LEICHTATHLETIK
Metallsplitter auf der Strecke konnten Marvin Münchhalfen nicht stoppen
Lindlar/Hamburg – Beim Ironman in Hamburg ist der Lindlarer Athlet nicht ganz zufrieden mit seiner Zeit – Eine Verletzung am Schienbein verhindert ein besseres Laufergebnis.
Es war nicht sein erster Ironman, aber vermutlich sein schwierigster. Der Lindlar Athlet Marvin Münchhalfen hat am Wochenende am Ironman in Hamburg teilgenommen. Ein Rennen, das von einem mutmaßlichen Anschlag überschattet wurde, wegen dem nun sogar der Staatsschutz wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt.
Im Stadtteil Kirchwerder, im Süden Hamburgs, legten Unbekannte laut Polizei auf diversen Straßen Metallspäne aus, die Reifen mehrerer Rennräder beschädigten. Münchhalfen hatte Glück. Seine Tubeless-Reifen erfüllten ihren Zweck und kamen ohne Schäden davon. Von der Aufregung an der Strecke bekam Münchhalfen nur am Rande mit. „Ich habe mich gewundert, warum plötzlich überall Polizei war und viele Sportler ihre Reifen flicken mussten“, sagt der 31-Jährige.
Erst im Nachhinein habe er das ganze Ausmaß mitbekommen. Die Veranstalter hatten wegen des Vorfalls sogar die Regeln aufgeweicht. Eigentlich dürfen die Athleten während des Rennens keine Hilfe annehmen, was nun aber erlaubt wurde. Den Sportlern schwappte eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Münchhalfen sah zahlreiche offene Garagen, aus denen die Anwohner ihre Montageständer holten, um beim Reifenwechsel zu unterstützen.
Den mutmaßlichen Anschlag verurteilt er aufs Schärfste: „Das ist grob fahrlässig. An manchen Stellen an der Strecke fährt man über 50 km/h. Dabei zu stürzen ist nicht ohne.“ Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, stürzte ein 29-jähriger Rennteilnehmer und zog sich dabei eine Fraktur zu. Es werde ermittelt, ob Reifenschäden durch die Späne seinen Sturz herbeigeführt haben, hieß es seitens der Polizei. Schon im Vorfeld hatten Unbekannte in dem betroffenen Bereich bereits vor dem Rennen temporäre Halteverbotsschilder und Ankündigungsplakate entlang der Strecke entfernt.
Aus sportlicher Sicht war Münchhalfen mit seinen Rennen dagegen weniger zufrieden. In seiner Altersklasse 31-34 kam er nach 9:15:32 Stunden als 15. ins Ziel. „Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte“, sagt der Lindlarer, der eigentlich unter neun Stunden bleiben wollte. Eine Schienbeinverletzung vier Wochen vor dem Rennen hatte allerdings dazu geführt, dass er vor dem Ironman kein Lauftraining absolvieren konnte. „Dann auf diesem Niveau unter neun Stunden zu bleiben, ist nahezu unmöglich“, erklärt Münchhalfen, der trotzdem immer noch von „einer super Zeit“ spricht. Im Gesamtklassement wurde er 86. von 2.344 Teilnehmern.
Zufrieden war er vor allem mit seinem Radrennen. Trotz starken Regens und einer Unterkühlung in der zweiten Radrunde fuhr er die 180 Kilometer in 4:34 Stunden; seine bislang beste Zeit bei einem Triathlon. Die Hoffnungen auf einen guten Marathon im Anschluss zerbarsten dann aber nach 20 Kilometern, als sich der Trainingsrückstand bemerkbar machte. Aus den erhofften drei Stunden wurden dreieinhalb Stunden. Weiter geht es für Münchhalfen am 21. Juni beim Triathlon des ATV Hückeswagen, sofern seine Verletzung mitspielen wird. Anfang September steht zudem die Mitteldistanz beim Köln Triathlon auf dem Programm.
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