KULTUR
Alte Gospel-Schätze neu entdeckt
Bergneustadt - Begeisterung und Leidenschaft für Gospelmusik zeigte der „Oberberg Gospel Choir“ bei seinem Konzert in Wiedenest.
Von Vera Marzinski
Einige Schätze der Gospel- und Kirchenmusik hatte der Oberberg Gospel Choir unter der Leitung von Helmut Jost beim Konzert im Wiedenester Martin-Luther-Haus im Repertoire und gestaltete damit ein abwechslungsreiches und beeindruckendes Programm. Seit fast zwei Jahrzehnten existiert der Chor, der mit den rund 30 Sängerinnen und Sängern Evergreens christlicher Gemeinden, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, für den Abend einstudiert hatte. In der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde Wiedenest-Derschlag finden regelmäßig die Proben des „Oberberg Gospel Choir“ statt und immer mal wieder Konzerte des Chores – dies war wieder eins der besonderen.
„Die Temperatur haben wir unter 30 Grad gehalten ohne Klimaanlage“, betonte Gemeindereferent Roland Armbröster an diesem schwül-warmen Sommerabend und erinnerte an alte Gospelfestivals, bei denen es richtig heiß wurde. Diesmal ging es um „Alte Schätze“ aus der Gospel- und Kirchenmusik – ein ungewöhnliches Konzert mit Liedern, die man nicht unbedingt mit einem Gospelkonzert verbindet. „Erstaunlich viele, die weltweit gesungen werden“, erklärte Helmut Jost.
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[Helmut Jost ist Sänger, Musiker, Komponist und Musikproduzent – seit fast 20 Jahren leitet er den „Oberberg Gospel Choir“.]
So wie das Lieblingslied seines Siegerländer Opas, „What a Friend We Have in Jesus“. Es wurde 1855 von Joseph Scriven geschrieben und der Chor trug es nicht nur in Englisch, sondern auch in Kisuaheli vor, bevor es zum Mitsingen dann „Welch eine Freund ist unser Jesus“ hieß. Zu „Lead me, guide me“ gab es den ersten Solisteneinsatz aus den Chorreihen mit Andy Fritsch. Bei „Kumbaya“ sang der ganze Saal mit – das Lied schaffte es sogar in die Mundorgel (Lied 159). „When peace like a river“ sowie „Großer Gott wir loben dich“, basierend auf dem lateinischen „Te Deum“ aus dem 4. Jahrhundert, reihten sich auch ein.
Als Zehnjähriger habe Jost in der Kirchenbank neben einem über 90-Jährigen gesessen, der mit freudiger Inbrunst „Stern, auf den ich schaue“ gesungen habe - bei dem Stück geht es unter anderem um das Ende als das ewige Ziel, erzählte Jost. Dieses evangelische Kirchenlied stammt aus der Zeit der Romantik. Das Lied „He touched me“ stammt ursprünglich aus dem Jahr 1963 und wurde von dem bekannten US-amerikanischen Gospel-Komponisten Bill Gaither und seiner Frau Gloria geschrieben. Es handelt von der heilenden und befreienden Berührung durch Jesus Christus. Elvis Presley erkannte das Hit-Potential des Stückes und machte es zum Titelstück seines gleichnamigen Gospelalbums, das 1972 erschien.
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[Solistisch diesmal auch zwei Chormitglieder im Einsatz: Andy Fritsch unter anderem bei „The old rugged Cross“ und Susanne Reinl bei „May the Lord send Angles“.]
Während des „Alte Schätze“-Konzertes erhielt das Publikum immer wieder interessante Informationen zu den einzelnen Liedern. So wurde „Mir ist wohl in dem Herrn“ („It Is Well with My Soul“) ursprünglich 1876 von dem amerikanischen Anwalt Horatio Spafford gedichtet, nachdem er bei einem Schiffsunglück seine vier Töchter verloren hatte. Es drückt trotz dieses tiefen Schmerzes ein unerschütterliches Gottvertrauen aus.
„Melodien und Texte können uns oft den Zugang zu Gottes Liebe erleichtern“, so Helmut Jost. Eins davon sei „Herr bleib bei uns, denn es will Abend werden“ oder auch „May the Lord send Angles“ - solistisch von Susanne Reinl gesungen. Auch wenn es noch ein heller lauer Sommerabend war kam als Zugabe „Der Mond ist aufgegangen. Damit endete das Konzert, das gezeigt hatte, wie vielseitig Gospelmusik ist. Am 1. Dezember wird ein Weihnachtskonzert stattfinden.

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