LOKALMIX

Bürgermeister sagt Müll den Kampf an

bv; 09.06.2021, 17:15 Uhr
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Fotos: privat --- Impressionen eines Sonntagmorgens in der Gummersbacher Innenstadt.
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Bürgermeister sagt Müll den Kampf an

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bv; 09.06.2021, 17:15 Uhr
Gummersbach – Die Hinterlassenschaften der Wegwerf-Gesellschaft bereiten der Stadt Gummersbach Sorgen.

Es gibt viele Gründe, doch das Ergebnis ist dasselbe: Der Müll in der Gummersbacher Innenstadt wird immer mehr. Papierkörbe quellen über, achtlos weggeworfene Becher und Schachteln verschandeln das Stadtbild – gerade am Wochenende. Als ob dieses Ärgernis für Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein nicht schon genug wäre, bringen ihn Klagen der Bürger, die Stadt unternehme nichts gegen die Vermüllung, vollends auf die Palme.

 

Zum einen werde man der Arbeit der städtischen Bauhof-Mitarbeiter mit diesen Vorwürfen nicht gerecht: „Das ist ein Knochenjob“, so der Rathauschef. Zum anderen habe die To-Go-Industrie in Verbindung mit der Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die Verwendung von Bechern, Tüten und Essens-Boxen geradezu explodiert sei. Bis vor Kurzem habe zudem ein Verzehrverbot im Umkreis von 50 Metern zu Schnell-Restaurants oder Imbiss-Betrieben bestanden, sodass auch Papierkörbe in etlicher Entfernung rasch gefüllt gewesen seien, so Helmenstein.

 

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Allmählich kommen die Mitarbeiter des Bauhofs an ihre Belastungsgrenzen. Bislang wurde an allen Werktagen die Innenstadt mit Laubbläsern und einer Kehrmaschine gereinigt und die Papierkörbe geleert. In der Fußgängerzone, auf dem Steinmüllergelände und am Busbahnhof kamen so im vergangenen Jahr rund 2.400 Arbeitsstunden der Mitarbeiter zusammen. In den Sommermonaten wird nun auch sonntags durch eine Fremdfirma die Stadt gesäubert. Und die Stadt hat größere Abfallbehälter geordert, um der Müll-Flut Einhalt zu gebieten.

 

Aber Frank Helmenstein geht es um mehr. Man müsse auch das Verursacherprinzip stärker in den Blick nehmen. Da sind natürlich zum einen manche Bürger, die Verpackungen wegwerfen, im Idealfall in einen Mülleimer. „Jeder sollte sich selbst hinterfragen, was er tun kann, um möglichst wenig Müll zu produzieren“, appelliert der Bürgermeister. Er sieht ordnungsrechtliche Möglichkeiten als letztes Mittel. Und er will auch Gespräche mit dem Handel führen. Schließlich müssen die höheren Kosten für die Müllbeseitigung von allen Bürgern beglichen werden. Am besten wäre es, wenn gar nicht erst so viel Müll entstehen würde. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind jetzt angesagt. Das sind die Stichworte, die jeder ernst nehmen sollte“, meint Helmenstein. Doch die Erfahrungen, die Baubetriebshof-Chef Arndt Reichold gemacht hat, sind andere. Die Vermüllung in den Wäldern habe im Zuge der Pandemie drastisch zugenommen. „Wir holen da sogar Waschmaschinen raus“, berichtet er.

 

KOMMENTARE

1

größere mülleimer, oder unterbodenmülleimer wie in amsterdam könnten hier eine lösung sein.

hubertus, 09.06.2021, 19:07 Uhr
2

Es gibt Müllcontainer mit 3 getrennten Boxen für den Außenbereich. In Urlaubsorten an der Nord- oder Ostsee stehen die entlang von Füßgängerzonen und Promenaden. Da könnten sich die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung mal informieren. Wäre vielleicht eine Option.

, 09.06.2021, 20:49 Uhr
3

Ich war jetzt nach Monaten mal wieder Sonntags in der Stadt. 50 Meter haben gereicht, da bin ich wieder gefahren. Unmöglich wie es da ausgesehen hat. Ich mache den Mitarbeitern des Bauhof an dieser Stelle mit Sicherheit keinen Vorwurf, warum auch. Aber solch einen Zustand hat es früher nicht gegeben.

Thomas, 09.06.2021, 22:22 Uhr
4

Barrierefreier bzw. auch fremdsprachiger Zugang zum Sperrabfuhrsystem könnte auch was bringen.

wurzelhexe, 10.06.2021, 07:07 Uhr
5

Ich habe mich schon zweimal an die Stadt gewandt und um Abhilfe gebeten. Solange hier kein Essens-und Trinkverbot ausgesprochen wird, wird sich an der Situation nichts ändern. Ich frage mich nur, entsorgen die Müllverursacher ihren Dreck zu Hause auch vor der Tür, an der Straße oder im Garten. Mir tun die Mitarbeiter von der Stadtreinigung richtig leid, die den Dreck anderer entsorgen müssen.

Gudrun, 12.06.2021, 10:12 Uhr
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