KULTUR

Kunst in den Landschaftsraum hineindenken

kp; 21.09.2026, 10:00 Uhr
Fotos: Matthias Pohl --- Mit der Aktion "Poesie an der Agger“ wird der Spaziergang hinter dem Engelskirchener Rathaus bis zum 24. Oktober zum Kunsterlebnis.
KULTUR

Kunst in den Landschaftsraum hineindenken

kp; 21.09.2026, 10:00 Uhr
Engelskirchen – Bei „Poesie an der Agger“ verwandelt sich die Natur rund um den Festplatz hinter dem Engelskirchener Rathaus bis zum 24. Oktober in eine außergewöhnliche Freiluftgalerie.

Von Katja Pohl

 

Eigentlich hätte die Vernissage zu "Poesie an der Agger" zum Kunstspaziergang werden sollen, doch das Wetter mochte nicht mitmachen. Und so wurde die feierliche Eröffnung ins Alte Baumwolllager verlegt, wo die Gäste eingeladen waren, sich diesen Weg, an der Agger, unter Bäumen entlang der Werke von rund 20 Kunstschaffenden, festgehalten auf jeweils zwei mal drei Meter großen Bannern, einfach vorzustellen.

 

[Das Ensemble "AmöbenPank" erschuf anlässlich der Vernissage im Alten Baumwolllager dadaistische Klangwelten.]

 

"Poesie an der Agger" findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt und hat den gleichen Titel wie die aktuelle Schau im Baumwolllager „Anthropozän – Spuren unseres Tuns“ (zu sehen noch bis zum 27. September). Das kommt nicht von ungefähr. Hinter beiden Ausstellungen stehen die Engelskirchener „Oberstaatskünstler“ Manuele Klein und Detlev Weigand als inspirierende Kräfte und Ausstellende, die das Projekt in Kooperation mit der Kunst- und Kulturinitiative EngelsArt und der Gemeinde Engelskirchen realisiert haben. Auch Werke des Bildhauers Odo Rumpf aus Köln sowie des Fotografen Micha Ende sind sowohl unter freiem Himmel als auch im Baumwolllager zu sehen.

 

[Detlev Weigand, Renate Seinsch und Manuele Klein (v.li.) führten in die Ausstellung "Poesie an der Agger" ein.]

 

"Poesie an der Agger" wird auch in diesem Jahr ergänzt durch den „Baum der Lyrik“. An der großen Blutbuche flattern 50 Engelsflügel auf denen Texte, Lyrik, Haikus, Aphorismen, aber auch von Manuele Klein mit Künstlicher Intelligenz erschaffene Zeilen zu lesen sind. Der Baum lädt dazu ein, innezuhalten, einen Flügel zu sich zu drehen, um dann über das Gelesene ins Gespräch zu kommen. Renate Seinsch, Mitglied des Sprecherrats von EngelsArt, lud dazu ein, sich Zeit für den Baum der Lyrik zu nehmen: „Lassen sie die Texte auf sich wirken. Manchmal kommen die entsprechenden Gedanken erst später – auch Poesie hinterlässt Spuren.“

 

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Manuele Klein erläuterte in ihrer Eröffnungsrede, die Ausstellung solle Räume für Wahrnehmung, aber auch Irritation öffnen. „Wir können hier über die Spuren nachdenken, die wir hinterlassen. Poesie an der Agger ist zugleich Eingriff in die Landschaft und Ergänzung.“ Die Kunst teile sich den Raum mit Wasser, Bäumen, Geräuschen, dem Himmel, Menschen und Jahreszeiten. Sie wirke, je nach Licht- und Wetterverhältnissen, immer wieder anders, werde so lebendig. „Die Kunstschaffenden waren eingeladen, ihre Kunst in den Landschaftsraum hineinzudenken, nun können die Besucherinnen und Besucher ihre Schlüsse ziehen.“ Die Werke lassen Raum für Gedanken, zeigen wilde Farben ebenso wie zurückhaltende Erdtöne, bilden Skulpturen oder fotografisch festgehaltene Motive ab.

 

[Der Baum der Lyrik lädt dazu ein, Engelsflügel festzuhalten und über das Gelesene ins Gespräch zu kommen.]

 

Anke Ahle, Vorsitzende des Kulturausschusses in Engelskirchen, betonte hinsichtlich dieser Vielfalt: „Kunst lässt uns immer wieder Neues entdecken.“ Sie zollte Manuele Klein und Detlev Weigand ein großes Lob für „Ihr großes Engagement um die Kunst und den feinsinnigen Humor, der in den Bildern und Skulpturen des Künstlerpaares zu entdecken ist“ und erinnerte daran, dass "Poesie an der Agger" Teil der Kulturtage Engelskirchen ist. „Das Programm der Kulturtage lebt von wunderbaren Akteurinnen und Akteuren, die uns die Fülle der Kultur nahebringen.“

 

[Rund 20 Kunstschaffende füllen die Aktion "Poesie an der Agger" mit Leben.]

 

Ein spannender Dreiklang sei es, der diese Vernissage präge, denn zu den großen Bannern als Repräsentanten bildender Kunst, zu der feinen Lyrik an den Zweigen der Blutbuche komme dank des Ensembles „AmöbenPank“ noch die Komponente Musik hinzu. „AmöbenPank“, auch hier engagieren sich Manuele Klein und Detlev Weigand gemeinsam mit Christa Liebach und Hans Gressler, konterkariert musikalische Konventionen, erschafft eine extravagante Mixtur aus Klang, Sprache und Performance. Inspiriert von dadaistischen Strömungen, poetischer Anarchie und Humor verbindet das Ensemble Klänge und Texte zu einer Reise durch skurrile, mystische Welten.

 

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler

Julja Schneider, Harald Neumann, Helga Mols, DAVID, Achim Lahr, Renate Seinsch, Johann Camut, Ivan Toscanelli, Karl-Hermann Eskens, Odo Rumpf, Susanne Müller - Geiger, Christine Haller, Marlis Sauer, Andrea Wycisk, Micha Ende, Manuela Klein, Herbert Döring-Spengler, Barbara Stewen, Detlev Weigand, Manuele Klein.

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