KULTUR
Ein ganz schön toller Anblick und jede Menge Klassiker
Gummersbach – Das Duo Meinschu feierte mit der Coverband Ladybug Lounge seinen 18. Geburtstag mit viel guter Musik und bester Laune.
Von Katja Pohl
Geburtstage feiern Meinschu – die beiden Sänger und Gitarristen Guido Schuster und Oliver Meinhold – ganz gerne in der Halle 32. Den 15. Geburtstag ihres Akustikduos haben sie schon dort mit der Band Ladybug Lounge als musikalische Gäste begangen. Und auch ihre Volljährigkeit zelebrierten sie jetzt in der großen Halle, unterstützt durch die Band, die familiär mit ihnen verbunden ist, aber auch durch den gemeinsamen Proberaum in Bierenbachtal. Wohlgemerkt: Es war die große Halle, die die beiden füllten – und nicht, wie Guido Schuster befürchtet hatte, die deutlich kleinere Studiobühne. Viele Gäste, die die beiden auf ihrem Weg durch große und kleine Konzertsäle in und um Oberberg begleitet hatten, waren auch jetzt wieder gekommen, um mit den beiden Gitarristen ein bisschen zu feiern. Oliver Meinhold jedenfalls schaute vor dem ersten Stück in Richtung Publikum und freute sich: „Das sieht von hier oben ganz schön toll aus!“
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[Oliver Meinhold hatte zwei Geburtstagswünsche: Ladybug Lounge sollte „Jump“ von Van Halen spielen und auf der Meinschu-Setlist durfte Peter Gabriels „Solsbury Hill“ nicht fehlen. Beide wurden erfüllt.]
Wer Meinschu kennt, weiß, dass die beiden Liedern ihre eigene Interpretation schenken, dass sie mühelos durch die Musikgeschichte spazieren und sich das aussuchen, was zu ihnen passt, oder das, was sie für sich passend machen möchten. Das kann dann auch schon mal Synthiepop von Depeche Mode sein, der, auf zwei Gitarren zugeschnitten, plötzlich zum spannenden Akustikstück wird. Wobei Meinschu sich bei „Enjoy the Silence“ diesmal von Marvin Meinhold, Oliver Meinholds Sohn und Drummer bei Ladybug Lounge, am Cajon unterstützen ließen. Fehlen darf bei Konzerten nie „Solsbury Hill“ von Peter Gabriel. Ein Stück, das nicht unbedingt zu Guido Schusters größten Favoriten zählt, wie er verriet. Aber Oliver wünscht es sich immer wieder auf die Setlist und so wurde es schließlich doch zu einem Meinschu-Klassiker.
Ebenfalls auf dem Weg zum Klassiker des Duos ist „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten, das in der Halle 32 zum Statement wurde. Gemeinsam mit Ladybug Lounge, mit einem großen und sehr überzeugenden Publikumschor vor der Bühne, zeigte Meinschu einmal mehr, dass auf seinen Konzerten kein Platz für Ausgrenzung ist. Oliver Meinhold betonte bei der Ankündigung des Stücks: „Wir stehen hier für eine tolerante, vielfältige Gesellschaft, sind gegen jeglichen Ismus: Rassismus, Extremismus, Fanatismus. Wir wünschen uns kein Gegeneinander, sondern einen Dialog miteinander.“ Und nach „Schrei nach Liebe“, das eine ganz schöne Wucht entwickelte, kam ein Stoßseufzer von Olli Meinhold durchs Mikro: „Jetzt geht’s mir besser!“
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[Guido Schuster ist der Mann der etwas leiseren Töne, der auf ganz eigene Art Balladen von Sting oder Tracy Chapman interpretiert.]
Während Meinschu mit Balladen von Tracy Chapman oder Sting die etwas leiseren Singer-Songwriter-Töne auf der Setlist hatten, brachte Ladybug Lounge mit Sängerin Melina Kyranoudis dank „Let me entertain you“ oder „Jump“ ein Stück Stadionrock-Feeling in die Halle. Aber auch Ladybug Lounge kann die kleinen, feinen Stücke. Billy Joels „Piano Man“, gesungen von Keyboarder Manuel Fischdick, war einfach wunderbar. Die Mischung, einmal quer durch die Pop- und Rockgeschichte der vergangenen Jahrzehnte, passte auf jeden Fall bestens zu Meinschu, die, nach ihrem Solopart zu Beginn des Abends, in der einen oder anderen Konstellation immer wieder mit der Band auftraten. Und sie passte auch ganz wunderbar zur Feier der Volljährigkeit der beiden. Ebenso wie der augenzwinkernde Hinweis vor dem Konzert: „Wer die beiden Jungs nach diesem Abend mit nach Hause nimmt, macht sich nicht mehr strafbar.“

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