LINDLAR
Wird Lindlars Naturrasenplatz wiederbelebt?
Lindlar – Die Gemeinde Lindlar will sich für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ bewerben – Fünf Projekte stehen im Raum, darunter die Kunstrasenplätze in Frielingsdorf und Hohkeppel.
Lindlars Politik kommt nächste Woche Mittwoch zu einer Sondersitzung des Gemeinderats zusammen. Zunächst wird es dabei um die Wahl eines neuen Beigeordneten und Allgemeinen Vertreters gehen. Nachdem der ehemalige Beigeordnete Michael Eyer im vergangenen September zum neuen Overather Bürgermeister gewählt worden ist, ist dieser Posten vakant. Doch auch, wenn die Sondersitzung für diese Wahl angesetzt worden ist: auf der Tagesordnung stehen noch weitere Themen, so etwa die Sanierung kommunaler Sportstätten. Die Gemeinde will sich für Bundesmittel bewerben und damit die Lennefetalhalle, die Vossbruchhalle, die Kunstrasenplätze in Frielingsdorf und Hohkeppel sowie den Naturrasenplatz Lindlar auf Vordermann bringen.
Der Deutsche Bundestag hat im Wirtschaftsplan 2025 des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) Mittel für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) bereitgestellt. Insgesamt stehen dafür Bundesmittel in Höhe von 333 Millionen Euro zur Verfügung. Das Programm zielt darauf ab, den bundesweiten Sanierungsstau bei Sportstätten abzubauen und Kommunen dabei zu unterstützen, ihre „Sportstätten von besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu erhalten und zu modernisieren“. Die Abgabefrist für Interessenbekundungen ist nächste Woche Donnerstag, 15. Januar.
Geht es nach der Verwaltung, sollen 450.000 Euro in die Modernisierung der Lennefetalhalle fließen. „Der Hallenboden ist die größte Baustelle, die da zu machen ist“, sagte Bürgermeister Sven Engelmann in dieser Woche auf Nachfrage von OA. Weitere 482.000 Euro sollen für die Sanierung der Voßbruchhalle genutzt werden. Hier geht es laut Engelmann vor allem um eine Lüftung sowie ein Heizungskonzept samt Wärmepumpen und Photovoltaik-Anlagen. Auf dem Zettel hat die Verwaltung außerdem den Kunstrasenplatz in Frielingsdorf mit Gesamtkosten in Höhe von 600.000 Euro und den Kunstrasenplatz in Hohkeppel mit 500.000 Euro.
Interessant ist aber vor allem ein Projekt: der Naturrasenplatz in Lindlar, der schon seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wird. Die Verwaltung hat dafür Gesamtkosten in Höhe von 470.000 Euro vorgesehen. „Wir wollen uns dem Naturrasenplatzlatz annehmen“, sagte Engelmann. Derzeit befindet sich der Platz unter der Ägide des TuS Lindlar. Noch gäbe es keine konkrete Verwendungsabsicht für den Naturrasenplatz. Aber „es gibt verschiedene Interessenten und verschiedene Ideen“, sagte der Bürgermeister. Konkret soll darüber am 19. März in einer Sitzung des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur gesprochen werden.
Wie Engelmann weiter sagte, möchten in dieser Sitzung auch Vertreter der Eintracht Hohkeppel ein Projekt vorstellen. Dabei gehe es um bauliche Veränderungen und möglicherweise auch um Kooperationsabsichten. Bereits 2024 hat die Eintracht der Politik ein Projekt zu einem Stadionbau in der Gemeinde vorgestellt (OA berichtete), doch die Bezirksregierung Köln schob den Planungen einen Riegel vor (OA berichtete). „Von unserer Seite aus gibt es keine handfeste Planung für einen Stadionbau in Lindlar“, sagte der Bürgermeister. Und: „Es ist wirklich nichts entschieden.“ Das sei Sache der Politik.
Mit Blick auf das Bundesprogramm haben sich Engelmann zufolge viele Vereine bei der Gemeinde gemeldet – darunter beispielsweise auch Schützenvereine, die ihre Schießbahn sanieren möchten. Doch die Fördersumme eines einzelnen Projektes muss mindestens 250.000 Euro betragen, was bedeutet, dass viele kleinere Projekte nicht infrage kommen. Der Bund fördert bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben eines Projektes, bei Kommunen in Haushaltsnotlage sogar bis zu 75 Prozent. „Wir haben ein Haushaltsproblem. Und ich sehe das Risiko, dass wir uns sehr nah bei den notleidenden Kommunen befinden“, sagte Engelmann. Die Zahlen für den neuen Haushalt sollen am 28. Januar in den Rat eingebracht werden.
Sollten alle fünf Projekte gefördert werden, geht man im Rathaus von Gesamtkosten in Höhe von über 2,5 Millionen Euro aus. Bei einer Förderquote von 75 Prozent würden rund 1,9 Millionen Euro vom Bund übernommen. Der Eigenanteil liegt bei über 625.000 Euro. Davon müsste die Gemeinde laut Engelmann mindestens zehn Prozent selbst übernehmen.