LOKALMIX
Flirtmarkt: Bei Oberberg-Online hat es seinerzeit gefunkt
Gummersbach – Heute feiern Andreas und Carmen Hoof ihre Silberhochzeit – Ihren Anfang nahm die Liebesbeziehung in den Pionierzeiten des Internets auf dem Flirtmarkt von Oberberg-Online.
Von Leif Schmittgen
Wir schreiben das Jahr 1999 und das Internet ist erst seit kurzem massentauglich geworden. Drei Jahre zuvor ging Oberberg-Online an den Start und bot seinerzeit einen Flirtmarkt für Beziehungssuchende an. Genau hier tummelte sich vor nunmehr 27 Jahren der seinerzeit in Gummersbach-Strombach lebende Andreas Hoof und traf beim Stöbern auf die Annonce einer gewissen Carmen Streicker, die durch Bekannte verkuppelt werden sollte.
„Fröhliches, aufgeschlossenes Engergiebündel mit viel Humor sucht Powerman (bis 33, aus Raum Oberberg), der mich im Zaume hält“, hieß es damals im Flirtmarkt.
Prompt reagierte er darauf und erhielt auch schnell eine Antwort. „Das ging eine Weile hin und her, ehe wir uns einige Monate später auf dem Lindenplatz im Herzen der Stadt getroffen haben“, erinnert sich Andreas. Das war am 8. August 1999. Dieses „Match“ – so würde man heute wohl sagen – gefiel den beiden offenbar so gut, dass die Gespräche online und auch ganz traditionell per Brief fortgeführt wurden und beide nach kurzer Bedenkzeit eine Beziehung miteinander eingingen.
Jener Flirtmarkt von Oberberg-Online ist genauso Geschichte, wie das 56k-Modem, mit dem sich Hoof zu den Pionierzeiten des Internets einwählte (Kasten unten). Die Liebe von Andreas und Carmen Hoof hat aber Bestand, sodass das Ehepaar am heutigen 18. August Silberhochzeit feiert.
Im Gespräch mit Oberberg-Aktuell blickt das Jubelpaar nun zurück. Das Jawort gaben sie sich 2001 in der Katholischen Kirche Derschlag. In Dümmlinghausen wurde anschließend in einem Lokal mit Freunden und Familie gefeiert. Ein Sohn und eine Tochter, die inzwischen erwachsen sind, gingen aus der Ehe hervor.
Kaum waren die beiden ein Paar, zogen sie in eine Derschlager Wohnung in der Nähe des Elternhauses von Carmen, das die Hoffs heute selber bewohnen. Über viele Jahre war das Ehepaar im Ballonsport aktiv, ehe sie es in letzter Zeit eher auf zwei Räder abgesehen haben. „Wir haben uns vor fünf Jahren E-Bikes zugelegt, mit denen wir viel in der Region, aber auch im Urlaub unterwegs sind“, sagt Carmen (54).
Das Reisen zählt ebenfalls zu den Hobbys des Finanzbeamten und der Erzieherin. Geht es heutzutage quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland, wollten die Frischvermählten damals weit weg in die Dominikanische Republik. Im Schatten ihrer Hochzeitsreise im Oktober standen aber noch die Anschläge des 11. September in den USA: „Wir wussten damals gar nicht, ob das Fliegen bis dahin wieder möglich sein würde“, erinnert sich der 55-jährige Andreas an bange Momente vor der Abreise. Schließlich ging aber alles gut und die beiden verbrachten zwei traumhafte Flitterwochen in Punta Cana.
Den heutigen Tag feiern die Hoofs zu Hause im Kreise der Familie, ehe sie am kommenden Samstag Freunde und Kollegen zu einer Sause in ein Engelskirchener Lokal eingeladen haben.
Oberberg-Online und der Flirtmarkt
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[Der Flirtmarkt 1998.]
Ein Grundgedanke von Oberberg-Online war schon seit Mitte der 1990er Jahre, das gesellschaftliche Leben zu „digitalisieren“ und die (geografischen sowie mentalen) Entfernungen zwischen Kreisnorden und -süden zu minimieren. Dazu gehörte unter anderem die Etablierung des Online-Flirtmarktes. Zahlen belegen, dass es sich seit der Eröffnung 1996 auch mit 56k-Modem großer Beliebtheit erfreute und schon in den Pionierzeiten des Internets – lange vor Tinder und Co. – rege genutzt wurde. Vermutlich wurde damit nicht nur das heutige Jubelpaar zusammengebracht.
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[Der erste Webauftritt von Oberberg-Online im Jahr 1996.]
Der Flirtmarkt war mehrere Jahre online und wurde erst vom Netz genommen, als die inhaltliche Trennung zwischen der früheren Firma Oberberg-Online, als ehemaligem Städte- und Gemeindeportal, in Technik sowie Nachrichtendienst, dem heutigen Oberberg-Aktuell, vorgenommen wurde. Die Intention des Werbeslogans „Wir bringen Sie ins Internet“ auf dem obenstehenden Screenshot des damaligen Webauftritts von Oberberg-Online dürfte für die heutige Generation wohl nur schwer nachvollziehbar sein. Aber genau so war es damals eben.