LOKALMIX
Auch dank Ex-Wehrführer: Heide freut sich auf neues Feuerwehrhaus
Waldbröl – Für 2,7 Millionen Euro entsteht ein neues Gebäude direkt neben der aktuellen Wache – Bis April 2027 sollen Bauarbeiten beendet sein – Das Grundstück erwarb die Stadt bei Udo Herweg.
Von Lars Weber
Die Einheit Thierseifen hat es schon, für die Einheit Geilenkausen befindet sich die Stadt in der Planungsphase, bei der Einheit Heide beginnen nun die Bauarbeiten: Der Brandschutzbedarfsplan hatte für diese Einheiten klare Ziele formuliert, die nun sukzessive abgearbeitet werden. Heute konnten die Verwaltungsspitze um Bürgermeisterin Larissa Weber, die Planer, der Generalunternehmer und natürlich die Kameradinnen und Kameraden der Waldbröler Feuerwehr den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus in Heide feiern. Weit hat die Einheit es nicht von ihrem alten Stützpunkt. Dieser grenzt direkt an die Baustelle. Für den Bau auf 830 Quadratmetern Fläche nimmt die Stadt 2,7 Millionen Euro in die Hand.
Von 1979 ist das aktuelle Gebäude, der Anbau von 1984, entstanden auch unter der tatkräftigen Mithilfe der Kameraden selbst. Dementsprechend nagt der Zahn der Zeit an den Räumlichkeiten, bestätigte der stellvertretende Wehrführer Rene Reiss-Hochweiler. Es fehlt an ordentlichen Sozialräumen und Umkleidekabinen. Die eine Kameradin der Einheit müsse sich auf der Damentoilette umkleiden. Das alles soll bald der Vergangenheit angehören.
Ähnlich wie in Thierseifen auch – in Heide hat das Fachbüro Bautec erneut die Planungen übernimmen – soll die Gerätehalle in Stahlbetonbauweise entstehen, die Sozialräume aber komplett in Holzbauweise. Der Wiedererkennungswert wird also vorhanden sein, so Bautec-Projektleiter Kai Oerter. Darauf freuen sich die Kameradin und die Kameraden ebenso wie auf den eingeschossigen Bau mit getrennten Sanitärräumen (Damen, Herren, Schwarz-Weiß-Bereich), Lagerraum, Büro und einem Schulungsraum. Auf dem Dach findet eine PV-Anlage Platz, die Heizung übernimmt eine Wärmepumpe. Aktuell zählt die Einheit 17 Männer und eine Frau, das neue Haus wird für 40 Einsatzkräfte ausgelegt sein. „Es tut sich viel beim Nachwuchs“, so Reiss-Hochweiler. „Und ein attraktiver Standort hilft natürlich auch.“
Unbeheizt sein wird aus Kostengründen die Fahrzeughalle, in denen vier Stellplätze sein werden. Aktuell hat die Einheit drei Fahrzeuge: ein Löschfahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug und diese Woche wird noch der neue Gerätewagen-Logistik geholt und in Betrieb genommen. Auch hier ist also – wie bei der Größe der Sozialräume – mit einer Ausbaureserve geplant worden.
Glück bei der Grundstücksuche
Eigentlich hatte die Stadt zunächst ein anderes Grundstück im Visier für das neue Gerätehaus in Heide. Als sich diese Pläne zerschlagen hatten, stellte sich heraus: Der Eigentümer der Flächen direkt neben dem aktuellen Gerätehaus ist ein alter Bekannter. Der inzwischen 83-jährige Udo Herweg hat Feuerwehr in seiner DNA, trat schon mit 13 in die Feuerwehr in Marienheide ein, damals noch als Musiker. Später, nach seinem Umzug nach Heide wurde er von 1970 bis 1997 Einheitsführer, anschließend leitete er bis 2004 die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr in Waldbröl als Wehrführer. Eigentlich habe er das Grundstück gar nicht veräußern wollen. Als dann aber der Anruf mit der Frage kam, ob dort nicht das neue Feuerwehrhaus „seiner“ Einheit entstehen könnte, musste er nicht überlegen. Bürgermeisterin Larissa Weber dankte dementsprechend Herweg für die Bereitschaft und für die fairen Verhandlungen.
Bürgermeisterin Larissa Weber freute sich über den Baustart für das nächste Feuerwehrgerätehaus. „Die Rahmenbedingungen für Bauprojekte sind aktuell nicht gut, sodass es mich freut, dass wir als Stadt für die Feuerwehr dieses Gerätehaus bauen können.“ Sie hofft, schon im kommenden Jahr im neuen Gebäude in den ersten Mai zu tanzen, wie sie es auch schon im alten Gebäude gerne getan habe. Thorsten Schulze vom Generalunternehmer bei diesem Projekt, der Firma Otto Quast, sagte, dass nachdem am heutigen Montag der Kran gekommen sei, werden in den kommenden drei bis vier Wochen die Bodenplatten gelegt, auch die Fertigteile seien schon in Arbeit, sodass der Rohbau schnell wachsen sollte. „Wir wollen den Sommer nutzen!“ Eine Fertigstellung ist anvisiert für April 2027. Für den Tanz in den Mai könnte es also reichen.
Was mit den alten Gebäuden geschieht, sei noch nicht entschieden, so Bürgermeisterin Weber. Allerdings existierten Ideen und Pläne, eine Weiternutzung scheint also wahrscheinlich.