwurm zum elften Mal: Michael Wüste und Jens Hühnermann (re.).]
Neben „Glückspilzen“ und „Gartenzwergen“ genoss auch das Kinderprinzenpaar der KaJuJa um Sarah und Max das bunte Treiben. Ihr Wagen bildete den Abschluss des bunten Umzuges. Neben den Dancing Daddys gibt die Band „Sternrocker“ ihre Visitenkarte zur „After-Zug-Party“ am Nachmittag in der Scheelbachhalle ab. Auftritte weiterer Tanzgruppen stehen dort bis zum Abend auf dem Programm. Die schönsten Kostüme wurden nach dem Umzug prämiert. Der Sieg ging an die Kita "Klause Entdecker", der Bürgerverein Scheel gewann Silber und die Dancing Daddys kamen auf den dritten Rang.

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