KULTUR
„Vürhang op“ begeistert mit turbulenter Komödie
Morsbach – Lachsalven und Lokalkolorit gab es beim Theaterstück in der Morsbacher Sparbank.
Von Karin Rechenberger
Wieder einmal landete die Theatergruppe „Vürhang op“ des Heimatvereins Morsbach einen Volltreffer. Bei der sechsten und letzten Aufführung sorgte das Ensemble für beste Unterhaltung und viele Lacher im Publikum. Die Komödie „Hände hoch, wir sch(l)ießen!“ in drei Akten bot jede Menge witziger Szenen, schlagfertige Dialoge und reichlich Morsbacher Lokalkolorit. Unter der Regie von Dirk Kamieth entwickelte das Stück von Regina Harlander schnell seinen ganz eigenen Charme. Schauplatz ist die Morsbacher Sparbank, deren Büro mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Neben dem „Kohlenschrank“ als Zugang zum Tresorraum sorgten vor allem die eingeblendeten Börsenkurse des „MAX“, des Morsbacher Aktien-Index, für zahlreiche Schmunzler. Namen wie „Tommy’s Hopfenhölle“, „Bus Büggel“ oder „Flower-Power-Koch“ kamen beim Publikum bestens an.
Im Mittelpunkt stehen die Bankangestellten Betty Klein (Dagmar Hombach) und Melanie Geschwind (Nicole Selhorst), die ihren Arbeitsalltag eher gemütlich angehen lassen. Die gut gefüllte Schale mit Süßigkeiten auf dem Schreibtisch scheint deutlich wichtiger zu sein als das eigentliche Tagesgeschäft. Selbst Souffleuse Bettina Grabowski wird zwischendurch mit Leckereien versorgt.
Als eine Kundenumfrage schlechte Ergebnisse liefert und sogar die Schließung der Filiale droht, gerät Filialleiter Gustav Eisenreich (Jens Mauelshagen) aus dem südländischen Honigsessen mächtig unter Druck. Gemeinsam mit dem chronisch klammen Fritz (Uwe Mauelshagen) und Reinigungskraft Reinhilde Reinlich (Ingrid Diederich) schmieden die beiden Angestellten daraufhin einen ungewöhnlichen Plan: Ein fingierter Banküberfall soll neue Aufmerksamkeit bringen. Doch der vermeintlich geniale PR-Coup läuft zunächst gründlich schief. Genial gedacht, katastrophal gemacht: Technik streikt, Pläne implodieren, ein Konkurrenzbanker stolpert herein und die Polizei gleich hinterher. Aus cleverem Marketing wird Chaos mit Zinseszins.
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[Regisseur Dirk Kamieth vor den Schauspielern.]
Für einen besonderen Lacher sorgte dabei der verspätete Auftritt von Uwe Mauelshagen, der mit den Worten „Ich han den Bus verpasst“ auf die Bühne stürmte und damit nicht nur das Publikum, sondern auch die Mitspieler kaum noch an sich halten ließ. Zusätzliche Turbulenzen brachten Vermieter Anton Hurtig (Carsten Stockburger), die resolute Personalchefin Martha Pfahl, gespielt von Melissa Braun beziehungsweise Sabrina Schneider, sowie ihr sichtlich gestresster Assistent Johannes Kraut (Kevin Brast) ins Geschehen. Auch die wohlhabende Frau von Reichenstein (Birgit Leidig) mischte kräftig mit und zeigte auffallendes Interesse am Filialleiter. Währenddessen hoffte August Geldmacher (Horst-Jürgen Kaufmann), Leiter der konkurrierenden Raiffeisenbank, auf das Scheitern seines Rivalen, dem von ihm genannten„falschen Fuffziger“.
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Nach zahlreichen Verwicklungen steuert das Stück auf ein überraschendes Finale zu, bei dem es noch einmal turbulent wird, inklusive eines Auftritts der Panzerknacker. Zum Abschluss bedankte sich Regisseur Dirk Kamieth bei allen Beteiligten vor und hinter der Bühne. Mit den Worten „Die sechs Aufführungen sind richtig gut gelaufen“ zog er ein zufriedenes Fazit. Kleine Pannen gehörten schließlich dazu und seien „das Salz in der Suppe“. Seit mittlerweile 29 Jahren begeistert die Theatergruppe ihr Publikum und bewies auch diesmal wieder ihr großes Gespür für humorvolle Unterhaltung.

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