LEICHTATHLETIK
Regen beim Stadtlauf? 1.260 Läufer ließen sich davon nicht stoppen
Gummersbach – Trotz widriger Bedingungen ziehen die Organisatoren des 24. AggerEnergie- und Sparkassenlauf ein positives Fazit – Rachid Soufi und Ira Achenbach dominieren den Zehn-Kilometer-Lauf.
Von Peter Notbohm
„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, ist eine bekannte Redewendung, die ihren Ursprung in Skandinavien hat. Ganz getreu diesem Motto gingen am Wochenende auch die Läufer beim 24. AggerEnergie- und Sparkassenlauf der LG Gummersbach an den Start. Von den ursprünglich über 1.500 Voranmeldungen überquerten insgesamt 1.261 Läufer die Ziellinie. Von „wirklich bescheidenen Bedingungen“ sprach auch Christoph Niemann auf dem Organisationsteam der LG Gummersbach. Trotzdem zog er ein positives Fazit des Gummersbacher Stadtlaufs: „Teilweise mussten die Läufer durch tiefe Pfützen. Dafür, dass das Wetter so schlecht war, sind wir mit der Beteiligung aber megazufrieden.“
Den Hauptlauf über die zehn Kilometer am schnellsten absolvierte Rachid Soufi (Foto). Der Marathonläufer des ASV Duisburg kontrollierte das Rennen taktisch nach Belieben und kam nach 32:56 Minuten ins Ziel; 41 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Maciek Miereczko (LG Donatus Erftstadt). Für Soufi war es nicht die erste Teilnahme in Gummersbach. Schon 2017 und 2018 war der gebürtige Marokkaner jeweils als Dritter auf dem Treppchen gelandet. Dritter wurde Philipp Weller (SG Wenden) in 33:56 Minuten. Es folgten die beiden Läufer der LG Gummersbach Jonas Brücher (34:35) und Michele Krüger (35:08), die gemeinsam mit Andreas Niemann (49:30) auch die Teamwertung gewannen.
Bei den Frauen enteilten zwei Läuferinnen der SG Wenden dem restlichen Feld. Am schnellsten absolvierte Ira Achenbach die zehn Kilometer. Im Ziel hatte sie nach 38:24 Minuten 37 Sekunden Vorsprung auf ihre Vereinskollegin Christl Dörschl. Dritte wurde die vereinslose Steffi Jansen, die nach 40:03 Minuten ins Ziel kam, gefolgt von Regina Tasarek (42:01/SG Wenden) und Marlen Günther (42:03/LAZ Rhein-Sieg). Trotz der widrigen Bedingungen meldeten viele Läufer neue persönliche Bestzeiten. „Es gibt einfach Läufer, den dieses Wetter besser liegt als ein warmer Sommertag“, erklärte Christoph Niemann.
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[Das Verfolgerfeld um Maciek Miereczko (v.l.n.r.), Michele Krüger, Philipp Weller und Jonas Brücher konnte mit Sieger Soufi nicht mithalten.]
Was in diesem Jahr allerdings merklich fehlte, war der Zuspruch der Zuschauer. Zwar kamen viele Eltern zu den Bambini- und Kinderläufen, waren anschließend aber auch schnell wieder verschwunden. Zumindest zur Siegerehrung aller Läufe füllte sich der Lindenplatz aber merklich. Stolz war man bei der LG Gummersbach vor allem auf die starke Beteiligung der Gummersbacher Grundschulen und weiterführenden Schulen. Fast 800 Kinder und Jugendliche nahmen am Gummersbacher Stadtlauf teil.
[Den Frauenlauf gewann Ira Achenbach (l.) vor Christl Dörschl (m.) und Steffi Jansen (r.)].
Aber auch Gummersbachs Unternehmen zeigten, dass die Corona-Beule der vergangenen Jahre langsam wieder der Vergangenheit angehört. Erneut stellte die Bohle-Gruppe die teilnehmerstärkste Laufgruppe. „Die Resonanz ist wirklich klasse. Wir sind mit den Zahlen wieder fast dort, wo wir früher waren. Es ist toll, dass immer mehr Unternehmen den Lauf wieder für sich entdecken und der Volkslauf wieder zu einem richtigen Unternehmenslauf wird. Wir wollen hier nicht nur die klassischen Vereine ansprechen“, zog Niemann für das Orgateam um Heike Rademacher, Fabian Krampe, Georg Hardt und Uli Steinschmidt ein positives Fazit des Events.
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[Benedikt Flosbach (oberes Foto r.) gewann das innerfamiliäre Duell mit seinem Bruder Lukas im Volkslauf. Dritter wurde Markus Waschkewitz, der in der Altersklasse M50 das beste Ergebnis erreichte. Franziska Dziallas (unteres Foto r.) kam vor Penélope Fernandez Echeverria (l.) und Luisa Hennrichs (m.) ins Ziel.]
Schnellster Läufer über die vier Kilometer beim Volkslauf war Benedikt Flosbach (14:22 /LG Gummersbach), der damit das Bruderduell gegen seinen Bruder Lukas (14:50/LG Gummersbach erneut für sich entschied. Dritter wurde Markus Waschkewitz (15:23/ Fight Club Milia – Hercules Gym). Bei den Frauen führte kein Weg an Para-Leichtathletin Franziska Dziallas (15:37/Bayer 04 Leverkusen) vorbei, die mit deutlichem Vorsprung vor Penélope Fernandez Echeverria (16:27/Wiehltaler LC) und Luisa Hennrichs (18:09/SG Wenden) ins Ziel kam.
[Ein Lauf ohne Jens Klein ist kaum vorstellbar. Der ständige Spendensammler kam im Volkslauf nach 20:30 Minuten als 40. ins Ziel, was den Sieg in seiner Altersklasse M60 bedeutete.]
Der Bambini-Lauf wurde in diesem Jahr nur von AggerEnergie-Maskottchen „Aggi“ angeführt, nachdem VfL-Maskottchen „Gummi“ sich verschnupft und seinen Regenschirm nicht gefunden hatte. Der Laufleistung der Grundschüler tat das aber keinen Abbruch. Die Grundschulmeisterschaft ging in diesem Jahr an die GGS Windhagen vor der GGS Körnerstraße und der GGS Hülsenbusch. Die schnellsten Einzelleistungen auf der 450 Meter langen Strecke gelangen Mathea Meyer (2:01/GGS Hülsenbusch) und Piet Löwen (1:55/DJK Gummersbach), der das Fotofinish gegen Mika Fuchs (1:55/GGS Windhagen) gewann.
Über die zwei Kilometer gingen die Siegerpokale an Penélope Fernandez Echeverria (7:40/Wiehltaler LC/weibliche U10-16), Anton Riester (8:00/VfL Engelskirchen/männliche U10) und Johannes Niklas (6:28/SG Wenden/männliche U12-16). Die Schirmherrschaft für den Stadtlauf übernahm Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit, dem es als zuständigem Schuldezernenten ein besonderes Anliegen war, neben den Startschüssen auch die Siegerehrung der Bambinis zu übernehmen. Für gute Stimmung an der Strecke sorgte trotz des Regens die Samba-Gruppe aus Lindlar, die mit ihren Trommlern unter der Brücke am Steinmüllergelände bis weit in die Andienungsstraße zu hören war.
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