LINDLAR
Doppelter Amtsträger: Lindlars Bürgermeister ist neuer Schützenkönig
Lindlar - Mit dem 297. Schuss auf den Königsvogel sicherte sich Sven Engelmann den Titel des Königs im Schützenverein Lindlar.
Von Ute Sommer
Mit einem regelrechten Clou endete das gestrige Königsvogelschießen, das den Höhepunkt des Lindlarer Schützenfestes markierte. Als Schützenkönig setzte sich Bürgermeister Sven Engelmann nach dreistündigem, herausforderndem Wettkampf gegen die Konkurrenz auf dem Schießstand am Johannesweg durch, dient in der Gemeinde im kommenden Jahr quasi als „doppelter Amtsträger“.
Kein Wunder also, dass die Krönung aller Majestäten am Pfarrer-Braun-Haus gestern Abend unter großer Publikumsbeteiligung über die Bühne ging. „Ihr zahlreiches Erscheinen spiegelt die große Relevanz, die das Schützenwesen in unserer Gemeinde besitzt“, freute sich der Vorsitzende der Lindlarer Schützen Alexander Bosbach, und hieß gleichzeitig Klaus Büser als Ehrenpräsidenten des Oberbergischen Schützenbundes willkommen.
[Für den Schützenverein Lindlar gratulierte der Vorsitzende Alexander Bosbach ehemaligen und aktuellen Würdenträgern und dankte allen Helfern in Verein und Gemeinde, die ihren Beitrag zum Gelingen des Großereignisses geleistet haben.]
Da das fünftägige heimatliche Großevent ohne würdigen musikalischen Rahmen undenkbar sei, richtete Bosbach seinen Dank insbesondere an den Musikverein Wipperfürth und den Tambourcorps Hartegasse/Wipperfürth, die seit sechs Jahrzehnten fester Bestandteil aller Festumzüge, Proklamationen und Schützenbälle sind. Begonnen hatte das diesjährige Fest der Grünröcke am Freitag mit der Dorfdisco im Festzelt.
Samstags traten acht Newcomer zum Schülerprinzenschießen an, bei dem sich David Brocks mit dem 413. Treffer die Schülerprinzenwürde sicherte. Sonntags, nach der Festmesse in St. Severin, legten 23 Anwärter auf den Prinzenvogel an, der sich ähnlich widerständig gab wie sein Kollege am Vortag. Nach dem sechsten Schuss fiel die Krone, nach dem 170. Schuss der linke Flügel, nach dem 281. Schuss fiel auch der rechte Flügel. Doch dauerte es bis zum 344. Schuss, bis Dario Sauermann den farbenfrohen Vogel von der Stange holte und nun ein Jahr lang mit Stella Quabach den Jungschützen im Verein vorstehen wird.
Zum gestrigen Festhöhepunkt legten ab 15:30 Uhr 32 Anwärter auf den Königsvogel an, für dessen künstlerische Gestaltung Jarina Kisjes, und dessen bauliche Ausführung der Lindlarer Bestatter Christoph Hachenberg verantwortlich zeichneten. Weil deshalb Beschaffenheit und Befestigung der begehrten Trophäe von Jahr zu Jahr variieren, dauerte es 36 Schüsse, bevor Michael Suhr deren Krone abräumte. Der linke Flügel zerbröselte unter dem 134. Schuss von Robert Höller, der rechte Flügel überstand den 241. Treffer von Volker Grüsges nicht.
Im verbleibenden Bewerber-Quintett krönte sich Rathauschef Engelmann zum „König der Könige“, indem er dem Vogel mit dem 297. Schuss den Garaus machte. Bei künftigen Repräsentationspflichten für „seinen“ Verein, dem er seit 2019 angehört, wird ihm Lebensgefährtin Kerstin Klein als Königin zur Seite stehen.
Zu Ehren des scheidenden Schützenkönigspaares Patrick und Melanie Brocks intonierte das Tambourcorps Blau-Weiß Hartegasse, unter Leitung von Karl Peter Klee, den Zapfenstreich, bevor das neue Königspaar unter den Klängen von „Gabriellas Song“ vom Musikverein Wipperfürth eingeführt wurde. Anschließend ging's unter dem Jubel der vielen Zuschauer auf den großen Autokorso durch den Lindlarer Ortskern. Mit dem Setzen der Vogelstange, der Kirmes und dem großen Schlussball im Festzelt biegt das Lindlarer Schützenfest heute in die Schlusskurve ein.