LOKALMIX

Ausstellung in Gummersbach: Wohnung für Demenzkranke gestalten

pn; 22.06.2022, 12:15 Uhr
Fotos: Peter Notbohm --- In der Küche warten einige Fallstricke. Stefanie Froitzheim erklärt, dass gerade farbliche Reize für Demenzkranke besonders wichtig sein können.
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Ausstellung in Gummersbach: Wohnung für Demenzkranke gestalten

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pn; 22.06.2022, 12:15 Uhr
Gummersbach – Die AOK stellt in ihren Räumlichkeiten vor, wie sich das Zuhause demenzfreundlich gestalten lässt.

Deutschlands Gesellschaft altert zunehmend und damit steigt auch die Zahl der Demenz-Erkrankungen. Heute leben bereits 1,6 Millionen vorwiegend ältere Menschen in der Bundesrepublik mit der Diagnose „Demenz“, jeden Tag werden es 900 mehr, die unter krankhaftem Vergessen leiden. Die Alzheimer-Krankheit ist dabei die häufigste Form der Demenz und eine unheilbare Störung des Gehirns. Durch das Absterben von Nervenzellen werden die Erkrankten zunehmend vergesslicher, verwirrt und orientierungslos.  

 

Betroffen sind aber nicht nur die Kranken selbst, sondern auch deren Angehörigen, die Deutschlands größter Pflegedienst sind. Doch wie gelingt es, dementiell Erkrankten das Leben zu erleichtern und sie weiter in den Alltag zu integrieren? Mit diesem Thema beschäftigt sich die mobile Musterwohnung „Zu Hause leben – auch mit Demenz“, die in der AOK-Servicestelle Demenz im Gummersbacher AOK-Gebäude an der Moltkestraße noch bis zum 8. Juli besucht werden kann.

 

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Häufig sind es nur Kleinigkeiten, mit denen dem Erkrankten das Leben in seinem gewohnten Umfeld ermöglicht und vereinfacht werden kann, erklärt Stefanie Froitzheim, Leiterin Servicestelle Demenz der AOK Rheinland/Hamburg. Seien es eingenähte Etiketten mit Namen und Telefonnummer in die Kleidung bis hin zu farblichen Reizen in der gesamten Wohnung. Wichtig dabei: So wenig Gewohnheiten wie möglich zu ändern. Denn für Neues ist der Erkrankte in der Regel nicht mehr aufnahmefähig.

 

„Für die Angehörigen ist es eine große Herausforderung mit der Krankheit umzugehen, zudem eine äußerst emotionale Angelegenheit“, sagt sie. Froitzheim hat die Servicestelle Demenz seit 2008 kontinuierlich aufgebaut und betreut mit ihren 14 Mitarbeitern mittlerweile über 15.000 Familien im Versorgungsgebiet der Krankenkasse.

 

[Auch an der Gaderobe kann man dementiell Erkrankten kleine Hilfestellungen leisten].

 

2016 wurde in Jülich eine 120 Quadratmeter große Musterwohnung aufgebaut, die jährlich von über 1.000 Besuchern genutzt wird. Gerade die Interaktivität und das Erleben der Probleme eines Demenzkranken begeistere dort die Menschen. „Aber nicht jeder kann nach Jülich fahren, daher kam die Idee, dass wir zu den Menschen kommen müssen, wenn sie nicht zu uns kommen können“, so Froitzheim weiter. Alle drei bis vier Wochen ist die Wanderwohnung mittlerweile in einer anderen Stadt zu Gast – nun in Gummersbach.

 

Um 10, 12 und 14 Uhr können Interessierte kostenfrei und kassenunabhängig die 90-minütige, geführte Ausstellung besuchen. Eingebunden wird zudem ein Kurs des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW, geleitet von Ursula Wolf. Sie vermittelt jeden Donnerstag (23. Juni, 30. Juni und 7. Juli, jeweils 15 bis 18 Uhr) sechs Module, nach deren vollständigem Besuch man als Nachbarschaftshelfer tätig werden kann. Das Zertifikat hierfür bekommt man nur beim Besuch aller Einheiten (Drei Pflichttage sowie ein freiwilliges Reflexionsangebot).

 

Eine vorherige Anmeldung für den Besuch der Ausstellung und für den Kurs ist zwingend erforderlich unter Tel.: 0211 8791-58710 oder per E-Mail an ac.demenz@rh.aok.de.

 

Weitere Tipps zum richtigen Umgang mit Demenzerkrankten gibt es hier.

 

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