KULTUR

Grandioses Benefizkonzert mit Zuschauermangel

ad; 21.06.2026, 14:10 Uhr
Fotos: Alexander Maier --- Für ihre beeindruckende Leistung wurden Nadine Reuber und ihre Orchestermitglieder vom Publikum gefeiert.
KULTUR

Grandioses Benefizkonzert mit Zuschauermangel

ad; 21.06.2026, 14:10 Uhr
Morsbach - Sinfonisches Blasorchester des Kreismusikverbandes Altenkirchen trat anlässlich des 30. Geburtstages der Musikschule Morsbach in der Kulturstätte auf.

Von Astrid Deckers

 

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Musikschule Morsbach lud das Sinfonische Blasorchester des Kreismusikverbandes Altenkirchen zum Benefizkonzert in die Kulturstätte Morsbach ein. „Ein ganz besonderes Programm“, versprach Uwe Klein, Vorsitzender der Musikschule Morsbach, den wenigen Zuschauern in seinen Eröffnungsworten – und die damit einhergehende Erwartungshaltung des Publikums konnte das Sinfonische Blasorchester, unter Leitung von Nadine Reuber, voll erfüllen. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es die Musikschule Morsbach und mit Reuber war sogar ein Gründungsmitglied beim Benefizkonzert aktiv.

 

[Solist Udo Lefherz beeindruckte mit seinem fantastischen Trompetensolo, welches das Stück „Someone like you“ dominierte.]

 

„Der feste Platz der Musikschule in der Gemeinde ist von Beginn an gegeben gewesen und wird heute durch die Anwesenheit von Bürgermeister Jan Schumacher und Landrat Klaus Grootens bestätigt und gewürdigt“, so Klein in seiner Eröffnungsansprache. Bereits in der ersten Konzerthälfte bewiesen die Musiker ihre Brillanz und Leistungsstärke mit Stücken wie „Aurora Borealis“ von Rossano Galante oder dem lateinamerikanischen Paartanz „Danzon No. 2“ von Arturo Marquez. Donnernden Applaus erhielt auch das Liebeslied „Something like you“ aus dem Musical „Jekyll & Hyde“, im Arrangement von Guido Rennert. Jedes Musikstück wurde von Aaron Utsch liebevoll und teils humoristisch anmoderiert, so dass es den Zuhörern leichtfiel, in die Welt des jeweiligen Liedes einzutauchen.

 

[Peter Zimmermann (li.) und sein Neffe Patrick (re.) verbrachten unterhaltsame Stunden in der Kulturstätte.]

 

Peter Zimmermann wurde in Morsbach-Rom geboren, lebt jedoch seit 1964 in Köln. Die Lichtenberger Musikkapelle hat 39 Jahre beim Karnevalszug in Köln Worringen gespielt und ihn stets gut unterhalten. So war die Freude bei ihm groß, als er von seinem Großneffen Patrick die Eintrittskarte für das Benefizkonzert geschenkt bekam. Als Kölner sei man offen für jede Art von Musik, egal ob Klassik oder Oper. Die vom Sinfonieorchester gezeigte Leistung sei sehr beeindruckend und er freue sich auf den zweiten Teil, so Zimmermann in der Pause.

 

[Uwe Klein (v.li.) , Nadine Reuber, Klaus Grootens und Jan Schumacher sind sich einig: „Musikalische Früherziehung ist ein bedeutender Baustein in der Persönlichkeitsentwicklung.“]

 

So wie er wurden auch die anderen Zuhörer nicht enttäuscht, denn mit dem halbstündigen „70 Jahre Grundgesetz – Eine deutsche Geschichte“ von Guido Rennert folgte ein anspruchsvolles, episches Meisterwerk, das die Anwesenden mit auf eine Zeitreise vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Mauerfall nahm. Die melodische und beeindruckende Stimme der Solosängerin Miriam Steup unterstützte die beeindruckende Zeitreise durch Jahrzehnte deutscher Geschichte. So erhielten die Aktiven stehende Ovationen und „Bravo“-Rufe, als mit den Worten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ die letzte Musiknote verklungen war.

 

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Begeistert äußerten sich auch Landrat Klaus Grootens und Bürgermeister Schumacher zum Konzert. „Das war qualitativ hochwertige Musik und man kann den zahlreichen Ehrenamtlern nicht genug für ihren Einsatz danken“, so Grootens, der als Kind selbst Orgel gespielt hat und Schumacher ergänzte, welche immense Bedeutung gerade die musikalische Früherziehung für Kinder und Jugendliche habe. So würden soziale Kompetenzen, Gruppenfähigkeiten und auch das Selbstvertrauen durch das Musizieren gefördert und das sei in unserer medialen Welt ein wesentlicher Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

 

Mit seinen Abschiedsworten auf der Bühne zollte Uwe Klein, der seit 30 Jahren Vorsitzender der Musikschule ist, den Ensemble-Mitgliedern des Sinfonieorchesters seinen höchsten Respekt. Als Musiker wisse er, wie es sich anfühle, zu Konzertbeginn auf eine solch hohe Anzahl leerer Stühle zu schauen. „Ich ziehe meinen Hut vor Euch, die Ihr bei schweißtreibenden Temperaturen in Anzug, Hemd und Fliege hier sitzt und trotz der wenigen Zuschauer dabei eine derartig beeindruckende Vorstellung abliefert. Dieses Konzert hätte ein volles Haus verdient gehabt.“ Dieser Ansicht waren auch die anwesenden Gäste, denn sie forderten gleich zwei Zugaben, die sie mit „Abendmond“ und der deutschen Nationalhymne auch erhielten.

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