LOKALMIX
Auch nach 40 Jahren: „Friedensbotschaft muss verteidigt werden“
Wiehl – Im Wiehlpark am Friedensgedenkstein wurde gestern an den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnert – Der Stein wurde vor vier Jahrzehnten aufgestellt - Mehr als 60 Teilnehmer.
Von Lars Weber
Zum ersten Mal am 9. Mai 1986 hatten Monika und Michael Höhn als damalige Friedensinitiative zu einer Gedenkveranstaltung im Wiehlpark eingeladen. Damals wurde der Friedensgedenkstein aufgestellt. Seine Geschichte ist seitdem eine bewegte gewesen. „Der Stein wurde in der Vergangenheit immer wieder schändlich beschmiert“, sagte gestern Monika Höhn am Antikriegstag, bei dem an den Beginn des Zweiten Weltkriegs und seine Opfer erinnert wurde. „Auch der Baum, den wir pflanzten, wurde von Unbekannten vorsätzlich abgesägt. Diese Angriffe machen deutlich, wie hartnäckig die Friedensbotschaft verteidigt werden muss.“ Der Stein wurde gereinigt, der Baum neu gepflanzt, die Friedensbotschaft und Mahnung „Nie wieder Krieg!“ seit 40 Jahren jedes Jahr erneuert – und gestern kam noch ein neuer Baum hinzu.
Mehr als 60 Interessierte waren zu der Veranstaltung gekommen. „Es liegt an uns allen, aktiv Verantwortung zu übernehmen“, sagte Monika Höhn bei ihrer Begrüßung. „Gewalt sät nur neuen Terror und neue Kämpfe, keinen Frieden.“ Dem stimmte der Wiehler Bürgermeister Ulrich Stücker zu, der betonte, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei. „Es muss etwas dafür getan werden. Der aktive Einsatz für den Frieden ist wichtig für eine starke Demokratie.“ Die fange schon im Kleinen an, im Umgang mit Nachbarn und Mitbürgern. „Es bringt immer etwas, sich für Frieden einzusetzen.“
Ingo Solbach, stellvertretender Bürgermeister von Waldbröl, verwies auf die gemeinsame Botschaft „Nie wieder Krieg“, die Wiehl und die Marktstadt „tief verbinde“. Dort wurde der Schriftzug von Schülern 1982 auf jene Stützmauer angebracht, wo eine Nazi-Bildungsstätte errichtet werden sollte. „Das Monument des Größenwahnsinns wurde umgedeutet in ein Mahnmal der Hoffnung.“ Noch heute erneuern Schüler den Schriftzug regelmäßig. „Frieden ist eine tägliche Aufgabe!“
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Die Gedenkveranstaltung wurde weiter kulturell gestaltet von Musikern wie Kurtzweyl, dem Panflötisten Viktor Repp oder der Autorin Monica Buchfeld. Weitere Redebeiträge gab es von Gerhard Jenders („Oberberg ist bunt, nicht braun“), Dr. Mohammad Heidari (Friedensbildung), Dr. Hedi Hogrefe (German Doctors) und Pfarrer i.R. Michael Höhn. Dieser sagte, dass Frieden nicht vom Himmel falle. „Man muss für ihn aufstehen.“ Jede Waffe, die in Kriegsgebiete geschickt werde, verlängere das Leiden. „Ich erwarte hier von den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft – aber auch von meiner eigenen Kirche – viel mehr Mut und eine klare Position gegen die Logik des Krieges!“
Mit Samira Ibrahim sprach auch eine geflüchtete Somalierin. Sie kam vor zwölf Jahren nach Wiehl, hat im „schrecklichen Krieg“ Familienmitglieder verloren. „Ich bin sehr dankbar, hier in Wiehl zu sein.“ Inzwischen ist sie am Krankenhaus Krankenschwester. „Die wichtigste Botschaft ist: Nie wieder Krieg! Krieg zerstört alles!“
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Am Ende der Gedenkveranstaltung wurde ein Gingko-Baum gepflanzt, der von der Firma Bergerhoff und der Stadt Wiehl gespendet wurde. Der Gingko ist nicht nur eines der ältesten Gewächse auf der Erde. Die Bäume überlebten auch die Atombombe in Hiroshima 1945. Sie grünten trotz schwerer Schäden bereits im Frühjahr 1946 wieder. Deshalb sind die Gingkos weltweite Symbole für die „Unzerstörbarkeit des Lebens“.