LEICHTATHLETIK
Falsches Schuhwerk kostet mögliche Titelverteidigung
Gummersbach – 174 Finisher bei der 17. Auflage von „Meerhardt Extreme“ - Tobias Lautwein und Verena Köster dominieren schwierigen Traillauf.
Von Jürgen Lorenz
Tobias Lautwein (runnergy.de) dominierte den Hauptlauf über die zehn Kilometer bei „Meerhardt Extreme „des TSV Dieringhausen deutlich. Mit einer Zeit von 38:29 Minuten wurde er letztlich gestoppt. Damit war er durchaus zufrieden, wie er nach dem Zieleinlauf verriet. Auf der schweren Strecke, die höchsten Trailanforderungen zu genügen wusste, hatte Lautwein mit Vorjahressieger Moritz Becker (SRS e.V./7G Runnergy/39:08 Minuten) lediglich einen Konkurrenten, der über weite Strecken mithalten konnte. Dieser hatte bereits im Vorjahr angekündigt, seinen Titel verteidigen zu wollen. Damals hatte ihn die vermeintlich falsche Schuhwahl – er lief die Distanz damals mit normalen Laufschuhen, statt mit Traillaufschuhen – eine bessere Zeit gekostet, wie er sich später ärgerte.
[War im Hauptlauf über die zehn Kilometer nicht zu bezwingen: Tobias Lautwein.]
Auch in diesem Jahr haderte Becker im Ziel: Erneut hatte er „normale“ Schuhe für die an vielen Stellen rutschige Strecke gewählt. „Es hat aber ja trotzdem gereicht“, war er mit dem Silberrang unterm Strich zufrieden. Sieger Lautwein hatte sich im Vorfeld des Rennens auch noch etwas anderes als den Sieg gewünscht. „Ich hatte auf Schnee gehofft“, wäre das für ihn noch das i-Tüpfelchen bei diesem Extrem-Lauf gewesen. Das Podest komplettierte Jannik Farnschläger (TuS Deuz/40:35 Minuten.
Bei den Frauen lief die letztjährige Dritte Verena Köster (TriCologne.V./49:25 Minuten) 16 Sekunden schneller als im Vorjahr und belohnte sich dieses Mal mit dem ersten Platz. Nach zwei Podestplätzen in der Vergangenheit, durfte sie nun erstmals ganz oben aufs Treppchen. „Das hat riesigen Spaß gemacht. Auf der Strecke war es aber nicht ganz so“, habe sie der Trail richtig viel Kraft gekostet. Sara Veith (LG Gummersbach/50:44 Minuten) durfte nur einmal kurz von der Spitze grüßen. „Danach hat sie mich ganz schön stehen lassen“, freute sich die Gummersbacherin, die erstmalig in Dieringhausen antrat, aber trotzdem. Petra Henkel (Runnergy.de/51:29 Minuten) folgte auf Platz drei.
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[Die ersten drei Frauen über zehn Kilometer: Verena Köster (Mitte), Sara Veith (li.) und Petra Henkel.]
Klara Frackenpohl (31:40 Minuten) und Lia Pollmann (31:44 Minuten) lieferten sich über die fünf Kilometer einen ganz engen Kampf. Erst kurz vor dem Ziel fiel hier die Entscheidung. Alina Schneevogt (33:51 Minuten) sicherte sich den dritten Rang. Bei den Herren lief Maciek Miereczko (LG Donatus Erftstadt/19:45 Minuten) von Beginn vorneweg und ließ die beiden Nächstplatzierten Kilian Cremer (SC Fretter/20:45 Minuten) und Pascale Pauke (TuS Deuz/24:34 Minuten) deutlich hinter sich. Damit war Miereczko noch einmal fünf Sekunden schneller als 2025. Zum Streckenrekord von Jonas Land (19:36 Minuten) fehlen ihm allerdings immer noch neun Sekunden.
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[Das Podest bei den Herren über fünf Kilometer: Gewinner Maciek Miereczko (854), der Zweite Kilian Cremer (883) und der Dritte Pascale Pauke (867), sowie den Frauen: Siegerin Klara Frackenpohl (858), die Zweite Lia Pollmann (859) und Alina Schneevogt (864).]
Für einen neuen Streckenrekord hatte der Hauptsponsor Volksbank Oberberg erneut Prämien von jeweils 250 Euro ausgelobt. Vorstandsmitglied Jörn Richling gab daher nicht nur den Startschuss über die zehn Kilometer, sondern fieberte bis zum Ende mit. „Natürlich wollen wir die Prämien auch ausschütten“, hatte er auf eine neue Bestmarke gehofft. Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit hatte die Teilnehmer über fünf Kilometer ins Rennen geschickt – und einen „Masterplan“ für die Veranstaltung im nächsten Jahr geschmiedet. „Wir haben eine feste Vereinbarung“, nagelte er Richling fest, sich mit ihm im kommenden Jahr auf der Strecke zu messen. „Er hat die Wahl über welche Distanz“, sei die erstmalige Teilnahme fest eingeplant.
Auf der Sieben-Kilometer-Walkingstrecke setzte sich Holger Ahrens (LG Gummersbach/55:28 Minuten) vor Patric Rötzel (TSV Dieringhausen/57:25 Minuten) und Wolfgang Cieplik (Unitechnik/60:32 Minuten) durch.
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Insgesamt 35 Helfer hatte der TSV Dieringhausen mit seiner Abteilung „running & more“ für die 17. Veranstaltung aufgeboten und hatte dabei einige krankheitsbedingte Absagen zu verkraften, wie Klaus-Walter Misere und Eckhard Hauer vom Orga-Team berichteten. Diese waren rundum zufrieden. Gleich zweimal mussten allerdings dieses Mal die Rettungskräfte eingreifen, da gestürzte Athleten medizinisch versorgt werden musste – auch hier lief aber alles reibungslos.

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