KULTUR
Klangwelten in Lindlarer Kneipen
Lindlar – Am Samstag hat die Kneipennacht der „Klangräume Lindlar“ stattgefunden – Zehn Bands auf fünf Bühnen.
Es wurde eng. Es wurde laut. Es wurde getanzt, gesungen, gelacht und vor allem: Musik gemacht. Wer am Samstagabend in Lindlar unterwegs war, bekam schnell das Gefühl, dass der ganze Ortskern irgendwie im Takt lag. Aus fünf Kneipen wurden fünf Bühnen – und aus einem Abend eine musikalische Entdeckungsreise. Bei der 15. Ausgabe der Klangräume Lindlar standen zehn Bands und Künstler an fünf Orten auf der Bühne. Der Eintritt war überall frei. Der Förderverein für Musik in Lindlar blickt heute auf eine gelungene Veranstaltung zurück.
Erst grooven, dann ordentlich Druck im Alten Amtshaus
Im Alten Amtshaus begann der Abend mit „Odd & Even“ und einem Sound, der sofort in die Beine ging. Saxophon, funky Gitarren, Hammond und groovende Drums verschmolzen zu Instrumental SoulFunk. Dazu kamen eigene Kompositionen und viel Raum für Improvisation. Später wurde aus dem Groove dann ordentlich Druck. „Tatendrang“ schoben Punkrock, Funk, Metal und Jimi-Hendrix-inspirierte Gitarrenmusik nach. „Ein ziemlich radikaler Stilwechsel – und genau das machte die Klangräume aus“, heißt es in der Mitteilung des Fördervereins.
Southern Rock und Punkrock im Lindenhof
Im Lindenhof standen zunächst die „Rambling Men“ mit ihrem Southern-Rock-Sound auf der Bühne: sechs Musiker, Hammond-Orgel und Piano sowie zwei Gitarren. Lynyrd Skynyrd, Allman Brothers, ZZ Top und Co. gaben die Richtung vor – bluesig, rockig und mit ordentlich Wucht. Später gehörte der Lindenhof den „Smarslies“. „Das Lindlarer Trio machte aus dem Southern-Rock-Abend eine Punkrock-Party. Melodisch, deutsch und englisch, mit Anleihen an den 90er-Deutschpunk und vor allem mit viel Energie“, so der Förderverein.
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[Die Band „Tatendrang“ ist im Alten Amtshaus aufgetreten.]
„Hotel California“ im Et Matt
Auch gegenüber im Et Matt lagen zwischen den beiden Auftritten musikalische Welten. „Fastlane“ holten zunächst die großen Rockklassiker heraus: Eagles, CCR, Clapton, Bryan Adams. Bei „Hotel California“, „Take It Easy“ oder „Summer of ’69“ durfte und sollte mitgesungen werden. Und dann: ein kompletter Perspektivwechsel. „Hara Samadhi“ verband Fusion Jazz und Weltmusik mit indischen Einflüssen. Plötzlich ging es nicht mehr um den nächsten bekannten Refrain, sondern um Klang, Improvisation und eine ganz eigene, spirituell geprägte Atmosphäre.
Leise Töne im Haus Biesenbach
Im Haus Biesenbach begann der Abend deutlich leiser. „Matze Nagel“ stand mit Gitarre und Mundharmonika auf der Bühne und erzählte mit seinen Folkpop-Songs kleine musikalische Geschichten. Später drehten die „Wounded Knees“ das Ganze wieder auf. Funk und Soul trafen auf Jazzrock, Balladen auf fetzigen Rock. Mehrstimmiger Gesang, Keyboard, Gitarre, Bass und Drums sorgten für einen Sound, der schnell vom Zuhören ins Mitwippen überging.
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[Freudige Gesichter hinter der Theke im Lindenhof.]
Partyklassiker bei Jessis
Bei Jessis brachten „Midlife & Deluxe“ zunächst die bekannten Rock- und Popklassiker mit. Danach wurde es ruhiger. „Gereon Stefer“ setzte auf Gitarre, Geschichten und Songs mit Seele. „Seine Musik erzählte von den kleinen und großen Dingen des Alltags und zeigte, dass ein Abend wie die Klangräume nicht immer laut sein muss, um intensiv zu sein“, heißt es in der Mitteilung des Fördervereins.
Nach der Kneipennacht ist vor dem Big-Band-Konzert
„Wir möchten Musikern und Bands aus Lindlar, dem Oberbergischen Kreis oder der näheren Umgebung eine Bühne geben, auf der man ganz nah an den Zuhörern ist und so den einen oder anderen neuen Fan gewinnen kann“, beschreibt Niklas Pinner, der Vorsitzende des Fördervereins, die Idee hinter den Klangräumen. Möglich wird die Kneipennacht durch das Zusammenspiel des Fördervereins für Musik in Lindlar, der Lindlarer Gastronomie, der Musikerinnen und Musiker sowie der Sponsoren. „Ein besonderer Dank gilt der Volksbank Berg, der Zunft-Brauerei und der emah! Werbeagentur + Digitalagentur sowie allen weiteren Unterstützern“, so der Förderverein.
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[Die Band „Odd & Even“ hat SoulFunk geboten.]
Mit „Klangräume II – dem Big-Band-Konzert“ wird am Sonntag, 8. November, im Kulturzentrum Lindlar eine weitere Veranstaltung geboten. Musiker und Sänger aus dem Raum Lindlar präsentieren gemeinsam mit vielen Profis bekannte Jazz-Klassiker. Die musikalische Leitung übernimmt Walter Spicher. Los geht es um 17 Uhr.
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