LOKALMIX

CSD in Oberberg: Gemeinsam für Vielfalt und Gleichberechtigung

us; 28.06.2026, 11:50 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Queer. Proud. Bergisch. Laut. Beim ersten CSD im Oberbergischen Kreis präsentierte sich die Regenbogen-Community von exaltiert bis bieder.
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CSD in Oberberg: Gemeinsam für Vielfalt und Gleichberechtigung

us; 28.06.2026, 11:50 Uhr
Gummersbach – Beim ersten Christopher-Street-Day in Oberberg demonstrierten gestern rund 450 Teilnehmer unter dem Motto „Queer. Proud. Bergisch. Laut.“ gegen Diskriminierung, für Respekt, Vielfalt und Demokratie.

Von Ute Sommer

 

Zum Ende der diesjährigen Pride Week 2026 mit Paraden, Konzerten und Kundgebungen in ganz Deutschland machte die oberbergische LGBTQI*+-Szene mit Demonstrationszug und Bühnenprogramm erstmals in der Kreisstadt beim Christopher-Street-Day (CSD) auf die Lage queerer Personen im ländlichen Raum aufmerksam. Zum Organisationsteam, das die Kundgebung monatelang vorbereitete, gehören queere Menschen vom Teenager- bis ins Rentenalter sowie viele Fürsprecher, die von Vertretern aus Parteien und Verbänden, dem „Netzwerk gegen Rechts“ und weiteren Kooperationspartnern unterstützt werden. 

 

[Im Rahmen ihrer Tätigkeit im Netzwerk gegen Rechts koordinierte Nadine Lindörfer die Planungen zur Première des CSD in Gummersbach.]

 

Alarmiert vom Anstieg queerfeindlicher Straftaten und homophober AfD-Agitation nutzten nach Polizei-Angaben rund 450 Demonstranten die Gelegenheit, sich öffentlich dagegen zu positionieren und das Grundrecht auf Gleichberechtigung für jeden sichtbar zu manifestieren. Mit Regenbogenfahnen, Gesängen, Schildern und Transparenten zog sich der bunte und friedliche Umzug ausgehend vom Steinmüllergelände rund 1,2 Kilometer durch die Gummersbacher Innenstadt. Angekommen am Bismarckplatz folgte ein mehrstündiges Come-together mit unterhaltsamem Bühnenprogramm, Drag-Shows queerer Künstler, Interview-Blöcken, musikalischen Live-Acts sowie einem Mitsingkonzert.

 

[Für Tonwiedergabe bitte auf den entsprechenden Button im Video klicken.]

 

Für das Organisationsteam hieß Nadine Lindörfer die heterogene Regenbogen-Community willkommen und zeigte sich überwältigt von der schieren Anzahl der Menschen, die trotz tropischer Temperaturen Flagge gegen Hass und Hetze zeigten. „Der CSD steht für Vielfalt, Demokratie, die Menschenrechte, Zusammenhalt und gegen Diskriminierung, deshalb ist es hammer, euch alle hier zu sehen.“ Für den Oberbergischen Kreis solidarisierte sich die stellvertretende Landrätin Heidrun Schmeis-Noack mit den Zielen des CSD, ließ dessen Entstehung und Entwicklung ab 1969 Revue passieren. Endlich angekommen in Gummersbach, laufe die erste Pride-Parade keinem Trend hinterher, sondern sei ein Zeichen von Haltung, die sich in Engagement vor Ort äußere. „Auch im oberbergischen Kreis ist Liebe bunt und wir alle profitieren von der Vielfalt.“

 

Erster Christopher-Street-Day im Oberbergischen verlief friedlich und störungsfrei

 

Der erste Christopher-Street-Day im Oberbergischen Kreis am Samstag verlief aus polizeilicher Sicht störungsfrei. Um die Versammlung zu schützen, war die Polizei mit Einsatzkräften präsent. Der angemeldete Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmenden startete um 14:15 Uhr mit einer friedlichen und bunten Parade vom Steinmüllergelände über verschiedene zentrale Straßen der Innenstadt bis zum Bismarckplatz. Auch dort fand das geplante Programm störungsfrei statt, bevor sich die Veranstaltung gegen 20:30 Uhr auflöste, heißt es in der Polizeimeldung.

 

Diesem Votum schloss sich Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit in seinem Grußwort vollumfänglich an. „Es wurde Zeit für den CSD in Gummersbach“, unterstrich er mit Hinweis darauf, dass die Stadtverwaltung längst mit der Regenbogen-Flagge am Rathaus Position bezogen habe. Der CSD stehe für einen gesellschaftlichen Vielfrontenkampf und er persönlich bedauere, dass auch 2026 immer noch Menschen für ihre grundgesetzlich verbrieften Rechte eintreten müssten.

 

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Er hoffe, dass der CSD sich als Tradition in der Kreisstadt etabliere, sagte er unter kräftigem Applaus seiner Zuhörer. Gummersbach stehe, wie alle oberbergischen Kommunen auch, für achtsamen Umgang miteinander, für Respekt und Toleranz in allen Lebensbereichen. Mit Dank an die ehrenamtlich tätigen CSD-Organisatoren, die Helfer aus Reihen der Stadtverwaltung, die Rettungskräfte und die Polizei forderte er dazu auf, im Umgang miteinander zunächst die Schnittmengen zu benennen, bevor Trennendes zur Sprache komme.

 

 

Zum Start des Bühnenprogramms stellte Caya Columna ihre Qualitäten als schillernde Drag-Queen und Playback-Chanteuse unter Beweis, bevor sie im Interview mit Chantal vom Verband LSVD (Verband queere Vielfalt) die Hintergründe von „Queerness als Fluchtgrund“ beleuchtete. Im weiteren Verlauf wechselten Interview-Beiträge zu den Themen „queer und gläubig“, „jung und queer auf dem Land“ und „Inklusion, Queerness und Kommunalpolitik“ mit mehreren Kurzkonzerten und weiteren Burlesque-Drag-Shows von Liz Dexamfetamine.

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