LOKALMIX
Über Adenauer und Zusammenhalt
Oberberg – Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land hat ihren Neujahrsempfang veranstaltet.
Jedes Jahr Anfang Januar lädt die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land zum Neujahrsempfang. Auch in diesem Jahr kamen einer Mitteilung zufolge rund 90 Gäste im festlich dekorierten Saal des Hauses der Wirtschaft in Bergisch Gladbach zusammen. Kreishandwerksmeister Willi Reitz begrüßte die Anwesenden und eröffnete seine Rede mit dem Zitat „Du muss dein Ändern leben“ des Lyrikers Reiner Maria Rilke. Mit Blick auf die anwesenden ehemaligen Landräte, Bürgermeister und Bundestagsabgeordnete, die neben den neuen Amtsträgerinnen und Amtsträgern sowie Gästen aus dem Handwerk, der Wirtschaft und dem Handel eingeladen waren, sagte er – auch und vor allem wegen der derzeitigen Herausforderungen in Deutschland und in Europa: „Ich frage mich, wer von uns lebt eigentlich sein Ändern und wie schnell tut er das?“
Einigkeit, Stärke und die Idee eines geeinten Europas seien momentan so wichtig wie nie, unterstrich der Kreishandwerksmeister – und erinnerte dabei an Konrad Adenauer, den ersten deutschen Bundeskanzler. Schon 1949 habe er angefangen, die europäische Einheit voranzutreiben. „Und ich glaube, wenn er jetzt wüsste, was wir in den letzten Jahren eigentlich nicht getan haben, wäre er stinksauer. Wir hätten viel mehr erreichen können mit dem, was 1949 schon angestoßen worden ist. Als Gesellschaft und als Politik haben wir da echt ein bisschen geschlafen. Wir haben uns ausgeruht, weil es uns ja so gut ging. Weil wir gedacht haben, das geht immer so weiter. Dem ist aber nicht so“, konstatierte Reitz.
Die aktuelle Situation und die Herausforderungen an ein Europa zwischen den großen Weltmächten zeige, dass die Idee Adenauers von einem starken Europa heute wichtiger sei denn je. „Ich denke, das können wir auch noch erreichen, wenn wir das alle wollen. Ein funktionierendes Europa ist eine gute Idee, lasst uns endlich dran arbeiten. Wir können es besser, lasst es uns doch endlich tun, lasst uns unser Ändern leben. Und ich glaube, wenn wir alle dazu bereit sind, Schritte zu gehen - manchmal vielleicht auch in eine Richtung, von der wir nicht wissen, was auf uns zukommt, dann klappt das mit uns, mit der Gemeinschaft, dann wird es wahrscheinlich auch mit dem Frieden irgendwann wieder richtig klappen und mit der europäischen Gemeinschaft mit Sicherheit,“ beendet Reitz seine Ansprache an die Gäste.
Wie gut die Gemeinschaft in der Region schon funktioniert, machte Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, deutlich und richtete seinen Dank an die im vergangenen Jahr ausgeschiedenen politischen Amtsträger, darunter der ehemalige Landrat des Oberbergischen Kreises, Jochen Hagt, und die Ex-Bürgermeister Dietmar Persian aus Hückeswagen sowie Jörg Bukowski aus Morsbach. Besonders würdigte er auch Dr. Hermann-Josef Tebroke, MdB a.D. und bedankte sich bei ihm für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Ich möchte Ihnen allen Danke sagen. […] Ich glaube, es ist ein großes Pfund, diese Gemeinschaft zu haben, in der man gemeinschaftlich wirtschaften kann, in der man vertrauensvoll zusammenarbeiten kann, in der man sich die Meinung sagen kann“, sagte Otto mit Blick auf die Region.
Anschließend begrüßte er die neuen Würdenträger, die als Gäste beim Neujahrsempfang anwesend waren, darunter Klaus Grootens, Landrat des Oberbergischen Kreises, Bürgermeister Jan Gutowski aus Reichshof und Bürgermeister Sven Engelmann aus Lindlar. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und hoffe, dass auch wir das Gemeinsam weiter nach vorne bringen,“ wandte sich Otto an die neuen Amtsträger.
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